Formel 1

Formel 1: Technik-Trick

— 11.01.2017

Red Bull nicht eingebremst

Red Bull und Mercedes dürfen 2017 weiterhin ihre Technik-Kniffs verwenden. Eine Anfrage von Ferrari lief dagegen ins Leere. Wir erklären den Technik-Trick.

Formel-1-Fahrzeuge sind schnell – und damit aerodynamisch heikel. Sie liefern nur dann den perfekten Abtrieb, wenn sie auch optimal von der Luft angeströmt werden. Bei Fahrten über Unebenheiten oder durch Kurven ist das aber nicht mehr der Fall, Abtrieb geht verloren, der Fahrer muss vom Gas gehen, die Reifen verschleißen mehr.

Doch über die Jahre haben die findigen Techniker an Lösungen für dieses Problem gearbeitet. Williams preschte 1992 und 1993 mit einer aktiven Aufhängung vor. In einem Programm wurden quasi im Vorfeld die Unebenheiten und Kurvenneigungen einer Runde eingespeichert, die Radaufhängung bewegte sich dem anpassend elektronisch in eine andere Position. Doch dieser Spuck wurde bald verboten.

Dr. Helmut Marko hat gut lachen

Dann versuchten es die Teams hydraulisch. Wieder verbot der Automobilweltverband nach dem Ungarn-GP 2014 das so genannte FRIC-System (Front-to-Read-Inter-Connect). Wie der Name verrät wurden Front- und Hinterachse hydraulisch miteinander verbunden und perfekt aufeinander ausgerichtet.

Mercedes und Red Bull haben nun eine dritte Möglichkeit gefunden, wie sie das Fahrwerk gut ausrichten. Ferrari fragte im Winter beim FIA-Technikchef Charlie Whiting an, was legal und was nicht regelkonform ist. Die Ferrari-Version, die die Bewegungsenergie gespeichert hat und über spezielle Federwege an passenden Stellen an ein drittes Aufhängungselement wieder abgegeben hätte, wird als illegal eingestuft. Sie verstoße gegen Artikel 3.15 des Technischen Reglements, wonach keine beweglichen aerodynamischen Elemente am Fahrzeug verbaut sein dürfen.

Doch Mercedes und Red Bull dürfen sich trotzdem freuen: Ihre Systeme bleiben legal. In SPORT BILD erklärt Dr. Helmut Marko, Berater bei Red Bull: „Es soll nicht zu 100% ausgeschöpft werden, darf aber weiter verwendet werden.“ Genauer: Red Bull und Mercedes speichern die Bewegungsenergie nicht, sondern leiten sie nur von einer Seite auf die andere weiter. Das ist gestattet, nachdem das Bemühen von kleineren Teams im September, diesen Kniff zu verbieten, wegen fehlender Einstimmigkeit unter den Teams abgeschmettert wurde.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images

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