Formel-1-Test in Jerez

Formel-1-Test in Jerez

— 15.02.2010

Vettel und Schumi sind optimistisch

Beim Test in Jerez waren erstmals alle sechs deutschen F1-Piloten am Start. Sowohl Michael Schumacher als auch Sebastian Vettel sind sich sicher, dass sie mit ihren Teams 2010 um die Spitze kämpfen. Ein Fazit.

Die Kräfteverteilung in der Formel 1 ist noch immer unklar. Zwei Regentage beim Test in Jerez lassen kaum Rückschlüsse auf die wahren Kräfteverhältnisse zu. Dazu kommt: Die Teams fahren mit völlig unterschiedlichen Benzinmengen an Bord. Und da die Tanks wegen des Nachtankverbots 2010 doppelt so groß sind wie 2009, liegen zwischen vollgetanktem und leerem Auto bis zu sechs Sekunden. Rekordweltmeister Michael Schumacher ist dennoch sicher: "Für mich sieht es derzeit so aus, dass die erwarteten vier Teams – wir, Ferrari, Red Bull, McLaren – vorne sind, aber auch Sauber wirkt bis jetzt sehr stark." Vizeweltmeister Sebastian Vettel pflichtet seinem Landsmann bei: "An der Spitze ist es sehr eng. Es gibt dort vier Teams. Neben uns auch noch Ferrari, Mercedes und McLaren." Der Heppenheimer weiß jedoch: "In den kommenden Wochen werden die Autos sicherlich noch einmal deutlich modifiziert und erhalten neue Teile – sowohl bei uns, als auch bei den anderen. Da wird man dann sehen, wer einen großen und einen kleineren Schritt macht." Den ersten Schritt haben alle sechs deutschen Formel-1-Profis mit den ersten Tests bereits hinter sich gebracht. autobildmotorsport.de hat sie begleitet.

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Beim Race of Champions 2009 waren Schumacher und Vettel ein Team, jetzt kämpfen sie gegeneinander.

Michael Schumacher: "Ich glaube der alte Schumacher ist wieder aus der Kiste gesprungen. Der ist wieder voll da." So analysierte Michael Schumacher seinen Test in Jerez. Der Rekordweltmeister hatte Glück: An den Tagen, als er im Auto saß, blieb es trocken. Schumachers Fazit: "Ich gehe davon aus, dass wir ein Paket haben, das übers Jahr hinweg um die WM kämpfen wird." Noch kämpft Schumacher allerdings mit einem lästigen Untersteuern seines Mercedes GP W01. Doch der Kerpener bewahrt Ruhe: "Zum Ende dieser Testwoche können wir sagen, dass das Auto einen guten Eindruck macht."
Sebastian Vettel: In Jerez spielte er Fußball in der Box und beobachtete die Konkurrenz an der Strecke. Vettel geht extrem locker in die neue Saison. "Wir sind in guter Form", sagt Teamchef Christian Horner ungefragt zu autobildmotorsport.de. Vettel selbst hat ebenfalls "ein gutes Bauchgefühl." Der amtierende Vizeweltmeister verrät: "Wir hatten keine Probleme und in Bezug auf die Balance fühlte sich das Fahrzeug so an wie im vergangenen Jahr."

Mercedes-GP-Pilot Rosberg absolvierte beide Testtage im Regen

Adrian Sutil bei seinem ersten Test im spanischen Jerez.

Nico Rosberg: Rosberg fuhr am Mittwoch und Freitag, Donnerstag und Samstag Teamkollege Michael Schumacher. Am Donnerstag setzte Rosberg die Bestzeit. "Das ist zwar gut, aber wichtiger ist, wenn wir unser Testprogramm durchziehen können." Das war an Rosbergs beiden Einsatztagen wegen starker Regenschauer kaum möglich. Trotzdem ist er optimistisch: "Wir werden gut gerüstet zum Saisonauftakt nach Bahrain fahren. Keine Frage. Auf den wenigen trockenen Runden fühlte ich mich wohl im Auto und konnte richtig pushen."
Adrian Sutil: Der neue Force India VJM03 schließt dort an, wo der alte aufhörte: im vorderen Mittelfeld. Nach den ersten beiden Testtagen stellte die Konkurrenz bei Williams verblüfft fest: "Force India scheint schnell zu sein." Sutil will das nicht dementieren. "Ich weiß", sagt er selbstbewusst und verrät: "Im Vergleich zu Bahrain 2009 sind wir zwei Sekunden schneller. Im Vergleich zum Saisonende des vergangenen Jahres 1,5 Sekunden." Und er betont: "Unser Auto hat einige sehr interessante Details, die mir gut gefallen. Das konnte ich bisher noch nie von einem meiner Autos sagen."

Anlaufschwierigkeiten bei Virgin

Timo Glock: Ernüchterung beim Odenwälder. Sein ausschließlich am Computer entwickelter Virgin VR01 fiel gleich am ersten richtigen Testtag auseinander. Glock rumpelte hart über den Randstein, bevor sein Frontflügel brach. Weil Ersatzteile fehlten, musste das neue Team einen ganzen Testtag opfern. Am Ende hatte er fast acht Sekunden Rückstand auf die Spitze. Glock hatte auf 2,5 Sekunden gehofft. Aufatmen deshalb am letzten Testtag: Da lag Teamkollege Lucas di Grassi "nur" 3,3 Sekunden hinter der Spitze. Dafür hatte Glock viel Zeit zum Fitnesstraining. Die verpassten Testkilometer holte er mit dem Rennrad nach. Glock zu autobildmotorsport.de: "Probleme sind dazu da, sie anzupacken."
Nico Hülkenberg: An jedem Testtag um Punkt 19 Uhr greift F1-Neuling Nico Hülkenberg zum Hörer und wählt folgende Nummer: 004477677447XXX. Am anderen Ende meldet sich dann Sir Frank Williams, sein Chef. Hülkenberg: "Frank erwartet jeden Tag, dass ich ihm Bericht erstatte vom Testtag. Ich bin immer ehrlich, weil Frank die Wahrheit hören will. Und ich kann im Moment nur sagen: Wir sind zufrieden mit unserem Auto, der Cosworth-Motor funktioniert prächtig. Besonders von der Fahrbarkeit bin ich angetan."
Rundenzeiten F1-Test in Jerez, kommuliert
Pos. Fahrer Zeit Abstand Rdn. Distanz
1 Lewis Hamilton 1:19.583 -.--- 181 801,468
McLaren-Mercedes
2 Jaime Alguersuari 1:19.919 +0.336 174 770,472
Toro Rosso
3 Kamui Kobayashi 1:19.950 +0.367 158 699,624
BMW Sauber
4 Sebastien Buemi 1:20.026 +0.443 205 907,740
Toro Rosso
5 Adrian Sutil 1:20.180 +0.597 132 584,496
Force India
6 Rubens Barrichello 1:20.341 +0.758 210 929,880
Williams
7 Robert Kubica 1:20.358 +0.775 188 832,464
Renault
8 Michael Schumacher 1:20.613 +1.030 208 921,024
Mercedes GP
9 Jenson Button 1:20.618 +1.035 151 668,628
McLaren-Mercedes
10 Nico Hülkenberg 1:20.629 +1.046 185 819,180
Williams
11 Pedro de la Rosa 1:20.736 +1.153 163 721,764
BMW Sauber
12 Vitantonio Liuzzi 1:20.754 +1.171 151 668,628
Force India
13 Nico Rosberg 1:20.927 +1.344 110 487,080
Mercedes GP
14 Sebastian Vettel 1:21.203 +1.620 149 659,772
Red Bull
15 Fernando Alonso 1:21.424 +1.841 217 960,876
Ferrari
16 Felipe Massa 1:21.485 +1.902 232 1.027,296
Ferrari
17 Vitaly Petrov 1:22.000 +2.417 95 420,660
Renault
18 Mark Webber 1:22.043 +2.460 149 659,772
Red Bull
19 Lucas di Grassi 1:22.912 +3.329 71 314,388
Virgin Racing
20 Timo Glock 1:29.964 +10.381 16 70,848
Virgin Racing

Autor: Bianca Garloff

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