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Formel 1: Ungarn GP feiert Jubiläum

— 23.07.2016

Erstes Rennen hinter Eisernem Vorhang

Viele Rennen haben sportlich Geschichte geschrieben. Aber der Ungarn GP 1986 war auch politisch historisch: Heute ist es längst ein Traditionsrennen.

In den 80er Jahren war die Welt noch geteilt. Auch im Rennsport. Die Sowjetunion hatte sogar eine eigene Formel-1-Meisterschaft. Aber Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wollte seine WM unbedingt in den Ostblock bringen. Gespräche mit Moskau scheiterten immer wieder, da kam ihm die Idee von Tamás Rohonyi, noch heute Rennpromoter in Brasilien, gerade Recht: Die Formel 1 soll nach Ungarn kommen.

Vor dem ersten Start '86: Voller Grid, volle Tribünen

Das Land war im Grand-Prix-Sport kein unbeschriebenes Blatt: 1936 wurde im Stadtpark schon einmal ein Rennen ausgetragen, bei dem sich Ausnahmekönner Tazio Nuvolari in einem von Ferrari betreuten Alfa Romeo gegen die übermächtigen Silberpfeile von Auto Union und Mercedes Benz durchsetzen konnte. Das Gelände war auch 1986 als Austragungsort im Gespräch. Ecclestone wollte im Stadtzentrum von Budapest fahren. Letztlich wurde ein Areal im 18 Kilometer von Budapest entfernten Mogyoród gefunden.

Befürchtungen, der Grand Prix würde vor leeren Tribünen ausgetragen werden, erfüllten sich nicht. Die Tickets waren für heutige Verhältnisse zwar spottbillig, aber für viele Einheimische damals ein kompletter Monatslohn! Auch Fans aus der DDR machten sich in Scharen auf nach Ungarn. Bei der Regierung war das nicht gern gesehen, daher wurde in der DDR sogar ein falsches Datum der Veranstaltung veröffentlicht.

380.000 Zuschauer am gesamten Rennwochenende, über 200.000 Fans alleine beim Rennen – nicht nur der GP, auch die Zuschauermassen waren historisch. Ecclestone gelang ein wahrer Coup: Er brachte die Formel 1 in den Ostblock und hatte damit  großen Erfolg. Bis heute wird auf der 4,381 Kilometer langen Strecke jährlich gefahren.

Villeneuve holte den Sieg '97 erst in der letzten Runde

Und immer wieder gibt es packende Rennen. Das Debüt 1986 entschied Nelson Piquet im rund 1000 PS starken Williams-Honda für sich – nach einem heftigen Zweikampf mit seinem brasilianischen Landsmann Ayrton Senna, mehrfache Führungswechsel inklusive. Ungarn ist aber auch die Strecke, auf der Fernando Alonso 2003 seinen ersten Grand Prix gewann, oder Jenson Button 2006 seinen Premierensieg in einem chaotischen Regenrennen feierte. Unvergessen bleibt auch, wie Weltmeister Damon Hill 1997 im völlig unterlegenem Arrows-Yamaha erst in der letzten Runde durch einen Hydraulikschaden von Jacques Villeneuve überrumpelt werden konnte.

Bis heute sind die Tribünen in Ungarn voll. Allein: Einheimische Fahrer sind Mangelware. 1936 war László Hartmann in einem privaten Maserati dabei, aber im Ziel nur Letzter. Zsolt Baumgartner fuhr 2003 im Jordan-Ford (Ausfall) und 2004 im Minardi-Ford (15.) mit. Viele Zuschauer in Ungarn kommen aus anderen Ländern, vor allem Deutschland und Finnland.

Und am Sonntag könnte pünktlich zum Jubiläum ein Rekord aufgestellt werden: Derzeit führen Michael Schumacher und Lewis Hamilton mit je vier Siegen die Bestenliste gemeinsam an, mit dem fünften Triumph würde sich Mercedes-Star Hamilton als erfolgreichster Fahrer des Grand Prix in die Geschichtsbücher eintragen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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