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Formel 1: Schumis Pole-Rekord wackelt

— 25.07.2017

Darum kann Hamilton Schumi einholen

In Ungarn kann Lewis Hamilton die 68. Pole-Position seiner Karriere einfahren und damit Michael Schumacher einholen. Wir analysieren die Gründe.

Michael Schumacher und seine Rekorde für die Ewigkeit. Wenn es um seinen Rekord von 68 Pole-Positions geht hielt diese Ewigkeit gerade mal elf Jahre. Seit dem China-GP 2006 ist Schumi der erfolgreichste Qualifier. Beim bevorstehenden Grand Prix in Ungarn könnte er jetzt von Lewis Hamilton eingeholt werden.  Dort jagt der Mercedes-Pilot nach seiner 68. Pole-Position. So viele hat auch Schumi. Aber: Hinkt der Vergleich zwischen Schumi und Hamilton?

Interessant ist: Die Jagd nach der Quali-Bestzeit war nie Schumachers Paradedisziplin. Seinen 68 Pole-Positions stehen 91 Rennsiegen gegenüber. Diesen Rekord kann Hamilton frühestens in zwei Jahren knacken – vorausgesetzt er gewinnt jedes Rennen! Die meisten Superstars haben mehr Pole-Positions als Rennsiege. Weil durch chaotische Wetterbedingungen oder technischen Pannen immer wieder Siege entglitten sind. Das gilt für Ayrton Senna, Nigel Mansell, Jim Clark genauso wie für Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.
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Schumi aber hat 23 Rennerfolge mehr auf dem Konto als Pole-Positions. Das hat viele Gründe. Zehn Mal profitierte Michael Schumacher vom Ausfall eines Führenden und kam so zum GP-Sieg. Hamilton nur zwei Mal. Den Rekord des glücklichsten Fahrers in dieser Disziplin hält Alain Prost (13 Mal).

Jetzt greift Lewis Hamilton nach Schumis Rekorden

Auch das Qualifying-Reglement spielte eine entscheidende Rolle. Gerade in Michael Schumachers dominierenden Ferrari-Jahren bremste ihn das Reglement im Zeittraining aus. 2003 musste der WM-Spitzenreiter im Einzelzeitfahren als Erster auf der Strecke, hatte dadurch die schlechtesten Streckenbedingungen (wenig Gummi, viel Schmutz auf der Bahn). Und der Tabellenführer war eben meistens Schumi. Danach kamen Jahre, in dem die Spritmenge im Qualifying dieselbe sein musste wie im ersten Rennstint. Kleinere Teams pokerten daher öfter mit wenig Benzin im Tank, erzielten so bessere Startpositionen und sogar Pole-Positions, fielen im Rennen dann aber durch frühe Tankstopps zurück. Schumi und Ferrari setzten dagegen immer auf die beste Strategie fürs Rennen, nicht für das Qualifying.

Natürlich saß Lewis Hamilton darüber hinaus in den letzten Jahren in einem Top-Auto. Genau wie einst auch Schumacher bei Ferrari. Nur: In Schumis Jahren wurden pro Jahr durchschnittlich 17,2 Rennen ausgefahren, in Hamiltons Karriere 18,8. Macht im Schnitt fast zwei Grand Prix mehr pro Jahr. Deshalb könnte der Brite Schumi schneller einholen.

Es gibt aber auch Gründe, die verdeutlichen, wie stark Hamiltons Quali-Leistungen tatsächlich sind. Schumacher hatte meistens schwache Teamkollegen, Nummer-zwei-Fahrer wie Johnny Herbert, Eddie Irvine oder Rubens Barrichello. Hamilton musste es dagegen mit drei Weltmeistern aufnehmen: Fernando Alonso, Jenson Button und Nico Rosberg. So unterlag Hamilton im Quali-Duell mit Rosberg mit 29:31. Mit einer Nummer zwei als Stallgefährten hätte Hamilton Schumi längst überflügeln können.

Das direkte Quali-Duell mit den Teamkollegen zeigt: Schumi setzte sich 228 Mal durch (74,34%), verlor aber auch 78 Duelle. Bis Ende 1999 stand er nur neun Mal auf der Verlierer-Seite, bis zum Wechsel zu Ferrari Ende 1995 sogar nur drei Mal! Hamilton verlor schon 66 Mal, setzte sich nur 113 Mal durch (63,13%) durch. Selbst Sebastian Vettel hat eine bessere Quote (68,07%). Die besten Qualifier waren aber ohnehin Juan-Manuel Fangio (95,12%) und Ayrton Senna (88,61%). Senna verlor trotz des harten Stallkriegs mit Alain Prost nur vier Mal gegen den Franzosen, dafür aber auch zwei Mal gegen den recht unbekannten Johnny Cecotto.

Die meisten Pole-Positions
1. Michael Schumacher 68
2. Lewis Hamilton 67
3. Ayrton Senna 65
4. Sebastian Vettel 47
5. Jim Clark 33
6. Alain Prost 33
7. Nigel Mansell 32
8. Nico Rosberg 30

Die Pole-Position-Quote
1. Juan-Manuel Fangio 58,86%
2. Jim Clark 45,83%
3. Alberto Ascari 43,75%
4. Ayrton Senna 40,37%
5. Lewis Hamilton 33,84%
6. Sebastian Vettel 25,00%
7. Stirling Moss 24,24%
8. Michael Schumacher 22,15%

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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