Formel 1: Die besten Bilder aus Spanien

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Formel 1: Strategie-Schlacht analysiert

— 14.05.2017

So konnte Hamilton Vettel schnappen

Wie knackten Mercedes und Lewis Hamilton Ferrari-Star Sebastian Vettel am Sonntag in Barcelona? ABMS analysiert den Strategie-Thriller beim Spanien GP.

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Die Updates der Top-Teams zum Europa-Auftakt der Formel 1 haben die Spannung an der Spitze nicht verändert - ganz im Gegenteil sogar. Sebastian Vettel findet nach Platz zwei in Barcelona: „Wir waren heute absolut auf Augenhöhe mit Mercedes. Was den Speed im Rennen angeht, haben wir uns nichts geschenkt. Das hätte so oder so ausgehen können.“ 

Doch warum unterlag der Ferrari-Star trotz zwischenzeitlicher Führung am Ende Lewis Hamilton? In der Pressekonferenz nach dem Rennen wusste er das selbst noch nicht. Vettel: „Keine Ahnung, warum Lewis nach dem zweiten Stopp plötzlich da war.“ Wir erklären die drei Gründe: Valtteri Bottas, die Strategie und das virtuelle Safety-Car.

Am Start lief noch alles nach Plan für den WM-Leader

Beim Start schnappt sich Vettel zunächst die Spitze. „Dabei hatte ich genau wie Lewis neben mir durchdrehende Räder. Ich habe dann aber nochmal die Kupplung gezogen, das hat sich richtig ausgezahlt und ich konnte die entscheidenden Meter gutmachen“, so Vettel. Allein: Ein früher erster Stopp macht ihn verwundbar. Vettel fällt hinter Valtteri Bottas zurück. 

Dann wird klar: Mercedes opfert den Finnen und setzt ihn als silbernes Hindernis ein. Der Finne muss auf alten Reifen solange draußen bleiben, bis Vettel in seinem Windschatten aufkreuzt. Dann blockt er den Deutschen und kostet ihn mindestens vier Sekunden, ehe Vettel ihn niederringt. Der Ferrari-Star: „Sie haben ihn benutzt, um mich zu blocken.“

Bei Mercedes ist man nach dem Rennen überzeugt, Ferrari in einen Strategiefehler gehetzt zu haben. „Sie wussten, dass das Risiko eines Undercut besteht, weil Lewis am Anfang relativ nah dranbleiben konnte. Deswegen mussten sie gleich das erste Fenster zum Boxenstopp nehmen, sonst hätten wir's gemacht“, erklärt Silberpfeil-Sportchef Toto Wolff. 

Wie konnte Mercedes Vettel und Ferrari abfangen?

Hamilton wechselt erst in Runde 21 die Reifen - und setzt auf die härtere Medium-Mischung. Trotz des vermeintlichen Zeitnachteils auf dem langsameren Gummi-Mix verliert der Brite zunächst kaum Zeit auf Vettel - weil dieser hinter Bottas fest hängt. Als Vettel wieder freie Fahrt hat, kann der Deutsche seinen Vorsprung auf acht Sekunden ausbauen. 

Dann kommt das nächste Hindernis auf dem Weg zum Sieg: das virtuelle Safety-Car nach einem Crash zwischen Stoffel Vandoorne und Felipe Massa. Hamilton kann den Zeitverlust während der Neutralisation so weiter gering halten und seinen Stint auf den ungeliebten härteren Reifen obendrein verkürzen. Noch wichtiger: Mercedes holt ihn in der zweiten Runde unter virtuellem Gelb in die Box. Dadurch verliert er weitaus weniger Zeit für seinen Reifenwechsel als Vettel, der eine Runde später die Box ansteuert. 

Vettel konnte Hamilton nicht lange hinter sich halten

Nächstes Problem für Vettel: Bislang nur auf den weichen Reifen unterwegs, muss er sich die langsamere Medium-Mischung holen. Als er aus der Box kommt, ist Hamilton plötzlich neben ihm. Der Ferrari-Star: „Ich war überrascht ihn zu sehen, weil ich dachte, ich hätte acht Sekunden Vorsprung.“ Die beiden WM-Kontrahenten berühren sich kurz mit den Rädern, Vettel behält die Nase vorne - zunächst.

Denn sechs Runden später wird klar, dass Hamiltons Reifenvorteil zu gravierend ist. „Ich hatte zuerst noch ein-, zweimal Hilfe von Überrundeten vor mir, durch die ich ebenfalls DRS hatte. Als die aber weg und wir allein waren: keine Chance! Da ist Lewis auf der Geraden einfach an mir vorbei gezischt“, so Vettel. 

Am Ende wurde es nur Platz zwei für Sebastian Vettel

Hamilton selbst zittert im Cockpit: „Ich hatte im ersten Stint schon nach 18 Runden große Probleme mit den weichen Reifen. Am Schluss musste ich 26 Runden mit ihnen fahren. Zunächst wusste ich nicht, wie das gehen soll.“ Für Mercedes-Sportchef Toto Wolff ist das der Hamilton-Faktor. „Es brauchte eine brillante Leistung am Lenkrad und im Umgang mit den Reifen und dem Motor.“ Und einen Teamplayer als Teamkollegen…

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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