Die besten Bilder aus Ungarn

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Formel 1: Stallregie in Ungarn

— 04.08.2017

Mercedes hatte keine Wahl

Es war die Überraschung von Budapest: Der doppelte Platztausch bei Mercedes. AUTO BILD MOTORSPORT erklärt die vier wichtigsten Fragen dazu.

Es ist DAS Thema nach dem Großen Preis von Ungarn. Die Teamorder bei Mercedes und der Nichtangriffspakt bei Ferrari. Lewis Hamilton verlor drei Punkte, weil er seinen Platz sportlich fair an Valtteri Bottas zurück gab. Der Finne hatte ihn zuvor vorgelassen, damit Hamilton Jagd auf die Ferrari machen kann. Die blieb ohne Erfolg: Kimi Räikkönen schirmte Sebastian Vettel, der mit einem schief stehenden Lenkrad kämpfte, gegen alle Angriffe ab. AUTO BILD MOTORSPORT beantwortet die vier wichtigsten Fragen.

Hat Mercedes in Ungarn alles richtig gemacht, indem man den Platztausch wieder rückgängig machte und Hamilton so drei WM-Punkte wegnahm?
Da haben sicherlich zwei Herzen in der Brust der Mercedes-Verantwortlichen geschlagen. Fakt ist aber: Valtteri Bottas hatte Lewis Hamilton nur unter der Voraussetzung vorbeigelassen, dass dieser die Position zurückgibt, sollte er Ferrari nicht überholen können. Diese Absprache wurde so vor und während des Rennens getroffen. Dass sich Hamilton und Mercedes daran halten, solange die Möglichkeit besteht, gehört zum Teamfairplay. Bottas’ Rückstand in der WM ist nicht groß genug, als dass man ihn jetzt schon opfern darf. Und: Er hatte ja auch keine gravierenden Probleme, die eine endgültige Stallorder gerechtfertigt hätten. Mercedes und Hamilton haben mit dieser fairen Aktion Sportsgeist bewiesen und viel für ihr Image getan. Sie hatten aber auch keine andere Wahl. Denn andersrum hätte die Kritik am Team und Hamilton zu einem zumindest kleinen Imagedesaster werden können. Wer sagt, man lasse beide Fahrer sportlich fair gegeneinander antreten, muss sich dann auch an diese Ankündigung halten. Sonst wären das nur leere Versprechungen.

Toto Wolff hat auch 2017 wieder allerhand zu managen bei Mercedes

Ferrari und Mercedes zeigen beim Thema Stallregie unterschiedliche Vorgehensweisen. Warum?

Erstens hat Kimi Räikkönen im WM-Kampf keine Chance mehr auf den Titel. Logisch und vernünftig also, dass er Vettel unterstützt. Warum dem WM-Leader das Leben unnötig schwer machen? Es hätte dem gesamten Team geschadet, denn auf der Geraden wäre Räikkönen sowieso nicht vorbeigekommen. Denn da lief Vettels Ferrari problemlos. Ein Zweikampf im Kurvengeschlängel hätte Hamilton nur mehr Chancen als nötig zur Attacke verschafft. Bei Mercedes hingegen befinden sich beide Piloten mitten im WM-Kampf. Bottas hat seine Position hergegeben, damit Hamilton Jagd auf Ferrari machen kann. Damit war das Versprechen von Hamilton und dem Team verbunden, dass die Plätze zurückgetauscht werden, wenn dem Briten das nicht gelingt. Mercedes hat sich hier sportlich fair verhalten und nicht in den WM-Kampf eingegriffen. Trotzdem haben sie beiden Fahrern ermöglicht um den Sieg zu fighten. Besser geht Fairplay nicht. Und dass ein Lewis Hamilton da mitmacht, Hut ab! Allerdings wäre der Shitstorm groß gewesen, hätte er sich nicht an den Deal gehalten. Für drei Punkte den Teamfrieden und das Image aufs Spiel zu setzen, bringt aus jetziger Sicht nichts. Wenn am Ende aber drei Zähler zum Titel fehlen, mag man das anders sehen.

Wie groß ist Vettels Vorteil als Nummer-1-Fahrer?
Für Vettel ist es derzeit tatsächlich ein Vorteil, dass er sich auf die uneingeschränkte Unterstützung seines Teamkollegen verlassen kann, während Bottas und Hamilton sich bei Mercedes gegenseitig Punkte wegnehmen. Mercedes' Motto ist aber, beiden Fahrern sportlich fair gleiche Chancen zu geben. Das ist super fürs Image, birgt aber auch die Gefahr, den Titel am Ende zu verlieren. Allerdings muss man einschränken: Wenn es am Ende hart auf hart kommt und nur noch Hamilton gegen Vettel um die WM kämpfen sollte, dürfte sich auch Hamilton Bottas' Unterstützung sicher sein. Ob das auch im Falle eines Stallkrieges so wäre, darf bezweifelt werden.

Inwiefern wird das Thema Stallregie den WM-Kampf zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton beeinflussen?
Solange Bottas noch aktive WM-Chancen hat, wird Hamilton damit leben müssen, zwei Gegner zu haben. Einen bei Ferrari und einen bei Mercedes. Er selbst hat aber schon gesagt, dass das okay sei. Er wolle den Titel sportlich fair gewinnen. Nur dann habe die Meisterschaft den richtigen Wert.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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