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Bilder: Andre Lotterers Formel-1-Debüt

Formel 1: So deutsch ist Caterham

— 02.09.2014

Neues Nationalteam

Die Formel 1 spricht deutsch und alle sprechen über Mercedes. Doch am Ende des Feldes befindet sich mit Caterham ein weiteres Team in deutscher Hand.

Eigentlich gilt Mercedes als deutsches Nationalteam in der Formel 1. Doch nachdem Anfang Juli eine deutsche Führungsriege um Ex-Force-India-Boss Colin Kolles (46) das Zepter beim damals kurz vor der Pleite stehenden Team Caterham übernahm, hat sich das geändert. Jetzt ist das kleine Caterham-Team deutscher als Mercedes!

Fest in deutscher Hand

Neues Nationalteam in grüner Farbe? Caterham wartet noch auf die ersten F1-Punkte

Ein Vergleich gefällig? Die Entscheidungsträger bei Mercedes sind mit Motorsportchef Toto Wolff (42) und Chefberater Niki Lauda (65) zwei Österreicher. Technikchef Paddy Lowe (52) ist Engländer. All diese Positionen sind bei Caterham von Deutschen besetzt. Der Niki Lauda von Caterham ist Chefberater Colin Kolles aus München. Er ist gelernter Zahnarzt und hat sich darauf spezialisiert, marode Teams zu retten, zu sanieren und langsam aus der 'Abstiegszone' der Formel 1 ins gesicherte Mittelfeld zu führen. Kolles vertraut dabei auf ein deutsches Triumvirat. Erstens: Cheftechniker Gerhard Ungar (50). Der Schwabe war bis April Boss von HWA - dem Team, das die DTM-Einsätze für Mercedes ausführt. Jetzt soll er den Caterham schneller machen. Kolles: „Ich habe schon in der Vergangenheit mit ihm gearbeitet und denke, er ist ein fähiger Mann.“

Lotterers Debütvorstellung

Zweitens: Manfredi Ravetto. Der stellvertretende Teamchef, ein halber Italiener - holte für diese Geschichte extra seinen deutschen Pass aus dem Büro. Ravetto unterstützt den holländischen Teamchef Christijan Albers (35), der übrigens perfekt deutsch spricht... Drittens: der Münchner Anwalt Michael Willmer, der sich als Chefadministrator um den Verwaltungskram kümmert. Er war es auch, der kurz nach der Übernahme 50 Mitarbeiter entlassen musste. Das Team drücken Schulden in zweistelliger Millionenhöhe. Damit nicht genug: Beim Rennen in Spa kam auch noch Audi mit ins Boot. Die Ingolstädter hatten ihren deutschen Werksfahrer und Le-Mans-Sieger André Lotterer (32) für die Jagd auf den ersten WM-Punkt 2014 und damit auf rund 40 Millionen Euro aus Ecclestones Einnahmentopf freigestellt.

Erste Punkte 2015?

Zuletzt in Spa setzte Colin Kolles den Deutschen André Lotterer (Bild) ins Auto

Kolles: „Für mich ist André einer der fünf besten Fahrer der Welt.“ Ergebnis des Fahrertauschs: ein überzeugendes Qualifying, aber ein frühes Aus wegen Motorproblemen. Eine Chance auf einen erneuten Einsatz besteht beim GP Japan (5. Oktober). Fest steht: Das deutsche Quartett hat sich einer Mörderaufgabe gestellt. Ziel: „Es muss das effizienteste Team werden. Wir müssen viel Geld sparen und trotzdem die maximale Performance erreichen.“ Das Problem, so Kolles: „Es gibt nicht nur eine Baustelle, es gibt tausend. Im Prinzip kann man den Anfang mit einer Not-OP vergleichen, wo sich der Arzt zunächst nur auf die lebensrettenden Maßnahmen konzentriert.“ Dann folgt die Reha, schließlich ein Fitnessprogramm. Und im nächsten Jahr soll das deutscheste aller Teams aus eigener Kraft Punkte holen.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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