Formel 1: Schumi-Test in England

Formel 1: Schumi-Test in England

— 07.05.2010

Rosberg im Nachteil?

Schumachers Exklusiv-Test in Rockingham sorgt für Diskussionen. Wird die Premiere des Rekordweltmeisters im B-Auto von Mercedes zum Nachteil für Nico Rosberg?

Das Formel-1-Fahrerlager diskutiert über Michael Schumachers (41) Exklusivtest im englischen Rockingham. Das Problem: Nico Rosberg liegt 40 Punkte vor seinem prominenten Teamkollegen und führt in Renn- sowie Qualifikationsduellen mit 8:0. Das würde ihn in jedem anderen Team und vor allem bei jedem anderen Teamkollegen zur Nummer eins machen. Zu dem Mann also, dessen WM-Ambitionen vorrangig unterstützt werden müssen. Vor allem aber auch zu dem Fahrer, der Neuentwicklungen als Erster ausprobieren darf. Tatsache ist aber, dass Michael Schumacher den runderneuerten Mercedes W01 im Rahmen von Filmaufnahmen zuerst testen durfte, nicht Rosberg. Der WM-Zweite selbst beschwichtigt zwar: "Ich hätte den Test gar nicht unbedingt fahren wollen. Da ist man mit steinharten Reifen unterwegs, deshalb bringt das nichts." Doch wenige Sekunden später betonte er auch: "Wir haben einen neuen Bremsbalancehebel, da ist es gut, wenn man ein paar Runden fährt, um ein Gefühl dafür zu kriegen. Das habe ich jetzt nicht."

Fundamentale Änderungen

Michael Schumacher ist die Beta-Verion des neuen Mercedes bereits gefahren.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug erklärt: "Die Demofahrten fuhr mit Michael derjenige, den wir für die Filmaufnahmen im Auto sehen wollten. Außerdem sind die Reifen viele, viele Sekunden langsamer und haben sehr wenig Grip. Deshalb gibt's da kaum einen Lerneffekt." Trotzdem war Michael Schumacher im ersten freien Training zum GP Spanien schneller als sein bis dato dominierender Teamkollege. Gerüchte, die B-Version des Mercedes sei speziell nach Schumachers Wünschen gebaut worden, weist Rosberg aber ins Reich der Fabel. "Es sind fundamentale Änderungen, die das Auto insgesamt schneller machen sollen", so der Wahl-Monegasse. "Ich habe unter den schmalen Vorderreifen und dem Untersteuern genauso gelitten wie Michael. Wir haben einen ähnlichen Fahrstil, geben ähnliche Kommentare zum Fahrverhalten des Autos ab und haben ähnliche Änderungswünsche. Deshalb wird der Umbau auch mir zugute kommen."

Rosberg auf gutem Weg

Nico Rosberg muss bis zum Barcelona GP auf den runderneuerten Mercedes W01 warten.

Zudem glaubt Rosberg, dass Schumacher schon länger auf seinem Niveau fährt. "Schon in Malaysia waren wir gleichauf. Shanghai war eine Ausnahme, in die man nicht zu viel hinein interpretieren sollte!" Den Nummer-eins-Status weist er deshalb klar von sich. "Nach wie vor sind Michael und ich gleichauf in der Teamhierarchie." Rosberg räumt sogar ein, dass er sich den Respekt des Teams im Gegensatz zu Schumacher erst verdienen muss. "Wenn ein Ross Brawn einen Michael Schumacher ins Team holt, wissen alle: Was er sagt, hat Hand und Fuß. Das muss ich mir erst erarbeiten." Genauso wie das Recht neue Teile als Erster testen zu dürfen. Er sei aber auf einem guten Weg, betont Rosberg. "Man merkt, dass die Leute im Team dich anders ansehen. Die Techniker hören mir schon viel mehr zu, meine Punkte werden in die Entwicklung eingebracht und haben mehr Bedeutung. So haben wir schon gute Fortschritte erzielt."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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