Formel-1-Saison 2009, Ferrari droht mit Ausstieg

Formel 1: Team-Budgets für 2010

— 13.05.2009

Ferrari droht mit Ausstieg

Der Streit um das Formel-1-Reglement für die Saison 2010 eskaliert. Nach Beratungen des Ferrari-Vorstandes droht die Scuderia mit dem Ausstieg aus der Formel 1.

Der Ton wird schärfer: Vor dem möglicherweise entscheidenden Gespräch mit FIA-Chef Max Mosley hat Ferrari im Streit um die Budgetobergrenze einen Ausstieg aus der Formel 1 im nächsten Jahr angekündigt. "Wenn die beschlossenen Regeln für 2010 nicht geändert werden, dann beabsichtigt Ferrari nicht, seine Autos in der nächsten Formel-1-Weltmeisterschaft einzusetzen", teilte Ferrari nach einer Vorstandssitzung in einem Statement in Maranello mit. Ferrari vertraut dabei auch auf die Rückendeckung durch die Fans. Man gehe davon aus, dass die Ferraristi weltweit Verständnis für die "schmerzhafte Wahl" haben werden. Als einziger Rennstall ist die Scuderia seit 1950 ununterbrochen in der Formel 1 dabei. In der FIA-Zentrale in Paris wurde die Drohung des bekanntesten und erfolgreichsten Teams der Königsklasse hingegen gelassen aufgenommen. "Im Prinzip gibt es jetzt das schriftlich, was sie uns vorher schon mündlich mitgeteilt haben", äußerte sich ein FIA-Sprecher in Paris.

BMW-Sauber-Chef Mario Theissen befürchtet durch die Einführung von Budget-Grenzen eine Zweiklassen-Gesellschaft in der Formel 1.

Ende April hatte der Weltrat der FIA entschieden, 2010 eine freiwillige Obergrenze für die Budgets der Formel-1-Teams einzuführen. Die Rennställe, die mit maximal 45 Millionen Euro im Jahr auskommen, sollen im Gegenzug große Freiheiten bei der Aerodynamik und der Motorenleistung ihrer Autos erhalten. Die Teams, die auch in Zukunft mehr investieren wollen, müssen ohne diese technischen Zugeständnisse des neuen Regelwerks auskommen. Neben Ferrari hatten auch BMW-Sauber, Toyota und Red Bull, deren Jahresetat sich auf bis zu 250 Millionen Euro beläuft, diese Vorschläge abgelehnt und ebenfalls einen Ausstieg aus der Formel 1 nicht ausgeschlossen. Sie befürchten eine "Zweiklassengesellschaft", wie BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erklärte. Die Einschreibefrist für die Saison 2010 beginnt am 22. Mai 2009 und beträgt sieben Tage. In London wollen sich aber in dieser Woche die Teamvereinigung FOTA unter Führung von Ferrari-Boss Luca di Montezemolo und FIA-Chef Max Mosley zu Beratungen zusammen setzen.

Zur Not auch ohne Ferrari

FIA-Präsident Mosley macht mächtig Druck. Er will die Etat-Grenzen und nimmt notfalls auch eine Formel 1 ohne Ferrari in Kauf.

"Es wäre sehr, sehr schade Ferrari zu verlieren", hatte Mosley Anfang Mai zugegeben, im gleichen Atemzug aber auch erklärt: "Der Sport könnte auch ohne Ferrari überleben." Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso hält eine Formel 1 ohne Ferrari dagegen für "unmöglich". Mosley will, dass die Teams angesichts der Wirtschaftskrise und der immer weiter steigenden Ausgaben der Formel-1-Rennställe die Kosten radikal senken. Durch das neue Regelwerk will er auch neuen Teams den Einstieg in die Königsklasse erleichtern. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda unterstützt Mosley in diesem Bestreben: "Die Budgetgrenze von 45 Millionen Euro ist das Vernünftigste, was ich je in meinem Leben gehört habe. Alle Teams haben darum gebeten. Und jetzt ist Ferrari plötzlich dagegen. Das ist völlig bescheuert", sagte der Österreicher "sportbild.de".

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