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Formel 1: Transfermarkt für 2017

— 24.07.2016

Der Rosberg-Deal und die Folgen

Die Silly Season in der Formel 1 hat längst begonnen, doch an welchen Gerüchten auf dem Fahrermark für 2017 ist wirklich etwas dran? ABMS verrät es.

Mercedes lüftete am Freitag endlich das schlecht gehütetste Geheimnis der Formel 1. Der neue Zweijahres-Vertrag von Nico Rosberg (31) überraschte nur Outsider. Wichtiger als die folkloristische Meldung an sich aber sind die Folgen des Deals – für Rosberg, Mercedes und die übrigen Fahrer und Teams. Hier die Übersicht über den Transfermark für 2017:

Mercedes

Die Silberfeinde fahren auch in Zukunft für Mercedes

Rosbergs Freude über den neuen Vertrag (bis einschließlich 2018, geschätzte 48 Millionen Euro Gehalt für zwei Jahre) könnte nur von kurzer Dauer sein. Denn Rosberg-Insider befürchten: Durch die Kollisionen mit Teamkollege Lewis Hamilton in Barcelona, Montreal und Spielberg konnte Mercedes im neuen Kontrakt mit dem Deutschen sogenannte "Verantwortungsklauseln" einbauen, die es in Hamiltons Vertrag, der im Sommer letzten Jahres schon bis 2018 verlängert hatte, in dieser Form nicht gibt. Soll heißen: Rosberg wurde noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass er unbedingt Kollisionen mit dem Teamkollegen vermeiden müsse. Das ist zwar kein Vertrag als Nummer-Zwei-Pilot, aber im Ernstfall ein Nachteil. Weil der Deutsche dadurch bei Zweikämpfen mehr aufpassen muss als sein Teamkollege.

Ferrari

Sebastian Vettel hat Ferrari überzeugt, noch einmal mit Kimi Räikkönen zu verlängern. Das nächste Jahr wird ein entscheidendes für Vettel. Sollte Ferrari nach den großen Regeländerungen im Bereich der Aerodynamik immer noch nicht fähig sein, um den Titel mitzukämpfen, muss sich der Deutsche Gedanken machen, das Team zu wechseln. Mercedes und Red Bull, die beiden anderen Spitzenteams, sind aber bis Ende 2018 besetzt. Deshalb kann es gut sein, dass Vettel bald einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag mit Ferrari unterzeichnet, der bis Ende 2018 läuft – zusammen mit Kimi Räikkönen, dem ewig jungen Finnen. Ab 2019 wäre dann sogar McLaren-Honda eine Variante, wenn sich die japanisch-britische Arbeitsgemeinschaft als siegfähig erweist.

Red Bull

Bis 2018 sitzen Daniel Ricciardo und Max Vertappen sicher im Sattel. Vertstappen hat sogar einen Vertrag bis 2019!

Williams

Felipe Massa muss Williams wohl Ende 2016 verlassen

Williams ist im Moment eine große Unbekannte: Kein Fahrer ist fix. Wahrscheinlichste Variante: Der kanadische Milliardärssohn Lance Stroll (18), dessen Vater Lawrence angeblich schon 30 Prozent des Teams übernommen hat, wird sein Debüt geben. Der Williams-Junior führt im Moment die Formel-3-EM an. Williams braucht dann einen erfahrenen zweiten Fahrer: Entweder bleibt Valtteri Bottas oder Jenson Button bekommt den Sitz – der Brite muss bei McLaren seinen Platz für den Belgier Stoffel Vandoorne räumen.

Force India

Nico Hülkenberg ist sicher, Sergio Perez im Gegensatz zur Meinung von Teamchef Vijay Mallya nicht. "Meine Sponsoren entscheiden über meine Zukunft!" Soll heißen: Der Vertrag von Perez ist abhängig von seinen mexikanischen Geldgebern. Sollten die der Meinung sein, dass beispielsweise Renault in Zukunft die beste Variante wäre, dann würde Perez zu den Franzosen wechseln. In diesem Fall wäre der Weg frei für Mercedes-Junior Pascal Wehrlein.

Toro Rosso

Carlos Sainz und Daniiel Kvyat sind sicher. Teams, die sich nach dem Russen Kvyat erkundigt hatten, erhielten schon eine klare Absage.

McLaren

Fernando Alonso hat noch einen Vertrag bis Ende 2017 und, das erfuhr ABMS, Junior Stoffel Vandoorne ist ebenfalls gesetzt. Deshalb muss sich Ex-Weltmeister Jenson Button ein neues Cockpit suchen.

Renault

Renault will endlich wieder zurück an die Spitze der F1

Es gilt als sicher, dass Renault sowohl Kevin Magnussen als auch Jolyon Palmer ersetzen wird. Renault will im Jahr zwei des Comebacks den nächsten Schritt machen und sich auf Fahrerseite verbessern. Das französische Supertalent Esteban Ocon hat bereits die Zusage erhalten. Der Mercedes-Junior ist bis Ende 2018 an Renault ausgeliehen und ist bereits in dieser Saison Testpilot. Interessant wird, wer das zweite Auto bekommt. Perez mit seiner Millionenmitgift ist erste Wahl. Auch Button und Felipe Massa können sich Chancen ausrechnen. Sowie Valtteri Bottas, wenn er für Button bei Williams gehen muss.

Sauber

Klar ist, dass der Schwede Marcus Ericsson bleibt. Den Brasilianer Felipe Nasr zu behalten, ist die wahrscheinlichste Variante für das zweite Auto. Die Schweizer Boulevardpresse fordert Landsmann Sébastian Buemi ins Sauber-Cockpit. Der amtierende Formel-E-Meister steht aber unter der Obhut von Red Bull und hat noch einen Vertrag bei Toyota in der Sportwagen-WM.

Manor

Manor-Talent Pascal Wehrlein braucht weiter Geduld

Wenn Mercedes-Junior Pascal Wehrlein nicht noch ein Schlupfloch bei Force India findet, wird er 2017 seine zweite Saison bei Manor bestreiten. Teamkollege Rio Haryanto geht jetzt schon das Sponsorgeld aus der indonesischen Heimat aus. Es ist sehr wahrscheinlich, das er deshalb schon diese Saison vom britischen Nachwuchspiloten Jordan King oder Indy-500-Gewinner Alexander Rossi (USA) ersetzt wird. Beide sind schon eng mit Manor verlinkt und gelten deshalb auch als Kandidaten für 2017.

Haas

Die Amerikaner wollen Romain Grosjean behalten. Ob das auch auf den Mexikaner Esteban Gutierrez zutrifft, ist dagegen nicht sicher. Mercedes-Teamchef Toto Wolff fragte schon mal wegen Wehrlein an. Doch einen Mercedes-Pilot bei einem Ferrari-Team unterzubringen, ist selbst für Tausendsassa Wolff so gut wie unmöglich. Falls Felipe Massa bei Williams durch den Rost fällt, wäre er ein heißer Kandidat für das amerikanische Ferrari-B-Team.

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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