Formel 1 Spionage-Affäre

Formel 1 Spionage-Affäre

— 11.09.2007

Das erwartet Mercedes

Wird Donnerstag der schwärzeste Tag in der Geschichte des McLaren-Mercedes-Teams? Die 26 Mitlieder des FIA-Weltrates entscheiden in Paris, ob das deutsch-englische Formel-1-Team wegen der Spionage-Affäre bestraft wird oder nicht.

Seit letzter Woche ist klar: Weltmeister Alonso (26) kannte schon im März Ferrari-Internas. Wie gehen die Richter damit um? Vom WM-Ausschluss bis Punkte-Abzug ist alles drin. Gestern (10. September 2007) gab der italienische Journalist Pino Alievi von der Gazetta dello Sport zu, den Inhalt der E-Mail erfunden zu haben, die Fernando Alonso belastet. Die Existenz dieser Mail wird nicht bestritten, der richtige Inhalt wird Gegenstand der Verhandlung sein. BILD befragte Formel-1-Experten: Welche Strafe erwartet das McLaren-Mercedes-Team?

Keke Rosberg (58) – Weltmeister 1982: "Es wird auf keinen Fall einen WM-Ausschluss von McLaren-Mercedes geben. Da wären Strafmaß und Tat im Missverhältnis. Aber falls Spionage bewiesen wird, was möglich ist, werden die Fahrer nicht unbestraft bleiben. Auch wenn ich es mir nicht wünsche, aber wie will man das trennen? Die Fahrer, die Autos, das gehört alles dazu wie die anderen Angestellten ja auch." Niki Lauda (58) – Weltmeister 1975/77/84: "Mir ist nur der E-Mail-Verkehr zwischen Fernando Alonso und seinem Testfahrer de la Rosa bekannt. Wenn das der einzige Beweis ist, gibt es überhaupt keine Strafe. Dass man sich untereinander austauscht, ist normal. Wir haben uns früher auch über den Reifendruck der anderen unterhalten. Aber wenn noch mehr auf den Tisch kommt, wird es ernst." Hans-Joachim Stuck (56) – 34 Rennen: "Die FIA muss eine Strafe aussprechen. Ich gehe davon aus, dass sie Mercedes die Punkte in der Konstrukteurs-WM und somit den Titel aberkennen. Das schmerzt sehr. Du kriegst dadurch nächstes Jahr im Fahrerlager die letzte und kleinste Box. Viel Geld für die WM-Punkte ist futsch. Ich hoffe nur, dass die Fahrer die Punkte behalten. Denn die können dafür nix." Marc Surer (55), 81 Formel 1-Rennen, Kommentator bei Premiere: "Ich gehe davon aus, dass es eine harte Strafe hagelt. Die FIA hat sich mit der Urteilsbegründung im Juli selbst unter Druck gesetzt. Sie sagte, falls Beweise auftauchen, drohe der Ausschluss. Ich glaube nicht, dass diese Höchstrafe eintritt. Aber die Entscheidungen der FIA sind oft unberechenbar. Da gab es schon viele Überraschungen."

Autor: Georg Nolte

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