Die besten Bilder aus Spa

Die besten Bilder aus Spa Die besten Bilder aus Spa Die besten Bilder aus Spa

Formel 1: Strafen-Irrsinn in Spa

— 28.08.2016

Alonso jubelt: Hamilton überholt!

Lewis Hamilton und Fernando Alonso bekommen in Spa 60 Strafplätze im Grid aufgebrummt. Der Spanier hat damit Jenson Button als Rekordhalter abgelöst.

Für die Belgien-Startaufstellung braucht es kein Qualifying, sondern höhere Mathematik. Gleich vier Fahrer müssen Startplatzstrafen in Kauf nehmen - und was für welche: Lewis Hamilton hat so viele Motorenteile getauscht, dass er satte 60 Startplätze nach hinten rückt, Fernando Alonso nach seinem Quali-Defekt ebenso. Marcus Ericsson muss um zehn Ränge zurück, Esteban Gutiérrez um fünf.

Alonso kann über die Strafen nur noch lachen

Der Starfen-Irrsinn in der Formel 1: Alonso findet's nur noch lustig. Nach dem Qualifying - da hielt Hamilton noch bei 55 Strafplätzen, ehe Mercedes ein weiteres Getriebesiegel brach - grinste er beim Interview, riss jubelnd beide Arme in die Höhe: "Ich bin mir sicher, dass wir erneut den Motor tauschen müssen. Damit kann ich Lewis endlich mal wieder schlagen!" Galgenhumor pur beim leidgeprüften Spanier, der in Q1 schon noch 500 Metern ausrollte, obwohl er für's Spa-Wochenende eigentlich schon einen neuen Motor im Auto hatte. Die anhaltende Honda-Misere hat auch zur Folge, dass der McLaren-Pilot nun neuer Rekordhalter bei den Starfversetzungen ist.

Alonso führt die Statistik jetzt mit exakt 200 Strafversetzungen an, gefolgt von Teamkollege Jenson Button (180). "Unsere Probleme mir der Zuverlässigkeit tun weh", gibt Alonso ehrlich zu. Der Spanier sieht aber auch das Positive, hat selbst seinen langersehnten dritten Titel bei McLaren noch nicht aufgegeben. "Die Probleme sind Teil des Entwicklungsprozesses und in gewisser Weise auch gut, weil wir daraus lernen können: Um nächstes Jahr hofftenlich einen besseren Motor zu haben, mit dem wir um den Titel kämpfen können."

Hamiltons Mechaniker hatten in Spa viel zu tun

Dass Zuverlässigkeitsprobleme und der Angriff auf den Titel sich nicht komplett ausschließen, beweist in Belgien WM-Spitzenreiter Hamilton. Er kommt in der Strafenstatistik nun schon auf den dritten Gesamtrang hinter beiden McLaren, mit insgesamt 105 Strafplätzen. Mercedes hat bei Hamilton in Spa eine Regellücke genutzt: Vor jeder Session wurden neue Motorteile ein- und wieder ausgebaut. Teile, die zu einem späteren Zeitpunkt der Saison wieder verwendet werden können. Die Strafen dafür sitzt er auf einmal ab. Die Idee dahinter: Mehr als von ganz hinten kann der Champion nicht losbrausen.

Kurios: Mercedes wollte diese Regel vor der Saison noch kippen! Nun profitiert man selbst von ihr. Seit mehr als zehn Jahren werden in der Formel 1 mittlerweile Startplatzstrafen für Motor- und Getriebewechsel ausgesprochen. Weil die Teile länger halten sollen, um die Kosten zu senken. Wer nicht mit dem Kontingent über die Runden kommt, muss im Grid nach hinten.

Wer hinten startet, hat einen langen Weg vor sich...

Dass vor Strafen aus technischen Gründen fast niemand sicher ist, zeigt die aktuelle Statistik eindrucksvoll: Hinter Alonso, Button und Hamilton folgen Daniel Ricciardo (90), Daniil Kvyat (65), Carlos Sainz (65), Kimi Räikkönen (60), Nico Rosberg (60), Sebastian Vettel (60) und Romain Grosjean (55). Max Verstappen hat schon 50 Plätze deswegen verloren, Michael Schumacher hat es mit 15 Rängen getroffen, Bruder Ralf mit 20. Noch nie betroffen waren aus dem aktuellen Fahrerfeld Pascal Wehrlein, Jolyon Palmer, Felipe Nasr und Esteban Ocon.

Und wer muss als nächstes zittern? Kimi Räikkönen fährt schon mit seinem fünften von nur fünf erlaubten kinetischem Energierückgewinnungssystem. Max Verstappen mit dem fünften Steuergerät, Marcus Ericsson und Felipe Nasr mit dem fünften Verbrennungsmotor. Favorit auf die nächste Strafversetzung ist aber einmal mehr ein McLaren: Jenson Button ist bei allen sechs Komponenten schon bei Nummer fünf angelangt.

Autoren: Michael Zeitler, Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.