Die Formel 1-Stars als Fußball Elf

Formel 1: Transferkarussell nimmt Fahrt auf

20-Millionen-Angebot für Ricciardo

Heißer Transferpoker in der Formel 1. Daniel Ricciardo hat von einem Top-Team ein lukratives Angebot bekommen.
Wenn es um Daniel Ricciardo (28) geht, dann streiten sogar Freunde. Red-Bull-­Chef­berater Helmut Marko (75) glaubt im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT: „Unser Daniel Ricciardo ist gerade die Königs­figur auf dem Transfermarkt. McLaren bietet ihm jede Woche mehr, aber besonders gewisse Leute bei Mercedes wollen ihn unbedingt im Team haben.“ Mercedes-F1-Aufsichtsratschef Niki Lauda (69), mit seinem Landsmann Marko eng verbunden, hält dagegen: „Er hat bei uns keine Chance.“ Marko kontert: „Toto Wolff will ihn aber.“ Lauda barsch: „Ich bin der Chef und ­habe das Sagen.“
Das kleine Streitgespräch zeigt: Es geht gerade heiß her auf dem Transfermarkt der Königsklasse. Ricciardos Vertrag läuft nach dieser Saison aus. Sein Sieg in Monaco hat ihn noch begehrter gemacht. Der Australier gilt nicht nur als einer der besten Piloten im Feld – sein gewinnendes Lachen und seine natürliche Art machen ihn außerdem zu einem Juwel für jede PR-Kampagne. Ricciardo muss genau überlegen, was er macht.

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Ricciardo ist auf dem Fahrermarkt begehrt

Red Bull will den Australier behalten, Mercedes-Teamchef ­Toto Wolff will ihn laut Marko abwerben, McLaren lockt ihn angeblich mit einem 20-Millionen-Euro-­Angebot. Und sogar bei Ferrari wird er als Nachfolger von Vettel-Teamkollege Kimi Räik­könen (38) gehandelt. Ricciardo zu Sport Bild: „Es wird die schwerste Entscheidung meiner Karriere.“ Red Bull will bald eine Antwort, aber Ricciardo wartet noch. Marko meint den Grund zu kennen: „Er glaubt, Lewis Hamilton würde Ende der Saison aufhören, und er könnte dort seine Rolle übernehmen.“ 
Aus sportlichen Gründen. „Ich fahre dort, wo ich am ehesten Weltmeister werden kann“, sagt der Australier. Marko sieht das genauso: „Bei Ferrari wäre er hinter Vettel nur die Nummer zwei. Bei Mercedes – wenn Hamilton bleibt und er für Bottas kommt – ebenso. Nur bei uns kann er sich seiner Chancengleichheit sicher sein.“ Marko warnt aber auch: „Red Bull ist nicht dafür bekannt, mit Unsummen von Gehalt um sich zu schmeißen.“
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Doch nicht nur hinter der Zukunft von Ricciardo steht ein Fragezeichen. Bei Ferrari wird über Räikkönen spekuliert. Für Experten wie Ex-­Pilot Martin Brundle (59) ist der finnische Weltmeister von 2007 mit seinen 38 Jahren „schon über seinen Leistungszenit“. Wenn Räikkönen keinen Vertrag bekommt, denkt Ferrari auch über seinen Ju­nior Charles Leclerc (20) nach. Der Mone­gasse überzeugt in seinem Lernjahr bei  Alfa Romeo Sauber und gilt als Champion der Zukunft.
Bei McLaren muss man auf die Entscheidung von Superstar Fer­nando Alonso (36) warten. Den spanischen Doppelweltmeister zieht es in die amerikanische Indycar-Serie, wo McLaren ihm ein Auto zur Verfügung stellen will. Das würde den Weg für den jungen britischen Formel-2-Fahrer Lando Norris (18) frei machen, der bei McLaren bereits als dritter Pilot unter Vertrag steht.

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Auch bei Force India und Re­nault könnte es Veränderungen geben. ABMS erfuhr: Mercedes will seinen französischen Junior Esteban Ocon (21) von seinem Kundenteam Force India zu Re­nault transferieren. Grund: Force India ist finanziell angeschlagen, schuldet unter anderem Motorlieferant Mercedes Geld. Auch Stammpilot Sergio Pérez (28) wartet angeblich schon zwei Jahre auf sein Gehalt und ist unzufrieden. 
Renault will den Spanier Carlos Sainz junior (23) durch Ocon ersetzen – doch noch schiebt Force India einen Riegel vor: „Ocon hat einen Vertrag für 2019,“ sagt Teamchef Bob Fernley (50) zu ABMS, „wir müssen ihn nur gehen lassen, wenn Mercedes ihn will.“ 
Das deutsche Supertalent Pascal Wehrlein (23) braucht derweil noch Geduld. Der aktuelle Mercedes-­DTM-Pilot muss warten. Auf Force India oder Toro Rosso. Es gibt Gerüchte, dass dort Brendon Hartley (28) unter Beobachtung steht. Aber es wird erst richtige Bewegung ins Fahrerkarussell kommen, wenn Hamilton, Ricciardo und Alonso ihre Zukunft klargemacht haben.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture Alliance

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