Jean Todt & Sebastian Vettel

Formel 1: Todt rügt Kritiker Vettel

— 03.04.2014

Beschwerdebrief vom Präsidenten

Nach seiner Kritik an der neuen Formel 1 bekam Sebastian Vettel Post von höchster Stelle: FIA-Präsident Jean Todt höchstpersönlich meldete sich beim Deutschen.

Er redet Klartext – und muss sich dafür rechtfertigen! AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: FIA-Präsident Jean Todt höchstpersönlich hat Sebastian Vettel für seine offene Kritik an den neuen Formel-1-Regeln in einem persönlichen Brief ermahnt. Vettel bekam den Beschwerdebrief schon in Malaysia, nachdem er den Sound der neuen V6-Motoren als „shit“ bezeichnet hatte.

Harte Wortwahl missfiel

AUTO BILD MOTORSPORT kennt den Inhalt des Schreibens. Kritik sei in Maßen erlaubt, Todt missfiel aber die harte Wortwahl des Vierfach-Weltmeisters, mit der Vettel dem Image der FIA und der Formel 1 schaden würde. Am Ende des Briefes schlug Todt mit seinem Mont-Blanc-Füller handschriftlich ein Treffen am Rande des GP in Bahrain vor, den der ehemalige Ferrari-Teamchef an diesem Wochenende besucht.

Autos müssen Biester sein

Mag bei der neuen F1 gar nicht mehr hinschauen... vor allem aber nicht hinhören: Sebastian Vettel (25)

Vettel wurde heute in seiner Presserunde auf die Kritik an seiner Kritik angesprochen. „Es ist nicht gut, wenn man anfängt, sich zu verstellen“, rechtfertigte sich der Champion. Zur Fachzeitschrift AUTO BILD MOTORSPORT sagte er außerdem: "Ich stehe dazu, dass ich ein Fan der alten Formel 1 bin. Die Autos müssen Biester sein, die uns Fahrern Respekt einjagen und gezähmt werden müssen. Das ist leider nicht mehr so.“ Aber Vettel räumte auch ein, „dass ich die neuen Regeln kritisiere, heißt doch nicht, dass ich keinen Spaß mehr an der Formel 1 habe. Wir fahren hier immer noch mit den besten Autos der Welt gegen die besten Autos der Welt. Im Moment klingen sie vielleicht nicht so toll, aber die Formel 1 ist immer noch die Königsklasse des Motorsports."

Lob von Hill

Aus den Reihen der Formel-1-Experten bekommt Vettel sogar Lob für seine offenen Worte. Damon Hill, Weltmeister von 1996: „Egal, ob man ihm zustimmt oder nicht. Sebastian hat eine Meinung und artikuliert die auch. Dabei finde ich besonders gut, dass er sogar das Risiko eingeht, man könnte ihn als schlechten Verlierer bezeichnen.“

Umfragewerte katastrophal

Der Umgang mit der Kritik an der neuen Formel 1 war bereits in Malaysia ein Thema. Unter anderem haben sich – initiiert von McLaren – fast alle Pressesprecher getroffen, um über kommunikative Maßnahmen zu beraten, mit deren Hilfe man der Formel 1 wieder positive Schlagzeilen bescheren kann. Eine Ferrari-Fanumfrage hat indes ergeben, dass 78 Prozent der Teilnehmer die neue Formel 1 nicht mehr mögen. Nur 22 Prozent der Fans stehen ihr positiv gegenüber.  An diesem Wochenende soll es in Bahrain zum Krisengipfel zwischen FIA-Präsident Jean Todt, Chefvermarkter Bernie Ecclestone und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo kommen.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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