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Formel 1: Verstappen siegt in Mexiko

Hamilton schleicht zum vierten Titel

Max Verstappen gewinnt den Mexiko GP: Das WM-Duell verkommt nach Start-Kollision zur Aufholjagd - am Ende reicht Lewis Hamilton Rang neun zum Titel.
Lewis Hamilton heißt der Weltmeister 2017! Dem Briten reicht in Mexiko ein neunter Platz zu seinem vierten Titel. Denn auch WM-Rivale Sebastian Vettel kommt am Sonntag nicht über Rang vier hinaus. Damit steht der Brite zwei Rennen vor Schluss als Champion fest!
Alle Zahlen hier im Detail: Die Ergebnisse im Überblick

Hamilton feierte seinen vierten Titel mit Donuts

Entschieden ist der Grand Prix und damit auch die WM eigentlich schon am Start: Pole-Mann Vettel kommt zwar gut weg, gerät in Kurve eins aber mit Max Verstappen aneinander. Während der Holländer im Red Bull die Führung übernimmt, berühren sich dahinter auch Vettel und Hamilton! Unfassbar: Nach Runde eins liegen die WM-Rivalen auf den beiden letzten Plätzen! Vettel muss an die Box, den Frontflügel wechseln. Hamilton seine Pneus, nach einem Reifenschaden - verursacht durch Vettels Frontflügel.
Der Deutsche im Ferrari zeigt anschließend noch einmal einen tollen Kampf, rast bis auf P4 vor. Hamiltons Aufholjagd führt ihn nur auf Position neun - inklusive einem heißen Duell mit McLaren-Star Fernando Alonso. Am Ende allemal genug für den Titel.
"Wow! Es fühlt sich ziemlich unwirklich an. Es war nicht das Rennen, das ich wollte", so Hamilton, der direkt nach der Zieldurchfahrt einen Union Jack in die Hand gedrückt bekommt und im Baseball-Stadion mit Donuts seinen Triumph feiert. Während via Funk sein zugeschalteter Kumpel Neymar gratuliert, bedankt sich Hamilton: "Unglaublich, was Mercedes in den letzten fünf Jahren geleistet hat. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein. Ich danke Gott, dem Team und meiner Familie!"

Max Verstappen schlug schon am Start eiskalt zu

Als ungefährdeter Sieger überquert derweil Verstappen die Ziellinie vor Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen. "Das war ehrlich gesagt eines der leichtesten Rennen meiner Karriere", sagt Verstappen über seinen dritten GP-Sieg. "Der Start war entscheidend. Ich bin außenrum an Seb vorbei, das hat gut geklappt. Danach habe ich nur noch auf die Reifen und das Auto geschaut, ich bin wirkich gecruised." Für Verstappen besondere Genugtuung nach seinem aberkannten Podium in Austin: "Nach letzter Woche ist das die perfekte Antwort", findet der Holländer.
Lob gibt es von Red-Bull-Berater Helmut Marko: "Das war eine reife Leistung von Max! Aber wir haben gezittert bis zum Schluss." Der Grund: "Vier Autos unseres Motorlieferanten sind stehengeblieben."
Verstappen-Teamkollege Daniel Ricciardo erwischt es als erstes Renault-Motor-Opfer auf dem höchstgelegenen Kurs im Rennkalender, der Australier scheidet früh aus. Das gleiche Schicksal ereilt auch Nico Hülkenberg im Werks-Renault und dessen Teamkollege Carlos Sainz, genauso wie Toro-Rosso-Pilot Brandon Hartley. Pascal Wehrlein im Sauber beendet das Rennen auf der 14. Position.
So lief der Samstag:
Das war eng! Mit gerade einmal 86 Tausendsteln Vorsprung vor Max Verstappen schnappt sich Sebastian Vettel die Pole in Mexiko. Seine 50. in der Formel 1 verhindert zeitgleich, dass der 20-jährige Holländer ihm mit seiner Premieren-Pole den Rekord als jüngster Pole-Setter der Königsklasse abnimmt.
Alle Zahlen und Zeiten: Die Ergebnisse im Überblick
"Ah, ich bin super genervt", sagt Verstappen nach dem Qualifying - denn alles war angerichtet für seine erste Pole-Party. "Platz zwei ist immer noch gut und natürlich kein Albtraum. Aber ich wollte nach ganz vorne." Schon in Q2 schockt er die Gegner mit einer Mega-Zeit, durchbricht als erster Fahrer die magische 1:16er Marke auf dem Kurs. Im finalen Abschnitt kommt dann in letzter Sekunde aber Vettel angestürmt...

Vettel hat jetzt 50 Pole-Positions mehr als Verstappen

"Das war eine ganz schöne Runde", lacht Vettel, der am Funk mit einem "Babababababababam!" an seine Ferrari-Mechaniker feiert. "Es ist ziemlich rutschig hier, deswegen war es schwer. Im ersten Sektor konnte ich was rausholen, ein kleiner Fehler im zweiten hat zum Glück keine Zeit gekostet. Im dritten musste ich es dann nur noch sauber durchbringen", erklärt der Deutsche seine Runde.
Die nervt nicht nur Verstappen sondern auch Red-Bull-Berater Helmut Marko: "Eine für unsere Verhältnisse hier recht leicht zu erringende Pole wegzuwerfen, tut weh." Der Österreicher erklärt Red Bulls starke Form: "Wir haben viel Abtrieb und trotzdem wenig Luftwiderstand. Auch die Motorunterschiede werden durch die Höhenluft nivelliert." Markos Ziel ist deshalb unverändert: "Wir wollen hier schon noch um den Sieg mitfahren."
Auch, weil Lewis Hamilton am Samstag schwächelt. Vettels WM-Rivale schafft es nur auf Platz drei im Qualifying. Für einen vorzeitigen Titelgewinn am Sonntag in Mexiko liegt der Brite aber immer noch im Plan. Im Rennen reicht ihm selbst ein fünfter Platz zu seinem vierten Titel.

Verstappen hat schon wieder Stress mit den Stewards

Will er sich allerdings mit einem Sieg krönen, muss er jetzt gleich an zwei Gegnern vorbei. Hilfe von den Rennkommissaren kriegt der Mercedes-Star in Mexiko zumindest am Samstag keine, denn eine Untersuchung gegen den Zweitplatzierten Verstappen bleibt ergebnislos. Der Holländer hatte Hamilton-Teamkollege Valtteri Bottas auf dessen ersten schnellen Versuch angeblich geblockt. Bottas, der noch vor Kimi Räikkönen Platz vier belegt: "Max hat meine Runde ruiniert. Deswegen hatte ich nur einen schnellen Versuch, dann wird es natürlich schwieriger."
Verstappen sieht das ganz anders: "Ich kann nichts dafür, wenn sich Valtteri selbst ausbremst. Ich bin extra nach innen, habe Platz gemacht. Da war gar nix!" Sehen auch die Stewards so, die ihn - anders als noch vor eine Woche in Austin - ohne Strafe davonkommen lassen.
Ein starkes Ergebnis fährt ausgerechnet beim Heimspiel von Stallgefährte Sergio Perez (P10) Esteban Ocon ein. Der Franzose wird im Force India Sechster, noch vor Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull. Renault-Pilot Nico Hülkenberg schlägt dahinter als Achter Neu-Teamkollege Carlos Sainz (P9). Pascal Wehrlein fliegt als 17. im Sauber bereits in Q1 raus.
So lief das Abschlusstraining:
Auch nach dem letzten Warmfahren vor dem Mexiko-Qualifying (20:00 Uhr auf n-tv) grüßt ein Red-Bull-Pilot ganz oben von der Zeitenliste. Nach Teamkollege Daniel Ricciardo am Freitag, dreht zwei Stunden vor dem Qualifying Max Verstappen die schnellste Runde - die Abstände an der Spitze bleiben aber weiter eng. Lewis Hamilton fehlen im Mercedes nur 0,075 Sekunden auf Verstappen, Ferrari-Star Sebastian Vettel nur 0,117 Sekunden.
Alle Zahlen und Zeiten: Die Ergebnisse im Überblick

Max Verstappen geht mit einer Bestzeit ins Qualifying

Hinter dem Top-Trio sind Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil und Ricciardo ebenso in Schlagdistanz - gerade einmal zweieinhalb Zehntel trennen die Top-5. Nur Vettel-Teamkollege Räikkönen hat am Samstagvormittag Ortszeit etwas Mühe mitzuhalten, 0,4 Sekunden liegt der Finne hinter Verstappen.
Renault-Pilot Nico Hülkenberg wird Zehnter, muss sich dabei erstmals am Mexiko-Wochenende hinter seinem neuen Stallgefährten Carlos Sainz einordnen. Pascal Wehrlein belegt zwei Stunden vor Start der Qualifikation im Sauber Rang 18. Schlecht läuft das Abschlusstraining für Pierre Gasly - der Toro-Rosso-Pilot kann wegen Motorproblemen keine Zeit setzen, zudem droht ihm eine Rückversetzung.
So lief der Freitag
Mischt sich Red Bull auch in Mexiko in den Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel ein? Keiner der WM-Rivalen sondern Daniel Ricciardo erwischt am Freitag den besten Start ins Wochenende. Mit einer Zeit von 1:17.801 Minuten gelingt dem Australier die Tagesbestmarke, ein Zehntel vor Hamilton und zweieinhalb vor Vettel - der Deutsche wird noch hinter Max Verstappen im zweiten Red Bull Vierter.
Vettel holt sich nassen Hintern: Kurioser Defekt bei Ferrari
„Das war kein schlechter Freitag. Wir haben heute gute Fortschritte erzielt. Auf dem Longrun haben wir mit dem Set-Up noch bisschen Luft nach oben, aber mit wenig Sprit sind wir schon da“, sagt Ricciardo nach dem Training. Dass er die Silberpfeile auch im Qualifying angreifen kann, bezweifelt er allerdings. „Dafür müssten wir morgen Vormittag schon noch ein paar Zehntel finden.“
Alle Zahlen und Zeiten: Die Ergebnisse im Überblick
Für das Rennen am Sonntag rechnet sich Red Bull aber Chancen aus. Einerseits, weil die Motorleistung durch die Höhenluft (20 Prozent geringerer Luftdruck) trotz der Turbos näher beisammen liegt. Aber auch weil Hamilton am Freitag einmal patzt und einen Highspeed-Dreher hinlegt. Seinen Satz superweiche Reifen ruiniert er sich dabei komplett, muss den Rest der Session auf ultrasoft fahren. Empfindliche Daten, die dem Briten nun fehlen.
„Ich habe die Reifen heute mit dem Dreher verschwendet. Ein seltener Fehler von mir“, so Hamilton, der am Sonntag seinen vierten WM-Titel holen kann. Bis es soweit ist, sieht der Brite aber noch Arbeit vor sich: „Es gibt noch Stellen, wo wir uns verbessern können.“ Mut macht Hamilton der Umgang mit den Reifen: „Ich bin auf den ultraweichen dann 27 Runden gefahren. Das ist verdammt lang.“
Auf der schnellsten aller Reifenmischungen zeigt sich auch: Konstant ist Mercedes in jedem Fall. Während Vettel und Teamkollege Kimi Räikkönen bei den Longrun-Simulationen im Schnitt 1:22.0er Zeiten fahren, schafft es Hamilton auch noch nach zwanzig Runden 1:21.8er Zeiten auf den Pneus abzuspulen. Heißt im Umkehrschluss auch: „Mexiko ist wieder ein Rennen mit niedrigem Reifenverschleiß. Wenn Lewis so lange auf ultrasoft fahren kann, sehen wir Sonntag nur einen Stopp“, erklärt Sky-Experte Paul di Resta.
Interessant: Ricciardo ist auf seinem Run mit den ultraweichen Pneus sogar noch schneller als Mercedes, er schafft es auf 1:21.4er Zeiten - seine Reifen sind zu diesem Zeitpunkt allerdings noch deutlich frischer als die von Hamilton, der Quervergleich dadurch noch mit Vorsicht zu genießen.
Nicht ganz glatt läuft die Session von Stallgefährte Verstappen. Teamchef Christian Horner klärt auf: „Bei Max hatten wir ein gravierendes Problem am Motor, der auf einmal mehr Öl als Benzin geschluckt hat. Deshalb war für ihn leider vorzeitig Schluss.“ Der Brite gibt aber auch Entwarnung: „Es war nur ein alter Freitagsmotor.“ Auch Verstappen selbst erwartet im weiteren Verlauf des Wochenendes keine Probleme: „Es sollte alles okay sein. Und die Pace des Autos stimmt immerhin schon mal.“
Renault-Pilot Nico Hülkenberg, am Vormittag wie Verstappen ebenfalls noch mit einem Ölleck am Motor, schafft es im Nachmittagstraining auf die neue Position. Pascal Wehrlein kommt im Sauber auf den 16. Rang.
So lief das erste Training:
Mercedes scheint auch beim Mexiko-Gastspiel der Formel 1 das Team zu bleiben, das es zu schlagen gilt. Valtteri Bottas dreht am Freitagvormittag Ortszeit die Bestzeit im ersten Warmfahren der Königsklasse auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez. Mit einer Zeit von 1:17.824 Minuten setzt sich der Finne vier Zehntel vor Teamkollege Lewis Hamilton durch. Der Brite kann am Wochenende vorzeitig den WM-Titel einfahren - dazu reicht ihm bereits ein fünfter Platz.
Alle Zahlen und Zeiten: Die Ergebnisse im Überblick
WM-Rivale Sebastian Vettel kommt zum Auftakt in Mexiko-City nur auf den fünften Platz, vor Teamkollege Kimi Räikkönen. Sieben Zehntel beträgt Vettels Rückstand auf die Spitze. Zwischen ihn und die Mercedes schieben sich beide Red-Bull-Piloten - Max Verstappen ist dabei knapp schneller als Stallgefährte Daniel Ricciardo. Sowohl bei Red Bull als auch Ferrari setzt man in der ersten Session aber auf die langsamere supersofte Reifenmischung. Mercedes fährt auf den ultraweichen Pneus.
Für eine kurze Unterbrechung des Trainings sorgt Force-India-Ersatzfahrer Alfonso Celis. Der Lokalmatador, der in Session eins für Esteban Ocon ins Lenkrad greifen darf, zerlegt das Heck seines Autos bei einem Dreher in der Zielkurve. Nicht ideal verläuft der Auftakt auch für Nico Hülkenberg, an dessen Renault es ein Ölleck gibt. Als Zehnter ist er aber trotzdem knapp schneller als sein neuer Teamkollege Carlos Sainz auf P11.
Pascal Wehrlein beendet die Session als guter 14. - eine halbe Sekunde schneller ist der Deutsche dabei als Freitagsfahrer Charles Leclerc, der Wehrlein auf Wunsch von Saubers Motorenpartner Ferrari nächstes Jahr im Team ersetzen soll. Für den Monegassen muss am Freitag zunächst Marcus Ericsson pausieren.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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