Formel 1: Spionage-Skandal

Formel 1: Spionage-Skandal

— 09.11.2007

Jetzt Briatore und Renault unter Spionage-Verdacht

Die Formel 1 kommt nicht zur Ruhe. Nach McLaren-Mercedes droht jetzt auch Flavio Briatores Renault-Rennstall eine saftige Strafe – wieder eine Spionage-Affäre!

Verkommt die Formel 1 zum Renn-Zirkus der Spione? Die britische "Daily Mail" berichtet, dass mehrere Experten des Automobil-Weltverbands FIA im McLaren-Hauptquartier im englischen Woking waren. Zwei Tage wurden Daten und Entwicklungs-Material für den neuen McLaren-Mercedes gesichtet. Vor allem im Visier: Konstrukteurspläne und Computer-Daten. Die große Frage lautet: Wie viel Ferrari steckt im neuen Silberpfeil, mit dem Lewis Hamilton 2008 zum WM-Titel fahren soll? Doch während McLaren-Mercedes versucht, irgendwie wieder das Schmuddel-Schnüffel-Image los zu werden, ist schon der nächste Rennstall an der Reihe: Die FIA hat jetzt auch gegen Renault offiziell eine Untersuchung wegen Spionageverdachts eingeleitet. Zwischen September 2006 und Oktober 2007 sind die Franzosen angeblich im Besitz vertraulicher Daten gewesen – von McLaren-Mercedes.

Verantwortliche des Teams sollen zu einer Anhörung vor dem World Motor Sport Council der FIA am 6. Dezember in Monaco geladen werden und sich dort zu den Vorwürfen äußern. Wegen des gleichen Vergehens sind dem Rennstall McLaren-Mercedes am 13. September vom World Council alle Konstrukteurspunkte für 2007 aberkannt worden. Zudem wurde das Team mit der Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar belegt.

Es waren keine Kleinigkeiten, die da ein Ex-McLaren-Mitarbeiter als "Willkommensgeschenk" zu Renault mitbrachte. Bei den fraglichen Daten handelt es sich laut FIA um Informationen über das Layout und spezifische Abmessungen des Autos sowie um Details über das Benzinsystem, Getriebeabstufungen, die Ölkühlung, das Hydrauliksystem und eine neue Federungskomponente, die 2006 und 2007 von McLaren-Mercedes verwendet wurde. Und was macht Renault-Boss Flavio Briatore? Der schwärmte in einem Interview mit dem italienischen Fachmagazin "Autosprint" vom tollen Arbeitsklima bei Renault und der "absoluten Transparenz". Dabei geht es ihm um Fernando Alonso und dessen geplante Rückkehr zu Renault. Das Geld hat Briatore zusammen! Telekommunikationskonzern Movistar, die Bank Banco di Bilbao sowie das Versicherungs-Unternehmen Mutua Madrilena wollen 62 Millionen Euro für einen Drei-Jahres-Vertrag zur Verfügung stellen. Zum Vergleich: Bei seinen WM-Triumphen mit Renault 2005 und 2006 kassierte Alonso rund sieben Millionen im Jahr. Briatores Bedingung ist ein langfristiger Deal: "Alonso kann Renault immer noch viel geben. Aber ein Ein-Jahres-Vertrag macht keinen Sinn." Das war zunächst Alonsos Wunsch, um 2009 möglicherweise zu Ferrari zu wechseln. Das viele Geld könnte dem Spanier ein Umdenken erleichtern, aber die Spionage-Vorwürfe könnten Alonso und Renault nun stoppen.

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