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Formel 1: Training vorzeitig abgebrochen

— 10.10.2015

Schwerer Unfall von Carlos Sainz Jr.

Nach einem schweren Unfall von Carlos Sainz Jr. wurde das Abschlusstraining der Formel 1 beim Großen Preis von Russland in Sotschi vorzeitig abgebrochen.

Schrecksekunde im Abschlusstraining der Formel 1 zum Russland Grand Prix in Sotschi: Carlos Sainz Jr. raste mit seinem Toro Rosso gut 25 Minuten vor dem Ende der Session an einer der schnellsten Stellen des Kurses unter die Sicherheitsbarrieren. Die bangen Blicke in der Box seines Teams ließen zunächst nichts Gutes vermuten, der Schock stand den Mechanikern und Teamverantwortlichen ins Gesicht geschrieben. „Ist er okay? Es sieht wie ein großer (Unfall) aus”, funkte auch Sainz’ Teamgefährte Max Verstappen an den Kommandostand. Das Team antwortete, es wisse nichts Genaues, weil der Datenkontakt zum Auto verloren gegangen sein.

Bergung dauert lange

Die Sekunden vor dem Unfall: Sainz verliert beim Bremsen die Kontrolle und schlägt in die Mauer ein

Ungewöhnlich lange dauerten auch die Bergungsarbeiten an der Unfallstelle in Kurve 13. Während in der Anbremszone Trümmerteile verteilt lagen, steckte der Bolide des Spaniers tief unter den Sicherheitsbarrieren, die sich über Sainz’ Auto stapelten und den Fahrer darunter eingeschlossen hatten. Nachdem der Streckenarzt zur Unfallstelle geeilt war, begannen mit mehreren Kränen die Aufräumarbeiten, um Sainz’ bergen zu können. Als dieser schließlich aus dem Wrack geholt wurde, gab es endlich die erste leichte Entwarnung für alle: Sainz war bei Bewusstsein und hob den Daumen, als er auf einer Trage in einen Krankenwagen gehoben und ins Streckenhospital gebracht wurde.

Langsam sickerten dann weitere Informationen zum Unfall durch und erstmals wurde auch eine Wiederholung des Abfluges im Fernsehen gezeigt. „Carlos hat das Auto beim Bremsen verloren“, bestätigte auch Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost die Eindrücke der TV-Bilder. Bei hohem Tempo war Sainz links abgebogen und hart in die Mauer eingeschlagen, ehe sein Auto durch die Auslaufzone und unter die Barrieren rutschte, wo der zweite heftige Einschlag folgte. „Den Grund für den Unfall müssen wir erst herausfinden, dazu brauchen wir die genauen Daten, wenn das Auto zurück an der Box ist“, sagte Tost und fügte hinzu: „Es sah aber nicht so aus, wie wenn etwas am Auto gebrochen ist.“

Mit dem Hubschrauber ins Hospital

Erschreckendes Bild von der Unfallstelle: Sainz' Toro Rosso steckt tief in der Bande, der Fahrer ist gefangen

Während Sainz mit einem Hubschrauber zu genaueren Untersuchungen in ein Krankenhaus geflogen wurde, gab die FIA weitere Entwarnung und bestätigte, dass zunächst keine Signale für schwerere Verletzungen festgestellt werden konnten. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko sagte: „Carlos ist bei Bewusstsein und kann Antworten.“ Auch Sainz’ Manager zeigte sich vor dem Streckenhospital kurz der Presse und gab mit einen Daumen nach oben Entwarnung. Ob sein Schützling allerdings im Qualifying und Rennen am Sonntag antreten kann, ist mehr als fraglich. „Er ist jetzt bei den Ärzten und wir müssen schauen, ob er an diesem Wochenende noch weitermachen kann“, erklärte Tost.

Für das Team besteht nur noch vor dem Beginn des Qualifyings die Möglichkeit, einen Ersatzfahrer zu benennen. Da zwischen dem Abschlusstraining und der Jagd um die Startplätze jedoch nur zwei Stunden liegen, Sainz im Krankenhaus und sein Auto beschädigt ist, und ein möglicher Ersatzmann auf null Kilometer Vorbereitung auf dem Kurs kommen würde, ist dieses Szenario jedoch als unwahrscheinlich einzustufen. Auch für die übrigen Piloten im Feld hatte der Abflug aber weitreichende Konsequenzen bei ihrer Renn- und Qualifying-Vorbeitung, denn die Formel 1 kommt an diesem Wochenende einfach nicht zum Fahren.

Rosberg mit der Bestzeit

Abtransport: Sainz wird nach seinem heftigen Unfall auf einer Trage in den Krankenwagen geschoben

Nachdem bereits das erste Training am Freitag, wegen auf der Strecke ausgelaufenem Diesel von einem Reinigungsfahrzeug, um eine halbe Stunde verkürzt worden und auf der anschließend rutschigen Strecke wenig gewinnbringend für die Teams war, fiel wegen starker Regenfälle auch die zweite Session ins Wasser. Somit herrschte in dem auf eine Stunde angesetzten Training am Samstagvormittag auf der Piste reges Treiben, welches der Sainz-Unfall 25 Minuten vor Schluss abermals jäh beendete. Nach dem Abflug des Spaniers kam die Rote Flagge heraus, die Sitzung wurde anschließend ganz abgebrochen. Die schnellste Runde hatte zu diesem Zeitpunkt Nico Rosberg im Mercedes gedreht, vor Valtteri Bottas (Williams) und Teamkollege Lewis Hamilton. Sebastian Vettel kam im Ferrari nur auf die 16. Position.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / Twitter

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