Formel 1

Formel 1: Verstappen unter Beschuss

— 01.09.2016

„Werde Fahrstil nicht ändern“

Seine Manöver beim Belgien GP sorgten für Aufregung: Auch in Monza ist Max Verstappen noch das Gesprächsthema im Fahrerlager - er versteht nicht warum.

Max Verstappen musste heute in Monza den ersten Spießroutenlauf seiner noch jungen Formel-1-Karriere absolvieren. Schon als er am späten Vormittag das Fahrerlager betrat, haben ihn die vor den Absperrungen wartenden Ferrari-Fans gnadenlos ausgebuht. Verstappen verzog seinen Mund zur Schnute und ging einfach weiter. Seinem Gesicht konnte man trotzdem ansehen: Angenehm ist anders.

Kimi Räikkönen war auch in Monza noch not amused

Nach seinen Manövern am Limit vor einer Woche in Spa gilt Verstappen als neuer Rambo der Formel 1. Wenn schon Eisberge wie Kimi Räikkönen angesichts seiner Fahrweise auftauen und in regelrechte Monologe verfallen, muss etwas dran sein am Rüpel-Image des Holländers.

Räikkönen bekräftigte denn auch heute in Monza: „Ich habe nichts Persönliches gegen Max. Aber es kann einfach nicht sein, dass ich auf einer Geraden im Zweikampf plötzlich bremsen muss.“

Vettel springt seinem Teamkollegen zur Seite: „Während des Bremsvorgangs die Linie zu wechseln ist einfach nur gefährlich, weil der Hinterherfahrende dann nur schwer reagieren kann. Ich bin aber kein Fan davon zu den Rennkommissaren zu rennen. Wir klären so was unter Männern von Angesicht zu Angesicht.“

Verstappens Fahrweise sorgte in Spa für viel Wirbel

Auch Nico Rosberg, der sich in Spa noch nicht zu den Aktionen Verstappens äußern wollte, stellte nun fest: „Man muss ernsthaft darüber diskutieren, wenn man bei 320 voll in die Eisen steigen muss, um einen Unfall zu verhindern. Ich bin sicher, dass unsere Freunde von Ferrari morgen im Fahrerbriefing einiges mit ihm zu klären haben. Und dass Ihr da gerne Mäuschen spielen würdet.“

Gegen Regeln hat Verstappen zwar nicht verstoßen, aber, so Rosberg, „wir Fahrer wissen, wo das Limit ist.“

Verstappen selbst ist sich indes weiter keiner Schuld bewusst. „Ich mache weiter mein Ding“, sagte er selbstbewusst, während er in Red Bulls Energy Station auf die Anklagebank der Reporter gesetzt wurde. „Ich werde meinen Fahrstil nicht ändern, nur weil andere Fahrer das wollen.“

Verstappen verteidigt sich und will weiter nichts ändern

Weltmeister Lewis Hamilton, mit dem Verstappen zuletzt immer wieder verglichen wurde, zeigt Verständnis: „Er ist ein großartiger und schneller Fahrer. Und als ich 18 Jahre alt war, habe ich auch noch einige dumme Sachen gemacht.“

Was sich öffentlich keiner zu sagen wagte, haute ein Fahrer im vertrauten Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT raus: „Dieser Wichser schafft es mit seinen 18 Jahren genau zur richtigen Zeit die Linie so zu wechseln, dass ein normalerweise einfaches Überholmanöver unmöglich wird. Hut ab, auch wenn das gefährlich ist. Aber neun von zehn Mal geht das gut - und so etwas wird ihn zum Weltmeister machen.“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.