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Formel 1: Verstappen brilliert im Regen

— 14.11.2016

Mega-Max verblüfft die Formel 1

Max Verstappen war der Fahrer des Tages im Regen von Sao Paulo, überholte fast das halbe Feld. Lob von Niki Lauda, Christian Horner und Papa Jos.

Die Fans wählten Max Verstappen nach dem Brasilien GP zum Mann des Rennens. Kein Wunder: Der 19-jährige Holländer zeigte in Sao Paulo, warum die etablierten Piloten so große Angst vor ihm haben. Im Regen lieferte der Red Bull-Star eine Galavorstellung ab. Zunächst überholte er Kimi Räikkönen und Nico Rosberg, lag zwischenzeitlich schon auf Platz zwei. Dann warf ihn ein Taktikfehler des Teams weit zurück. Verstappen aber war's egal! Er überholte einfach munter weiter: Daniel Ricciardo, Nico Hülkenberg, Sebastian Vettel und Sergio Perez mussten dran glauben. Am Ende wurde Verstappen starker Dritter.
Vettel motzt über Verstappen: Von der Strecke gedrängt

Verstappen war im Regen von Sao Paulo richtig stark

„So zurückzukommen und noch aufs Podium zu fahren, ist unglaublich! Es war ein verrücktes Rennen“, meinte Verstappen. „Leider ist unsere Taktik mit den Intermediates nicht aufgegangen, weil es dann wieder stärker geregnet hat. Nach dem Extra-Stopp war ich weit hinten, nur auf Platz 15 oder so“, erklärte der Youngster. Dann aber zog Verstappen seine Show ab, über die selbst die Konkurrenz nicht schlecht staunte. „Wie Max zum Schluss einfach alle überholt hat, war ein Mega-Job. Wir wussten ja: Der Junge ist gut. Aber heute hat er gezeigt, was er kann“, erklärte Mercedes-Boss Niki Lauda.

Großes Lob gab es natürlich auch aus dem eigenen Lager. „Das war eine der besten Fahrten, die ich in der Formel 1 jemals gesehen habe“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. „Max hat sich dieses Podium, aber auch die Reaktion der Fans hier, redlich verdient.“ Das Publikum feierte den umstrittenen Shootingstar bei der Podiumszeremonie lauter als die siegreichen Silberpfeile. Dabei war Verstappen vor dem Rennen wegen der Streitereien mit Sebastian Vettel und seiner Strafe in Mexiko noch der Buhmann gewesen.
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Besonders das Manöver gegen Rosberg gefiel Horner

Die richtige Antwort, auch bezüglich seiner Fahrweise, gab der Youngster auf der Strecke. „Sein Manöver außenherum gegen Nico, im Regen und mit wenig Sicht, war fantastisch! Vielleicht sollten wir mal Toto (Wolff; d. Red.) dazu anrufen“, scherzte Horner. Hintergrund: Vor dem Brasilien GP hatte es Zoff zwischen Red Bull und Mercedes gegeben, weil Wolff bei Max Verstappens Vater Jos angerufen hatte, um den Shootingstar zu einem vernünftigen Umgang mit dem Titelkampf seiner Silberpfeil-Piloten zu ermahnen.
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Verstappen-Papa Jos, in Sao Paulo selbst vor Ort, wollte darüber nach dem Rennen nicht mehr sprechen, freute sich lieber über die Leistung des Sohnemanns. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Max überrascht mich immer wieder, dabei kenne ich ihn immerhin schon am längsten“, strahlte der Ex-F1-Pilot im Fahrerlager. „Er ist heute mit seinem Formel-1-Auto wie mit einem Go-kart gefahren. Max ist sehr gut darin sich so zu positionieren, um jemanden zu überholen“, analysierte Verstappen Sr.

Da schau her: Verstappen fand sich am Podium wieder

Das blieb auch Toto Wolff nicht verborgen. „Er fährt innnen, außen, egal wie. Auch wenn Max nicht bei uns ist, er begeistert tatsächlich. Toll, dass er in der Formel 1 ist“, fand der Österreicher.

Sky-Experte Marc Surer schwärmte ebenfalls: „Fahrerisch ist der Junge einfach toll. Viele andere hätten sich heute gleich mehrfach gedreht.“ Verstappen aber zeigte am Sonntag immer wieder seine überlegene Fahrzeugbeherrschung. Einen Dreher eingangs Start-Ziel fing er kurz vorm Einschlag noch ab. Im Duell mit Perez wedelte sein Heck nach Aquaplaning auf einem Randstein, trotzdem blieb Verstappen voll auf dem Gas. Der Shootingstar lässig: „Es war öfter mal rutschig.“

Nach dem Rennen wurde es dann aber emotional: Verstappens Podestplatz widmete Red Bull in Interlagos nämlich seinem langjährigen Teammitglied Mark Simpson. Der Brite war letzte Woche nach langer Krankheit verstorben. „Diese Fahrt wäre ganz nach seinem Geschmack gewesen. Deswegen wollen wir sie ihm und seiner Familie widmen“, sagte Teamchef Horner.

Kommentar von ABMS-Redaktionsleiterin Bianca Garloff:

Dieser Junge macht einfach Spaß! Max Verstappen verschiebt die Grenzen in der Formel 1 und erinnert damit an den legendären Ayrton Senna, der ebenfalls im Regen seine stärksten Rennen zeigte. Dass Verstappen dabei schon mal als Rüpel daherkommt, gehört dazu. Wer so überholt, kann nicht zimperlich sein. Aber das waren Schumacher, Senna und Co. auch nie. Natürlich birgt diese Fahrweise Gefahren. Aber genau solche Manöver wollen wir doch sehen. Ohne Verstappen wäre der Brasilien GP zum Langeweiler verkommen. Dank Mad Max und seiner Fahrzeugbeherrschung wurde er zum Thriller. Schön, dass dieser Bursche so fährt und dabei so polarisiert. Die Diskussionen über ihn tun der F1 unheimlich gut.

Autoren: Bianca Garloff, Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images

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