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Formel 1: Überhol-König Ricciardo

— 06.09.2016

Das Manöver der Saison

Hubble-Teleskop gegen Pizza-Plauze: Was es mit Ricciardos Monster-Manöver in Monza wirklich auf sich hatte und warum er sich im Cockpit sogar selbst feierte.

Für seine überfallartigen Überholmanöver ist Daniel Ricciardo in der Formel 1 schon seit längerem bekannt – am Sonntag in Monza war es mal wieder soweit: 'Dan the Man' packte einen Monster-Move gegen Valtteri Bottas vor der ersten Schikane aus. „Das war das Manöver der Saison! Ricciardo war so weit hinten, um den kommen zu sehen hätte Bottas schon das Hubble-Teleskop gebraucht!“, urteilte Ex-F1-Pilot und TV-Experte Martin Brundle.

Bottas hatte keine Chance gegen Ricciardos Überfall

DTM-Fahrer Paul di Resta fand: „Dani ist der Überhol-König der F1. In dieser Disziplin können ihm selbst Hamilton, Alonso und Verstappen kaum das Wasser reichen.“ Für den Australier mit italienischen Wurzeln gab es dafür auf den Tribünen Standing Ovations – obwohl er nicht in einem Ferrari sondern im Red Bull sitzt.

Dabei hatte ihn die italienische Lebenslust überhaupt erst in die Bredouille gebracht, wie er verriet. „Ich hatte Freitag beim Abendessen vielleicht ein Stück Pizza zu viel“, mutmaßte Ricciardo nach dem Qualifying, indem er Bottas im Kampf um Startplatz fünf um lediglich eine Tausendstel unterlegen war. „Das ist selbst in der Formel 1 nichts. So gesehen muss ich froh sein, dass ich gestern nur eine Pizza gegessen habe und nicht anderthalb oder zwei wie sonst. Sonst wäre ich wahrscheinlich auch noch hinter Max (Verstappen; d. Red.) gelandet.“
So lief das Rennen in Italien: Rosberg siegt in Monza

Die Pace von Mercedes und Ferrari konnte Red Bull auf den langen Waldgeraden in Monza nicht mitgehen. So war Williams der Hauptkonkurrent. „Sie sind sehr schnell hier. Aber wir sind traditionell stark auf der Bremse, da können wir sie kriegen“, hatte Ricciardo schon vor dem Start angekündigt. Eigentlich hätte Bottas – Teleskop hin oder her - also vorgewarnt sein müssen. Doch der Finne konnte Ricciardos Manöver trotzdem nicht verhindern. „Ich habe alles versucht, alle Knöpfe gedrückt, die man drücken kann und so spät wie möglich gebremst“, zuckte Bottas nur ratlos mit den Schultern. Für beide war es nicht das erste Duell (s. Video unten).

Ein Hingucker: Ricciardo feiert sich mit Surfergruß

Der Finne bekam trotzdem ein großes Lob – ausgerechnet von Ricciardo: „Valtteri ist nicht als schmutziger Racer bekannt. Er ist fair und ich wusste, dass er nicht einlenkt und wir crashen.“ In gewisser Weise wurde Bottas also Opfer seines eigenen guten Rufs. „Ich habe gesehen, dass er mich sieht, deshalb hab ich’s probiert“, gab Ricciardo zu und erklärte: „Nach dem Rennen habe ich drei Stunden Heimfahrt nach Monaco vor mir. Ich will mir nicht Sonntagnacht die ganze Zeit denken: 'Hätte ich doch nur dies oder jenes versucht.'“

So aber hatte Ricciardo, an einem schwachen Wochenende für sein Team, nach eigenem Bekunden doch noch eine Menge Freude – das drückte sich auch in seiner Handgeste direkt nach dem tollkühnen Manöver aus. Der Australier machte bei voller Fahrt einen Surfergruß und schüttelte sich regelrecht im Cockpit. „Ich musste lachen und war ziemlich vollgepumpt mit Adrenalin, weil ich nicht wusste, ob es klappen würde. Cool, dass es tatsächlich funktioniert hat!“

Daniel Ricciardo gilt als Überhol-König der Formel 1

Sein Lieblingsmanöver ist die Aktion gegen Bottas allerdings nicht. „Ich glaube das ist nach wie vor das gegen Sebastian (Vettel; d. Red.) hier vor zwei Jahren“, grinste Ricciardo. 2014 hatte der damalige Red-Bull-Neuling seinen Stallgefährten in der zweiten Schikane mit einem späten Spurwechsel düpiert. „Monza ist wirklich toll zum Überholen. Die Bremszonen sind sehr lang, da geht also so eingies! Es macht immer einen Heidenspaß“, lachte Ricciardo, ehe er zur Heimfahrt ins Auto stieg – ohne irgendetwas bereuen zu müssen.

Überholen mit dem 'Honigdachs' - Ricciardo ringt Vettel nieder:
Auch gegen Valtteri Bottas war es nicht das erste Duell für Ricciardo. Schon 2008 in Silverstone lieferten sich die beiden eine epische Schlacht: Damals aber noch in der unterklassigen Formel Renault 2.0. Allein: Der Ausgang war auch dort schon derselbe:

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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