Chaos in der Formel 1

Formel-1-Spaltung

— 19.06.2009

Formel-1-Chaos – Die ersten Reaktionen

Die Komentare auf die anstehende Spaltung der Königsklasse sind vielfältig. Keiner scheint wirklich zufrieden und fast alle setzen darauf, dass letzlich die Vernunft siegen wird.

Die Formel 1 steht im sechzigsten Jahr ihres Bestehens kurz vor dem Aus. Nach der Erklärung der Hersteller-Vereinigung FOTA scheint eine „Piratenserie“ zur Formel 1 der FIA schon fast beschlossene Sache. Wie reagieren die Fahrer, Teamchefs und die Experten auf die bevorstehende Spaltung der Königsklasse des Motorsports?
Bernie Ecclestone (Formel-1-Chef): "Ich bin nicht besorgt. Die Formel 1 läuft seit 60 Jahren und wird weiterlaufen. Wir hatten 73 Teams, die in die WM kamen und gingen. Ich denke, das wird sich nicht ändern."
Christian Horner (Teamchef Red Bull): "Die Teams haben das Gefühl, einen sehr weiten Weg gegangen zu sein. Jetzt haben wir keine Alternative mehr. Wenn wir unter den derzeitigen Regeln nicht mehr in der Formel 1 fahren können, aber weiterhin Rennen bestreiten wollen, dann müssen wir uns nach etwas anderem umsehen."
Nick Fry (Geschäftsführer BrawnGP): "Wir haben lange mit Max Mosley und Bernie Ecclestone in guter Absicht verhandelt und sind nicht ganz dahingekommen, wo wir hinwollten. Deshalb sieht es im Moment so aus, als ob wir etwas anderes machen werden."
Walter Kafitz (Nürburgring-Geschäftsführer): "Ich hoffe, dass sich die Vernunft durchsetzen wird. Noch ist diese Hoffnung mit Sicherheit da, weil beide Seiten das gleiche Ziel verfolgen."

Komentare aus dem Fahrerlager

Fernando Alonso gehört zu den wenigen, die eine Piratenserie begrüßen und sich von der FIA-Formel-1 trennen würden.

Fernando Alonso (Spanien/Renault):
"Das ist das Ende der Formel 1. Eine neue Ära wird beginnen. Die neue Serie wird attraktiv. Dort werden die besten Teams und die besten Fahrer fahren."
Lewis Hamilton (Weltmeister und McLaren-Mercedes-Pilot): "Ich stehe bei meinem Team unter Vertrag und werde gehen, wohin sie gehen. So ist das eben. Das gilt für alle Fahrer."
Sebastian Vettel (Red-Bull-Pilot): "Es ist schwer, viel dazu zu sagen. Wir Piloten wollen gegen die besten Fahrer fahren und mit den besten Autos und den besten Teams kämpfen. Das sagt eigentlich alles. Als ich heute morgen zur Strecke gekommen bin, wurde ich gleich nach meiner Reaktion gefragt. Da wusste ich noch gar nichts, das muss erst heute nacht passiert sein. Da war ich als braver Fahrer schon im Bett. Mark Webber und ich stehen voll und ganz
hinter unserem Team. Mal sehen, was passiert - oder nicht."

Die Meinung der Formel-1-Experten

Formel-1-Experte Niki Lauda hält die Querelen für ausgemachten Blödsinn und setzt auf die Vernunft der Beteiligten.

Marc Surer (Ex-Rennfahrer und Premiere-Experte):
"Das ist natürlich ein Paukenschlag. Die FOTA ist der FIA sehr entgegengekommen, aber Mosley ist hart geblieben. Er hat gesagt, erst einschreiben, dann reden wir nochmal. Damit hätte er die Teams in der Hand gehabt, das konnten die nicht akzeptieren. Die Teams sind ja nicht blöd und haben gesagt, das machen wir nicht mehr mit. Das ist jetzt eine Machtprobe, um zu sehen, wer der Stärkere ist, nicht ganz ohne Chance auf eine mögliche Einigung. Auf der einen Seite stehen die Hersteller mit allem, was einen großen Namen hat und allen Weltmeistern, daneben die FIA mit der herkömmlichen Formel 1. Wir werden sehen, wer den längeren Atem hat."
Niki Lauda (dreimaliger Weltmeister): "Das ist ein Riesenblödsinn, der gerade passiert. Die FIA war nicht gesprächsbereit. Im Endeffekt wollen doch alle das Gleiche, auch die Teams müssen sparen. Aber man stolpert im Detail und kann sich nicht auf eine Linie einigen. Ich hoffe, dass das Säbelrasseln der FOTA dazu führt, dass man mit Max Mosley einen Kompromiss findet."
Christian Danner (Ex-Rennfahrer und RTL-Experte): "Ich glaube, dass die Ankündigung zu einem Kompromiss führen muss und auch wird. Es geht einach nicht, dass man die Sporthoheit ad absurdum führt, nur weil einem etwas nicht passt. Das wäre ja so, als würden Fußball-Teams plötzlich sagen: Die FIFA gefällt uns nicht, wir machen das jetzt selber. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ist der Hauptschuldige, er allein hat diese Eskalation zu verantworten.“"

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