Formel 1: Die besten Bilder vom Baku GP

Formel 1: So spannend wie lange nicht

Was macht die Saison 2018 so aufregend?

Die Formel 1 ist 2018 so spannend wie seit Jahren nicht mehr. Diverse Zahlen belegen das eindrucksvoll. Aber woran liegt es?
Vier Rennen, drei verschiedene Sieger. Die beiden Vierfach-Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel liegen nur vier Punkte auseinander. Drei Teams können Rennen gewinnen. Und wer im Mittelfeld die Oberhand hat, ist noch längst nicht abzusehen. Die Saison 2018 ist so spannend wie lange nicht.
Noch nie haben nach vier WM-Rennen schon alle Teams gepunktet. Schon 18 von 20 Fahrern haben WM-Zähler auf dem Konto. Wenn Romain Grosjean und Sergey Sirotkin noch nachlegen, hätten erstmals in der Formel-1-Historie alle Fahrer gepunktet. Das Mittelfeld liegt so extrem eng beisammen, dass einzelne Rennen über ungeahnte Höhenflüge oder brutale Tiefschläge entscheiden. Force India fuhr die ersten drei Rennen nur hinterher. Dann raste Sergio Pérez in Baku auf das Podest. Toro Rosso war in Australien noch das einzige Team, das gegenüber 2017 an Rundenzeit eingebüßt hat. Dann fährt Piere Gasly in Bahrain sensationell auf Rang vier.
Nur in einem von vier Rennen gewann auch der Pole-Setter. Es verwundert auch nicht, dass nur Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Fernando Alonso – also die erfolgreichsten Fahrer des Feldes – in jedem der vier WM-Läufe in die Punkte kamen. Kurios: Dabei war Alonso im Qualifying noch nie in den Top 10. Und: Die Mercedes-Dominanz ist gebrochen. Von 2014 bis 2016 holte Mercedes 51 von 59 möglichen Siegen. 2017 waren es nur noch zwölf von 20. In diesem Jahr klappte es erst in Baku mit dem ersten Erfolg.
2018 in Zahlen: Weitere verrückte Fakten
Doch woran liegt es, dass die Saison 2018 so aufregend ist?
Erstens: Das aktuelle Formel-1-Reglement geht in die fünfte Saison. Schon die Geschichte lehrt: Je länger ein Regelwerk gilt, desto enger rücken die Teams zusammen. Inzwischen hat Mercedes den riesigen Vorteil auf dem Motorensektor verloren.
Zweitens: Im Vorjahr führte der Sieg in 15 von 20 Rennen über eine Einstoppstrategie. 2018 sind die Reifen weicher und weniger haltbar. Es ergeben sich wieder mehr Möglichkeiten, Rennen über die Taktik zu gewinnen.
Drittens: In drei von vier Saisonrennen spielte das Safety-Car eine entscheidende Rolle. Es führt das Feld zusammen und sorgt daher für mehr Spannungselemente.

Er sorgte in den ersten vier Rennen für reichlich Action: Max Verstappen

Viertens: Bisher war das Jahr auch geprägt von einer außerordentlich hohen Fehlerquote. Egal ob beim Boxenstopp oder in Form von Kollisionen. Es vergeht kein Wochenende, an dem Max Verstappen nicht crasht. Aber auch Stars wie Vettel und Hamilton tun sich 2018 mit ihren Teamkollegen schwerer als die Jahre zuvor. Beide mussten schon Quali- und Renn-Niederlagen gegen Kimi Räikkönen beziehungsweise Valtteri Bottas hinnehmen.
Fünftens: Der Unterschied zwischen der Leistung im Qualifying und im Rennen ist bei vielen Teams ungewöhnlichgroß. Beispiel McLaren: stark im Rennen, schwach im Qualifying. Ferrari hat im Abschlusstraining gegenüber Mercedes einen Vorteil, im Rennen kaum noch. Das sorgt in den Grands Prix dann für Verschiebungen.
 
Die große Frage: Bleibt es so spannend? Wahrscheinlich nicht in jedem GP. Die Fehlerquoten werden sinken, das Safety-Car nicht ständig ausrücken, das Entwicklungsrennen das Feld eventuell etwas entzerren. Aber auch bei den kommenden Rennen gilt: Keiner weiß, wer das nächste gewinnt. Das ist eine ganz andere Situation als in den Jahren davor.

Formel 1: Die besten Bilder vom Baku GP

Formel 1: Die besten Bilder vom Baku GPFormel 1: Die besten Bilder vom Baku GPFormel 1: Die besten Bilder vom Baku GP

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen