Formel-1-Tests 2009 Barcelona

Formel-1-Tests 2009 Barcelona, Tag 2

— 11.03.2009

Ferrari und Brawn überzeugen

Am zweiten Tag der Formel-1-Testfahrten von Barcelona konnte endlich mal Kimi Räikkönen die Bestzeit markieren. Auch der Brawn-Mercedes bot wieder eine überzeugende Leistung – während andere Teams Probleme hatten.

Auch am Dienstag (11. März 2009) strahlten die Teammitglieder des neuen Formel-1-Teams Brawn Racing erneut mit der Sonne um die Wette – die Stimmung war bestens in Spanien. Der Grund: Auch Rubens Barrichello kam mit dem neuen BGP001 auf Anhieb gut zurecht und konnte die Rundenzeit seines Teamkollegen Jenson Button vom Vortag sogar noch einmal verbessern. Der Brasilianer beendete den Testtag in 1:20.966 Minuten auf dem dritten Rang. Einzig am Vormittag gab es ein kleines technisches Problem, als Barrichello am Ende der Boxengasse ausrollte. Allerdings ließ sich die Brawn-Mannschaft nicht lange aufhalten. Der Neuwagen wurde rückwärts zurück in die Box geschoben, es folgte eine kurze Reparatur – und anschließend konnte Barrichello problemlose 111 Runden abspulen. Die Getriebeprobleme vom Vortag waren bei der neuen Mannschaft aus Brackley heute kein Thema mehr.

Räikkönen brachte die Boxencrew ins Schwitzen

Üben, üben, üben! In der neuen Saison will Ferrari mit perfekten Boxenstopps die Desaster von 2008 vermeiden.

Am schnellsten war Kimi Räikkönen (1:20.314 Minuten/55 Runden). Der Finne absolvierte am Vormittag viele Boxenstopp-Übungen und brachte die Ferrari-Crew mächtig ins Schwitzen. Immer wieder mussten die Mechaniker zum Reifenwechsel und Tanken antreten. Später fuhr man Aerodynamikversuche mit einem veränderten Heckflügel, und auch neue Radkappen waren am F60 zu erkennen.
David Coulthard hatte sich an der Boxenmauer platziert und verfolgte die Testarbeit seines Ex-Teamkollegen Mark Webber (5./1:21.347/66) mit dem Red Bull RB5. Doch die Mannschaft hatte heute erneut technische Sorgen. Am Vormittag rollte der Australier auf der Strecke aus und verursachte ein von vier Rotphasen des Tages. Am Mittwoch soll Sebastien Vettel die Arbeit wieder übernehmen. Angeblich soll der RB5 einen ganz neuen Unterboden verpasst bekommen.

Toyota mit Rennsimulation – BMW mit Haiflosse – Williams mit Ohren

Der Toyota TF109 absolvierte mit Jarno Trulli problemlos 121 Runden und lieferte die viertschnellste Zeit ab.

Bei Toyota ging die solide Testarbeit mit dem TF109 wie gewohnt voran. Jarno Trulli (4./1:21.182/121) absolvierte einmal mehr eine Rennsimulation ohne irgendwelche Zwischenfälle. Auch Nick Heidfeld (6./1:21.615/127) spulte viele Kilometer ab. Am BMW Sauber F1.09 war heute erstmals eine große Haifischflosse zu erkennen. Das Element hatte fast das Ausmaß, wie man es beim Red Bull phasenweise im Einsatz hatte.
Stark unterwegs war Kazuki Nakajima (2./1:20.907/66). Der Japaner war zwar schnell, wurde aber nicht von technischen Problemen verschont. Am Nachmittag musste Nakajima den FW31 am Streckenrand parken. Über den Ausfallgrund ist nichts bekannt. Auffällig jedoch: Am ersten Testtag hatte man sich zeitweise von den auffälligen "Ohren" am Cockpitrand verabschiedet, heute schon feierten die Aerodynamikteile ihr Comeback.

Pechvogel des Tages: Sébastien Bourdais

Adrian Sutil (7./1:21.834/82) fuhr am zweiten Testtag stabile Runden auf recht solidem Niveau, und Fernando Alonso (8./1:21.937/111) wurde im Renault R29 wieder zum Dauerläufer. Bei McLaren-Mercedes gab es in Bezug auf Rundenzeiten erneut keine großen Fortschritte zu erkennen. Heikki Kovalainen (9./1:21.991/88) experimentierte weiter mit der Aerodynamik. Phasenweise besprühte man die seitlichen Finnen, wie schon bei den Tests von Jerez, mit Farbe, um an deren Verlauf das Luftströmungsverhalten erkennbar zu machen.
Der große Pechvogel des Tages war Sébastien Bourdais (10./1:23.039). Der Franzose kam mit dem Toro Rosso STR4 heute nur wenige Kilometer weit. Der Neuwagen streikte bereits nach 14 Runden, es folgte eine lange Wartephase. Angeblich hatten die Italiener Probleme mit der Aufhängung. Am Nachmittag saß überraschend bereits Sébastien Buemi im Cockpit. Der Schweizer absolvierte aber nur eine erste Installations- und fünf weitere Runden. Für ihn beginnt die Arbeit im STR-04 am dritten Tag der Formel-1-Tests von Barcelona erst richtig.

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