Fahrer- und Teamnoten Spielberg

Fahrer- und Teamnoten Spielberg Fahrer- und Teamnoten Spielberg Fahrer- und Teamnoten Spielberg

Formel 1: Stallkrieg bei Mercedes

— 06.07.2016

Mercedes dementiert Lauda-Aussagen

Das Mercedes-Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton hinterlässt seine Spuren: Jetzt hat das Weltmeister-Team Aussagen von Niki Lauda dementiert.

Der Stallkrieg bei Mercedes macht auch vor der Führungsriege nicht halt. Heute nun hat Mercedes im Namen von Niki Lauda Aussagen des Mercedes-Formel-1-Aufsichtsrats dementiert, die der Österreicher bereits am Wochenende in Servus TV getroffen hatte.

"Lewis Hamilton hat während des Rennwochenendes in Baku in keiner Weise ein Hotelzimmer oder seinen persönlichen Fahrer-Raum an der Strecke beschädigt und Lewis Hamilton hat nicht über das Verhältnis zu seinem Teamkollegen Nico Rosberg gelogen", heißt es in der Mitteilung des Rennstalls.
Diskussion über Mercedes-Kollision: Wer ist Schuld am Silber-Crash?

Zudem lässt Mercedes wissen, dass Lauda es sehr bedauere, wenn dadurch Missverständnisse entstanden sein sollten. "Seine Aussagen wurden in einem lockeren Umfeld getätigt und verglichen damit stark aus dem Zusammenhang gerissen."

Wie lange geht das Duell bei Mercedes noch so weiter?

Lauda hatte in Servus TV verraten: "Lewis wird immer wilder, je mehr der Rosberg vorne ist. Ich war dabei, als er in Baku sein Hotelzimmer zertrümmert hat, weil er in die Mauer gefahren ist. Den Schaden hat er natürlich selbst bezahlt." Diese Aussage - getroffen in einer Live-Sendung - nimmt Mercedes nun also für Lauda zurück. Doch damit nicht genug.

Zudem ging es in der Sendung um das Verhältnis zwischen Hamilton und Rosberg. Dies hatte Hamilton in der Daily Mail als extrem positiv beschrieben  Rosberg und er hätten in ihrer gemeinsamen Wohnanlage in Monaco sogar miteinander gesprochen, erzählte er der britischen Boulevardzeitung. Hamilton: "Es läuft momentan wirklich gut mit Nico, überraschenderweise. Ich hätte nicht erwartet, dass es so sein würde. Ich schätze, das hat etwas mit dem Alter zu tun. Er ist ein Familienmensch und hat ein Kind. Er ist vermutlich erwachsener geworden, auch ich bin erwachsener und älter geworden. Der Respekt, von dem wir immer gesprochen haben, ist größer als je zuvor."
1- für Hamilton/Rosberg, 5 für Mercedes: Die Noten aus Spielberg

Laudas Kommentar in Servus TV dazu: Hamilton habe einfach nur seine Ruhe haben wollen. Deshalb habe er eben gelogen. "Da wollte er einfach irgend was erzählen. Er hat wohl darüber nachgedacht, dass alle auf ihn losgehen, wollte aber seine Ruhe und hat deshalb einen auf Weichspüler gemacht." Klar: Solche Aussagen erhielten durch den Crash der Silberfeinde in Spielberg zusätzliche Brisanz.

KOMMENTAR VON REDAKTIONSLEITERIN BIANCA GARLOFF

Mit dieser Presseaussendung stellt Mercedes seinen F1-Aufsichtsratschef bloß. Wie soll man Lauda jetzt noch ernst nehmen? Wer lügt denn nun wirklich? Etwa der Österreicher, wenn er sich in TV-Shows begibt? Oder ist es doch Lewis Hamilton, wenn er sein Verhältnis zu Nico Rosberg schönredet?

Die Formel-1-Legende wird für Aussagen abgestraft, die der Formel 1 gut tun. Ist doch super, dass der Weltmeister Emotionen zeigt, wenn er verliert! Genauso klasse, dass Niki Lauda hinter Hamiltons emotionale Fassade blickt. Das wollen die Fans sehen.

Dürfen die Silberfeinde auch weiterhin frei fahren?

Allein: Die Aktion zeigt, wie sehr Mercedes gerade am Limit ist. Dabei besteht dazu kein Grund. Im Gegenteil: Das Silberpfeil-Team macht die Formel 1 gerade wieder so richtig spannend! Dieter Zetsche und Toto Wolff, darauf sollten Sie stolz sein!

Mercedes lässt seine beiden Piloten frei fahren, weil sie es können. So überlegen ist der Silberpfeil auch in seiner dritten Saison noch. Ich kann jetzt nur hoffen, dass die Teamleitung sich nicht weiter beunruhigen lässt vom knallharten Fight ihrer beiden WM-Rivalen. Ich war schon in Spielberg der Meinung, dass Nico Rosbergs Strafe völlig unnötig war. Früher waren solche Manöver an der Tagesordnung. Das ist Racing, das wollen die Fans sehen. Aber Rosberg kann ja machen was er will: Wehrt er sich nicht, ist er ein Weichei. Wehrt er sich, fährt er unfair. Er hat keine Chance. Aber die muss er nutzen. Meine Befürchtung: Bei Mercedes ist so viel Feuer unterm Dach, dass ein weiterer Crash nicht akzeptiert wird. Dann muss einer der zwei Sternenkrieger gehen. Immerhin würde davon ein anderer Deutscher profitieren: Mercedes-Junior Pascal Wehrlein, der in Österreich mit Platz zehn und seinem ersten WM-Punkt ein starkes Wochenende hingelegt hat. Vielleicht zum genau richtigen Zeitpunkt.
Fotos: Getty Images / Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.