Formel 1: Die besten Bilder vom Spanien GP

Formel 1: Silberpfeil-Doppelsieg in Spanien

Extrastopp kostet Vettel Podium

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sorgen für Mercedes-Doppelsieg in Barcelona. Max Verstappen Dritter. Sebastian Vettel leidet unter Reifenverschleiß.
Souveräner Sieg für WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton in Spanien! Der Brite baut seinen WM-Vorsprung mit dem Triumph in Barcelona auf 17 Punkte vor Sebastian Vettel aus.
Alle Zahlen und Zeiten hier: Die Ergebnisse im Überblick
"Heute habe ich endlich mal wieder diese Synergie zwischen dem Auto und mir gefühlt, die dieses Jahr bisher fehlte. Ein tolles Gefühl", strahlt Hamilton im Ziel. "Ein perfekter Tag für das Team, wir waren hier sehr stark - das zeigt auch der Doppelsieg. Ich hoffe, wir können jetzt so weitermachen", sagt Hamilton.
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Probleme beim zweiten Stopp von Sebastian Vettel

Dass auf dem Podium jedoch Teamkollege Valtteri Bottas neben Hamilton steht, liegt vor allem daran, dass Vettel und Ferrari nicht mit einem Stopp durchkommen: Nach einer virtuellen Safety-Car-Phase, ausgelöst durch den Ausfall von Esteban Ocon, kommt Vettel in Runde 42 ein zweites Mal zum Reifenwechsel an die Box. Erneut zieht er Medium-Pneus auf, der Stopp dauert jedoch wegen eines Problems hinten rechts fünf Sekunden. So fällt Vettel nicht nur hinter Bottas sondern auch Red-Bull-Pilot Max Verstappen zurück, die beide mit nur einem Stopp druchfahren.
So lief das Rennen: Pole-Mann Hamilton gewinnt den Start, dahinter schnappt sich in Kurve eins Vettel den zweiten Mercedes von Bottas. Weiter hinten im Feld knallt es: Romain Grosjean dreht sich in Kurve drei, kreiselt zurück ins Feld und reißt Nico Hülkenberg und Pierre Gasly mit ins Aus.
Hülkenberg wütet nach Stratcrash: "Grosjean sollte Sportart wechseln"
Das Safety-Car kommt raus. Nach dem Re-Start in Runde sieben bleiben die Positionen an der Spitze zunächst unverändert. In Runde 18 eröffnet Vettel unter den Top-Piloten den Reigen der Boxenstopps, tauscht seine weichen Reifen gegen Mediums. Nur eine Runde später zieht auch Bottas nach, bleibt jedoch knapp hinter Vettel. Hamilton ist ganz vorne indes souverän unterwegs, bleibt auch nach seinem Stopp in Runde 26 klar in Führung.

Verstappen im Glück: Unter VSC fährt er Stroll drauf

Im Pech ist unterdessen Vettel-Teamkollege Kimi Räikkönen: Der Scuderia-Pilot wird mit einem Problem an seinem Auto langsamer, kurz darauf weist die Box ihn an, den Ferrari abzustellen. Das Aus für den Iceman.
Lange gleicht das Rennen in Barcelona einer Prozession, dann der nächste Ausfall: Esteban Ocon rollt am Streckenrand aus, das virtuelle Safety-Car wird ausgerufen. Vettel nutzt diese Phase für seinen Zusatzstopp, die Gegner ziehen aber nicht nach.
Vettel erklärt Ferrari-Strategie: "Reifen hätten nicht gehalten"
Gleich doppelt Glück hat Max Verstappen: Nicht nur, dass er so an Vettel vorbeischlüpft - unter virtuellem Safety-Car wird er auch vom Abbremsen von Vordermann Lance Stroll überrascht, fährt dem Williams-Piloten auf's Hinterrad. Dabei verliert Verstappen die seitliche Endplatte seines Frontflügels, kann aber weiterfahren und trotz des Schadens bis ins Ziel Vettel hinter sich halten.
Trotz Stroll-Kollision: Verstappen wieder am Podium

So lief das Qualifying:

Lewis Hamilton baut seine eigene Bestmarke weiter aus: Der Rekord-Qualifyer der Formel 1 holt am Samstag beim Spanien GP seine 74. Pole-Position, die dritte in Folge in Barcelona und die erste seit dem Saisonauftakt in Australien. "Es ist eine Zeit lang her, aber ich bin super happy. Die Pole hier ist die, die ich am meisten gebraucht habe", strahlt der Brite auf dem Circuit de Catalunya, der als einer der schwierigsten Kurse zum Überholen gilt.
Alle Zahlen und Zeiten hier: Die Ergebnisse im Überblick

Die nächste Rekord-Pole für Lewis Hamilton

Silberpfeil-Teamkollege Valtteri Bottas fehlen in Q3 nur 0,040 Sekunden auf Hamilton. Der Finne macht damit aber unter den Augen von Vorstandschef Dieter Zetsche die reine Mercedes-Startreihe eins perfekt. Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda: "Wir sind zurück an der Spitze! Fantastisch, beide Autos da vorne zu haben und sehr wichtig fürs Rennen!"
Ferrari-Star Sebastian Vettel attackiert die Silberpfeile am Ende des finalen Qualifying-Segments sogar mit einer anderen Reifenmischung, versucht es nach einem missglückten ersten Versuch (nur Platz5 auf superweichen Reifen) auf der eigentlich langsameren Soft-Mischung. Damit kommt er immerhin noch auf Rang drei nach vorne, 0,132 Sekunden fehlen dem Deutschen aber zur Bestzeit. Hinter Vettel reiht sich Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen als Vierter ein.
Nicht um die beste Startposition kämpfen können die Red Bulls. Mehr als 0,6 Sekunden beträgt der Rückstand vom Fünften Max Verstappen und Teamkollege Daniel Ricciardo direkt dahinter. "Dass der Abstand doch so groß ist, tut schon ein bisschen weh", gibt Ricciardo zu. Verstappen macht als Grund dafür den so genannten "Party-Modus" der Konkurrenz aus: "Sie können den Motor für Q3 aufdrehen, wir nicht. Ohne die Extrapower ist es dann schwer für uns. Der Abstand aber trotzdem etwas zu groß, weil ich auf meiner Runde einen kleinen Fehler drin hatte."

Mercedes zu stark: Sebastian Vettel startet von P3

Am Sonntag erwartet die Formel 1 ein Reifenpoker. Nochmal Verstappen: "Es ist selbst nach dem Qualifying noch nicht klar, welcher Reifen nun am schnellsten ist. Deshalb haben es einige auch in Q3 auf der Soft-Mischung probiert, wirklich ein Ratespiel. Ich glaube aber, dass die Supersofts zumindest im Longrun schnell auseinanderfallen. Die meisten nehmen morgen Soft und Medium."
Die Spitzengruppe startet nach der Wahl in Q2 ohnehin auf weichen Pneus. Den Zeitunterschied zur härteren Medium-Mischung beziffert Reifenhersteller Pirelli aber nur mit sieben Zehntelsekunden pro Runde. Strategisch stehen den Teams damit viele Optionen offen.
Eine Chance, wieder nach vorne zu kommen, erhofft sich dadurch auch Nico Hülkenberg. Der Deutsche wird im Qualifying von einem Problem mit dem Benzindruck eingebremst und scheidet erstmals seit 59 Rennen (Spanien GP 2015) wieder in Quali-Abschnitt eins aus: nur Platz 16 für den Renault-Piloten.

So lief das Abschlusstraining:

Das letzte Warmfahren der Formel 1 vor dem Qualifying in Barcelona endet mit einem Knall: Kurz vor Ende des Abschlusstrainings fliegt Brendon Hartley in der ultraschnellen Rechtskurve von Turn 9 ab, kracht mit dem Heck voraus in die Reifenstapel. Der Toro Rosso ist zwei Stunden vor dem Zeittraining schrottreif, Hartley aber wohlauf.
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Sebastian Vettel kommt als einer der Ersten an der Unfallstelle vorbei, erkundigt sich sofort am Funk: "Ist er okay?" Die Entwarnung gibt Hartley wenig später selbst: "Es geht mir gut. Ich bin bei der Kurveneinfahrt mit dem linken Vorderrad aufs Gras gekommen." Ab da gibt es bei um die 240 km/h kein Halten mehr. Sky-Experte Anthony Davidson urteilt: "Kein Wunder, dass Sebastian besorgt war. Die Fahrer wissen alle, dass das die Stelle ist, wo du am wenigsten einen Crash haben willst." 2008 hatte in der gleichen Kurve der Finne Heikki Kovalainen einen schweren Crash im McLaren.
Bitter für Toro Rosso: Beim Abtransport des Autos bricht das schwer gezeichnete Wrack im Heckbereich dann ganz auseinander. Eine Teilnahme Hartleys am Qualifying ist damit so gut wie ausgeschlossen, die Zeit für eine Reparatur viel zu knapp. Der Neuseeländer wird indes für Routinechecks ins Streckenkrankenhaus gebracht.

Beim Abtransport bricht der Toro Rosso auseinander

An der Spitze setzt sich am Samstag das Bild vom Freitag fort: Mercedes gibt den Ton an. Lewis Hamilton brennt mit einer Zeit von 1:17.281 Minuten auf superweichen Reifen einen neuen Rundenrekord in den Asphalt. Teamkollege Valtteri Bottas fehlen aber nur 13 Tausendstelsekunden auf die Bestzeit. Mit zweieinhalb respektive drei Zehnteln Rückstand sind auch die Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen noch in Schlagdistanz.
Daniel Ricciardo im Red Bull fehlen hingegen schon 0,7 Sekunden zur Spitze. Noch schlechter erwischt es Max Verstappen: Der Holländer wird, eine Position hinter Renault-Pilot Nico Hülkenberg, nur Zwölfter und verpasst zudem die Schlussphase des Trainings mit einem Elektrikproblem am Motor.

So lief der Freitag:

In Baku crashen die Bullen, in Barcelona fliegen sie: Max Verstappen und Daniel Ricciardo gehen nach extrem starken Long-Run-Zeiten am Freitag als Geheimfavoriten in das Wochenende beim Spanien GP. Zwar dreht, nach Valtteri Bottas am Vormittag, auch in der zweiten Session am Freitagnachmittag mit Lewis Hamilton ein Mercedes die Bestzeit - die Red Bulls sind ihm aber dicht auf den Fersen.
Alle Zahlen und Zeiten hier: Die Ergebnisse im Überblick
Bis auf 0,133 Sekunden kommt Ricciardo an Hamiltons Bestzeit auf eine schnelle Runde ran - beide setzen dabei auf weiche Reifen. Über die Distanz können die Silberpfeile aber nicht mit Red Bull mithalten. Sowohl auf der superweichen als auch der weichen Reifenmischung, geben Verstappen und Co. den Ton an. 0,4 Sekunden ist Red Bull hier durschnittlich schneller.
Ex-F1-Pilot Martin Brundle sieht sich die Autos draußen an der Strecke an - und sagt bei seiner Rückkehr ins Fahrerlager zu Mercedes-Boss Toto Wolff: "Euer Auto sieht gut aus. Aber der Red Bull ist vor allem im letzten Sektor eine Macht!" Hintergrund: Im langsamen dritten Sektor in Barcelona kommt es vor allem auf die Traktion an, er gilt auch als Indikator für das kommende Rennen in Monaco.
Haben Red Bulls umfangreiche Updates zum Europa-Auftakt also voll eingeschlagen? Max Verstappen weicht aus: "Man will immer noch schneller sein, es ist also nie gut genug." Auch wenn Verstappen tiefstapelt, sein breites Grinsen nach dem Training sagt etwas anderes aus: "Es war ein positiver Tag, unsere Long-Runs sehen sehr konkurrenzfähig aus. Aber wir müssen erst mal das Qualifying abwarten. Wenn man da hinten steht, ist es eine ganz andere Geschichte."
Stimmt: Denn in Barcelona ist Überholen besonders schwer. 24 der 27 Rennen auf dem Circuit de Catalunya wurden aus der ersten Reihe gewonnen. 2018 bisher der Mann der Stunde im Qualifying ist Sebastian Vettel. Am Freitag wird der Deutsche Vierter, mit drei Zehnteln Rückstand. Mit Blick auf das Zeittraining am Samstag sagt Vettel: "Es geht hier unglaublich eng zu zwischen den Top-Teams. Das kann alles werden, von Platz eins bis Platz sechs. Gut für die Zuschauer!"
Probleme hat am Freitag Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen. Eine gute halbe Stunde vor Schluss gibt sein Ferrari-Motor Rauchzeichen. Die Scuderia-Ingenieure weisen den Finnen daraufhin via Funk an, den Motor abzustellen. Räikkönen macht das auch, rettet sich mit seinem letzten Schwung aber gerade noch so zurück an die Box. "Ich weiß noch nicht, was passiert ist. Wir müssen es uns anschauen", sagt er anschließend.
Ärger droht indes Force India. Sergio Perez, zuletzt in Baku noch Dritter, muss seinen Dienstwagen mit einem lockeren linken Vorderrad am Streckenrand parken. Für das 'Unsafe Release' im Training blühen dem britisch-indischen Rennstall 5.000 Euro Strafe. Nicht ideal verläuft der Freitag auch für den zweiten Deutschen im Feld, Nico Hülkenberg. Er kommt im Renault in beiden Sessions nur auf die Plätze 17 und 13.

So lief das erste Training:

Die Rutschpartie der Formel-1-Stars in Barcelona geht weiter! Bei den Wintertests stellte das schlechte Wetter und sogar Schnee die Piloten vor zahlreiche Probleme, zum Auftakt des Spanien GP am Freitag ist es vor allem der neue Asphalt, der den Teams Kopfzerbrechen bereitet.
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Unzählige Ausritte und Dreher sorgen in den ersten anderthalb Stunden des Wochenendes für Spektakel. Auch die Top-Teams sind betroffen: Unter anderem Valtteri Bottas, der im Mercedes in 1:18.148 Minuten die Bestzeit erzielt, in Turn 10 und Ferrari-Star Sebastian Vettel in Kurve 13, kreiseln von der Strecke. Schlimmer erwischt es aber Daniel Ricciardo. Der Red-Bull-Pilot rauscht in Kurve vier durchs Kiesbett und in die Reifenstapel.
Ricciardos Session ist damit schon nach 40 Minuten beendet. Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärt: "Natürlich kein idealer Start. Der Rückenwind hat Daniel eiskalt erwischt. Die Autos reagieren sehr sensibel darauf, fast alle hatten heute Probleme." Sorgen um das weitere Wochenende macht sich der Red-Bull-Boss aber keine: "Daniel ist ein Glückspilz! Der Schaden ist eher gering und er hatte fast nur alte Teile drauf." Hintergrund: Die meisten Teams haben für den Europa-Auftak diverse Updates mit nach Barcelona gebracht, von denen aber oft erst ein Bauteil vorhanden ist.
Die Erprobung der neuen Teile gerät unter den Streckenbedingungen allerdings zur Schwierigkeit. Ex-F1-Pilot und Sky-Experte Martin Brundle wundert sich: "Wir haben viele Fehler gesehen, die fast ein bisschen lächerlich aussahen. Die besten Fahrer der Welt können ihre Autos kaum um die Kurve bewegen." Der Grund: "Die Oberfläche der Reifen scheint auf diesem Asphalt und bei diesen Temperaturen nicht richtig zu beissen", vermutet Brundle.
Interessant: Reifenhersteller Pirelli hatte im Vorfeld auf die neuasphaltierung des Kurses reagiert und extra Reifen mit 0,4 Millimeter weniger Profiltiefe nach Barcelona mitgebracht. Die dünneren Pneus sollen auch noch bei den Rennen in Frankreich und Großbritannien zum Einsatz kommen. Ferrari-Star Sebastian Vettel vermutet indes, dass Pirelli damit auf die Probleme reagieren will, die vor allem Mercedes bei den Tests im Winter hatte.
Am Freitagvormittag ist von Schwierigkeiten bei den Silberpfeilen tatsächlich am wenigsten zu sehen. Bottas ist mit seiner Runde satte 0,849 Sekunden schneller als Teamkollege Lewis Hamilton, beide setzen auf die weiche Reifenmischung. Auf den eigentlich schnelleren roten Supersoft-Reifen fehlt Vettel fast eine Sekunde zur Bestzeit. Positiv für Red Bull ist trotz des Ricciardo-Abflugs indes Max Verstappens Zeit - auf Medium-Pneus ist der Holländer als Vierter fast so schnell wie Vettel.
Auch wenn er mit der Spitze nichts zu tun hat - die Blicke zieht am Freitag vor allem Robert Kubica auf sich. Der Pole darf für Williams im ersten Training ran, feiert so sein Comeback bei einer offiziellen F1-Session am Rennwochenende. Allein: Über den vorletzten Platz kommt Kubica im lahmen Williams dabei nicht hinaus - immerhin ist er aber schneller als Stammpilot Lance Stroll, der 20. und Letzter wird.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / F1

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