Formel 1

Formel 1: Transfermarkt 2016

— 11.03.2016

Jedes Topteam mit freien Cockpits

Eines ist vor dem Formel-1-Auftakt am 20. März gewiss: Die Saison wird spannend. Wenn nicht auf der Strecke, dann in jedem Fall auf dem Transfermarkt.

Erst im Februar wurde das letzte der 22 Cockpits für 2016 vergeben. Zeit zum Zurücklehnen bleibt den Fahrermanagern aber nicht: In diesem Jahr könnte es auf dem Transfermarkt zu einem Erdbeben kommen. Das sind die Schlüsselstellen:

Traditionelles Klassenfoto in Abu Dhabi: Ende 2016 könnte es für einige Fahrer das letzte in der F1 sein

Mit dem Fallen der Zielflagge beim Finale in Abu Dhabi könnten 2016 die Formel-1-Karrieren vieler bekannter Namen ein Ende finden. Kimi Räikkönen (36) zum Beispiel. Der Finne war sich im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT im vergangenem Oktober darüber im Klaren, dass „es wohl schon bald wieder Gerüchte über meinen Rücktritt geben wird – so wie jedes Jahr.“

Der Unterschied: Dieses Mal könnten sie stimmen. Ja, Kimi wurde 2007 als bisher letzter Fahrer Weltmeister für die Scuderia Ferrari. Aber das ist Vergangenheit, die Zukunft heißt Sebastian Vettel (28). Weil sich beide gut verstehen darf Kimi noch ein weiteres Jahr den edlen Wasserträger spielen. Aber Ferrari braucht im Kampf gegen Mercedes nicht nur ein heißes Eisen im Feuer. Ein weiteres Mal darf sich Räikkönen nicht so deutlich von Vettel abwatschen lassen wie 2015.

Gutierrez (l.) & Grosjean (r.) schielen beide auf Ferrari

Ersatzkandidaten gibt es genug: Nico Hülkenberg (28) hat sich mit seinem langfristigen Force-India-Vertrag selbst um alle Chancen gebracht. Vielleicht, weil er weiß: Wollte mich Ferrari für 2016 nicht, wird das auch für 2017 nicht anders sein. Anders sieht das Romain Grosjean (29): Der Franzose hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er auch deswegen zum neuen Haas-Team gewechselt ist, weil er dort durch die Kooperation mit Ferrari erste Kontakte zum ältesten GP-Team knüpfen kann.

Sein Feind im eigenen Team: Esteban Gutiérrez (24). Dessen Förderer Carlos Slim jr. (48) ist ein enger Vertrauter von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne (63). Die spannendste Konstellation wäre die Verpflichtung von Daniel Ricciardo (26). Dann müsste Vettel zeigen, dass seine Klatsche gegen den australischen Strahlemann 2014 nur ein Ausrutscher war.

Alonsos McLaren stand 2015 oft - der Red Bull nicht

Bei McLaren stehen gleich beide Fahrer vor einer ungewissen Zukunft. Fernando Alonso (34) hat einen Dreijahresvertrag bis Ende 2017 – und wird nicht müde zu betonen, dass er den erfüllt. Trotzdem hat sich der Spanier im letzten Sommer nach Informationen von ABMS einmal mehr bei Red Bull vorgestellt, ist dort aber abgeblitzt. Experten glauben: Geht es bei McLaren nicht spürbar aufwärts, wird Alonso das Weite suchen. Denn: Renault würde ihren Champion von 2005 und 2006 gerne wieder verpflichten.

Mit der Entscheidung von Alonso steht und fällt auch die Zukunft von Jenson Button (36). Bleibt Alonso, wird er durch Rohdiamant Stoffel Vandoorne (23) ersetzt. Geht Alonso, wird McLaren weiter auf Button setzen, sofern es nicht einen Paukenschlag mit einem völlig sensationellen Transfer gibt.

Felipe Massa ist schon seit 2002 in der Königsklasse

Auch Felipe Massa (34) könnte 2016 seine letzte Saison bestreiten. Testfahrer Lance Stroll dürfte aufgrund einer stattlichen Mitgift seines Vaters die Chance auf den Stammplatz des Brasilianers bekommen. Massas Option ist dann ein Wechsel zum Haas-Team, aber nur, wenn einer der beiden aktuellen Fahrer zur Scuderia wechselt.

Nico Hülkenberg, Romain Grosjean, Valtteri Bottas (26) – sie alle teilen dasselbe Schicksal. Sie fahren sich im Mittelfeld die Seele aus dem Leib, aber eine Beförderung in ein Topteam blieb bislang aus. Alle drei waren mehr oder weniger ernsthafte Kandidaten bei Ferrari, aber mit fortschreitender Zeit schwinden die Hoffnungen, dass es mit dem Traum vom roten Auto klappt.

Max Verstappen ist eine heiße Aktie auf dem Markt

Anders sieht es für andere Nachwuchstalente aus: Max Verstappen (18) wird von fast allen Teams umworben. Am wahrscheinlichsten ist nach wie vor der Aufstieg zu Red Bull. Denn an den Energydrink-Hersteller ist der Niederländer bis 2018 gebunden. Aber: Verstappen ist zielorientiert, schaut in erster Linie auf sich: Er überholt kaltschnäuzig, er missachtet Teamorder – und er würde auch zu Ferrari oder Mercedes wechseln, wenn die ihm ein besseres Angebot machen als Red Bull.

Pascal Wehrlein (21) wird in seiner ersten Formel-1-Saison zeigen müssen, was er kann. Doch dank seiner Kontakte zu Mercedes stehen ihm viele Türen offen. Vielleicht sogar die ganz große: Sollte Nico Rosberg Mercedes verlassen, könnte Wehrlein dessen Ersatz im Werksrennstall werden. Manor-Sportdirektor Dave Ryan (61) ist nach den ersten Tests beeindruckt. Zu ABMS sagt er: „Er hat definitiv das Talent zu einer großen Karriere.“ Wenn es für 2017 mit Mercedes noch nichts wird, ist ein anderes Mercedes-Partnerteam eine denkbare Option.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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