Sebastian Vettel

Formel 1: Testtag 3 in Jerez

— 31.01.2014

Red Bull im Rauch

Die Kinderkrankheiten des neuen Red Bull scheinen die Ausmaße eines schwereren Virus' anzunehmen. Auch am dritten Testtag in Jerez geht so gut wie nichts. Die Konkurrenten machen es besser und genießen das.

(dpa) Sebastian Vettels oberster Boss ließ sich das Lachen nicht verderben. Gut gelaunt saß der milliardenschwere Rennstall-Besitzer Dietrich Mateschitz unter anderem mit Teamchef Christian Horner zur späten Mittagszeit im Motorhome zusammen. Auf die Strecke im südspanischen Jerez de la Frontera brauchte er ja nicht blicken: Auch am dritten Tag stand der neue Formel-1-Bolide von Red Bull die meiste Zeit hinter verschlossenen Türen in der Garage. Das Testdesaster setzte sich am Donnerstag (30. Januar 2014) fort. Neuzugang Daniel Ricciardo hatte sich so auf seine Auftaktrunden im RB10 gefreut. Weit kam er aber schon bei seiner ersten Ausfahrt mit drei Stunden Verspätung auf dem 4,428 Kilometer langen Kurs nicht. Mit rauchendem Heck musste der 24 Jahre alte Australier den Wagen um 12 Uhr mittags abstellen.

Formel-1-Autos 2014: Das ändert sich

Williams Mercedes FW36 Williams Mercedes FW36 Williams Mercedes FW36

Galgenhumor bei Red Bull

Immer noch entspannt: Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz mit Teamchef Christian Horner und Fahrer Daniel Ricciardo.

High Noon ist bei dem österreichischen Rennstall nach außen aber noch nicht. Bei Twitter postete das Team ein Foto eines Kinder-Autos vor einer Rolltreppe und schrieb: "Wir sollten vielleicht mit dem Rod Bell heut' Nachmittag raus, willst du mitfahren?" Wohl Galgenhumor. Die Probleme am neuen Auto erscheinen überhaupt nicht witzig. Teamkollege und Titelverteidiger Sebastian Vettel hatte an seinen beiden Einsatztagen zuvor nur elf Runden geschafft. Neben einer falsch montierten Feder hatten Probleme am Hybridsystem ERS von Lieferant Renault für die langen Zwangspausen gesorgt. An beiden Tagen war Rauch aus dem Wagen aufgestiegen. So wie es auch Ricciardo erging. Zwei Stunden vor Ende des dritten Testtages hatte es der Neuzugang auf drei Runden gebracht, keine davon auf Zeit. So wie Vettel am Vortag zierte Ricciardo das Ende im Klassement.

Hamilton crasht Mercedes F1 W05

Lewis Hamilton crasht seinen neuen Mercedes F1 W05 in Jerez Lewis Hamilton crasht seinen neuen Mercedes F1 W05 in Jerez Lewis Hamilton crasht seinen neuen Mercedes F1 W05 in Jerez

Kimi Räikkönen spulte nach vorherigen Problemen reichlich Kilometer ab.

Umso bitterer für Red Bull, deren Verantwortliche nach außen die Fassung wahren. "Ich würde sagen, wir sitzen so ziemlich alle im selben Boot", sagte Horner am Abend vor Ricciardos Einsatz in einem Interview auf der Formel-1-Homepage. Das dürften die Verfolger aber anders sehen. Genüsslich stellte Ferrari noch vor Ende von Tag drei fest: "Auch wenn es langweilig klingt", zumindest was die Scuderia betreffe, verlaufe alles wie an den beiden Tage vorher. "Sprich wir hatten einen guten Start." So wie zunächst bei Rückkehrer Kimi Räikkönen gab es auch bei Fernando Alonso bis auf einen Stehenbleiber am Vormittag keine sichtlich größeren Probleme am F14T.

Mercedes ist voll im Plan

Lewis Hamilton hatte schnell 45 Runden abgespult und ließ dann auf sich warten.

Auch Mercedes setzte sein Programm erstmal wie geplant um. Lewis Hamilton hatte schnell 45 Runden abgespult. Am Nachmittag ließ er dann auch zunächst auf sich warten. Wie am Vortag führte bis 120 Minuten vor Schluss Jenson Button das Klassement an. Er hatte bereits bei seinem zusätzlichen morgendlichen Einsatz, nachdem der neue McLaren am Auftakttag noch stillgestanden hatte, die schnellste Runde auf dem ehemaligen Grand-Prix-Kurs gedreht. Grund zur Freude hatten also eigentlich andere als der momentan schwer strauchelnde Branchenführer Red Bull.

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