Formel-1-Spionage-Skandal

Formel-1-Spionage-Skandal

— 09.08.2007

Showdown am 13. September

Showdown für McLaren-Mercedes in Paris: Die WM-Entscheidung in der Formel 1 könnte bei der Berufungsverhandlung zur Spionage-Affäre fallen.

(sid) Der Automobil-Weltverband FIA platzierte die von seinem Präsidenten Max Mosley initiierte letztinstanzliche Entscheidung genau zwischen die Rennen in Monza und Spa. Alle elf Formel-1-Teams sind zur Anhörung eingeladen - schriftliche und mündliche Stellungnahmen sind ausdrücklich erwünscht. Die Silberpfeile hoffen auf einen Freispruch wie vor dem World Council der FIA. Im schlimmsten Fall droht dem überlegenen WM-Spitzenreiter sogar der Ausschluss und damit der Verlust der beiden möglichen WM-Titel. "Ich sehe nicht, wo unsere Schuld liegt, deshalb gehe ich von einem erneuten Freispruch aus. Es ist besser für alle, wenn echte Volljuristen über den Fall befinden und endlich Klarheit in der Formel 1 herrscht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Er glaubt, dass sein Team nicht für das Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters bestraft werden könne. Der suspendierte McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan war im Besitz vertraulicher Ferrari-Daten, die ihm der unzufriedene Scuderia-Angestellte Nigel Stepney zugespielt hatte. Allerdings hat McLaren-Mercedes diese Informationen nach Auffasung des World Councils vom 26. Juli 2007 nicht verwendet. Dieses Freispruch-Urteil wird speziell vom Erzrivalen Ferrari und dem noch amtierenden Konstrukteurs-Weltmeister Renault angezweifelt.

Zu spät für eine friedliche Lösung

Bei den anderen Teams hofft man vor allem, dass das ganze Spionage-Theater bald ein Ende hat. "Das schadet der Formel 1, weil der Sport nicht mehr im Mittelpunkt steht", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Zuletzt hatte McLaren-Chef Ron Dennis eine friedliche Lösung der Affäre mittels eines persönlichen Gespräches mit Ferrari-Teamchef Jean Todt angeboten, "um die Aggressivität in der Formel 1 zu beenden". Ferrari-General Todt lehnte umgehend ab: "Ich hätte es besser gefunden, wenn er diesen Vorschlag vor vier Monaten gemacht hätte. So hätten wir viel Schaden für das Image der Formel 1 und die Konsequenzen für Ferrari abwenden können." Für die Scuderia ist die Berufungsverhandlung von Paris wohl die letzte Chance, im Jahr eins nach Michael Schumacher doch noch die Titel zu gewinnen. Zwar nicht auf der Rennstrecke, aber am grünen Tisch.

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