Wehrlein

Formel 1: Shootout bei Manor

— 23.08.2016

Lauda, schau hin!

Die Manor-Teamkollegen Pascal Wehrlein und Esteban Ocon fahren in den letzten neun Rennen um ihre Zukunft bei Mercedes.

Die Insider werden beim GP von Belgien am Sonntag ihre Aufmerksamkeit auf das kleine Manor-Team lenken. Denn sie wissen: Das teaminterne Duell zwischen den beiden Mercedes-Junioren Pascal Wehrlein (Deutschland, 21) und Neuzugang Esteban Ocon (Frankreich, 19) ist auch ein Duell über den zukünftigen Platz im Silberpfeil.
Ocon ersetzt Haryanto: Das Juniorenduell

Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT steht nämlich fest: Ab 2019 soll mindestens einer der beiden Junioren im Werksteam fahren. Ende 2018 laufen die Verträge von Nico Rosberg und Lewis Hamilton aus.

Bis Ende der Saison werden Wehrlein und Ocon Teamkollegen bei Manor sein. Dann werden die Karten neu gemischt. Wehrleins Optionen: Noch ein Jahr bei Manor oder zu Force India wechseln – falls einer der beiden Stammfahrer dort, der Mexikaner Sergio Perez oder Nico Hülkenberg (Deutschland), sich anders orientieren. Ocon hat neben der Manor-Option noch ein Renault-Cockpit in Aussicht. Dort war er schon bis zu seinem Debüt bei Manor als Ersatzfahrer ausgeliehen.

Die Idee eines "Shootouts" hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schon während des GP Deutschlands in Hockenheim. Da zeichnete sich ab, dass Wehrleins bisheriger Teamkollege Rio Haryanto kein notwendiges Sponsorgeld mehr aus seiner indonesischen Heimat  bekommen würde.

Er ist der 755. Fahrer der WM-Geschichte: Esteban Ocon

Mercedes wollte die ausstehenden fünf Millionen Euro, die Haryanto Manor noch bis Ende des Jahres bezahlen musste, übernehmen. In welcher Form – ob mit Preisnachlass der Motoren, die Manor von Mercedes bekommt, oder mit Hilfe anderer Finanzspritzen – sollte noch geklärt werden. Manor und Mercedes einigten sich vor zwei Wochen.

Das Mercedes-Youngster-Duell hat auch interne Gründe. Wolff wollte mit dem Ocon-Wechsel auch F1-Aufsichtsratsboss Niki Lauda ruhig stellen, der intern als Fan von Ocon und Kritiker von Wehrlein gilt. Sein Grund: Wehrlein, der amtierende DTM-Meister, sei "tourenwagenverseucht". Ocon dagegen hätte eine typische Formel-Karriere hinter sich, die laut dem Österreicher für den Erfolg in der Formel 1 absolut notwendig wäre.

„Wenn beide gegeneinander fahren, wissen wir endlich wer besser ist", konterte Wolff, der von den Championsqualitäten beider seiner Sprösslinge überzeugt ist,  schon in Hockenheim in Richtung seines Landsmannes aus Wien. Hinter den Kulissen wird bei Mercedes sogar gelästert, dass Lauda gar nicht bekommen hat, dass Ocon in dieser Saison die ersten zwölf Rennen DTM gefahren ist. Grund: Der Franzose tat sich schwer und fiel mit nur einem Punkt nicht besonders auf.

Fest steht: Wolff hat mit seinem Ocon-Deal auch Manor und der Formel 1 geholfen. Denn durch das Interesse, das dieses Shootout erweckt, steigt auch das Interesse für das Manor-Team.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Hersteller; picture-alliance

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