F1 in Monaco

Formel 1: Streckenspaziergang in Monaco

— 22.05.2014

Die Formel 1 ist immer noch spektakulär!

Unsere Formel-1-Reporterin Bianca Garloff machte sich in Monaco auf an die Strecke und stellte Zentimenter neben den Boliden fest: Die F1 hat nicht an Glanz verloren.

Die Formel 1 kommt im TV einfach nicht mehr rüber. Zu leise, zu unspektakulär. Die Quoten sind im Sinkflug. In den sozialen Netzwerken beschweren sich die Fans en masse über den Sound der Turbo-Motoren. Ich sage trotzdem: Kommt doch mal an die Rennstrecke und macht Euch dort ein Bild! So leise sind die neuen Hybride nämlich gar nicht. In Monaco gehe ich traditionell raus an die Strecke. Rascasse, Schwimmbad, Hafenschikane. Hier im Fürstentum kommt man so dicht ran an die Formel 1 wie nirgendwo sonst.

ABMS-Reporterin Bianca Garloff lächelt am Eingang der Schwimmbad-Sektion - doch das mulmige Gefühl mit einem dröhnenden F1-Boliden im Rücken bleibt

Meine ganz persönliche Erkenntnis: Die Formel 1 ist immer noch spektakulär! Okay, ich brauchte heute keine Ohrenstöpsel. Aber ohne die Geräuschblocker waren die Autos ähnlich laut wie im letzten Jahr mit. 110 Dezibel hat unser (nicht professionell geeichter) Lautstärkemesser registriert. Das waren mehr als erwartet. Dieser Heppenheimer Camper in Cap d’Ail hätte jedenfalls die Wette verloren. Der Hesse behauptete: „Mein Honda-Stromaggregat ist mit 89 Dezibel lauter als jeder aktuelle Formel-1-Motor.“ Nicht ganz... Insbesondere beim Beschleunigen röhrt der V6 aus tiefer Kehle. Kommentar meines Kollegen Ralf Bach: „Die kreischen jetzt nicht mehr wie eine hysterische Frau, sondern hören sich an wie echte Männer.“ Dumpf und stark.

Die Frequenz ist eine andere, aber keine schlechtere. Und nein: Durch die Häuserschluchten wird der Klang nicht verfälscht. Dazu kommt: In der Tabac-Kurve hört man jetzt sogar die Reifen quietschen. Auch das zeugt von Fahrzeugbeherrschung und Racing am Limit. Dicht dran an den Leitplanken machen die Biester immer noch Angst – zumindest in den Hochgeschwindigkeitspassagen.

Da fällt beim Knipsen fast das Handy aus der Hand: So nah wie hier kommt Nico Rosberg (Bild) auf der Strecke sonst nur Teamkollege Lewis Hamilton

In der Hafenschikane musste ich einmal kurz schlucken. Beim Runterschalten flüstert der Turbo nur noch vor sich hin. Bodenhaftung sieht ebenfalls anders aus... Übrigens: Auch akustisch fährt der Mercedes vorneweg. Das perfekte Zusammenspiel von V6-Turbo und Elektromotoren kann man hören. Der Antrieb schnurrt – insbesondere im Werksauto – nur so vor sich hin. Etwas lauter aber nicht weniger harmonisch brummt der Renault. Der Ferrari? Naja. Der erinnerte mich an Spanien 1996, als Michael Schumacher mit acht statt zehn Zylindern im Regen zu seinem ersten Ferrari-Sieg fuhr.

Schlussfolgerung meines Streckenspaziergangs: Die Verantwortlichen sollten die Finger von Megaphonen und Lautsprechern lassen. Stattdessen muss Bernie Ecclestones FOM-TV die Mikrofone dort platzieren, wo die Fahrer Gas geben – und sie sensibler ausrichten. Damit auch die Zuschauer zu Hause in den Genuss des neuen Formel-1-Klangs kommen.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: BG

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.