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Formel 1: Vettel bestreitet Foul

"Hab nicht mal den Finger gezeigt"

Interessantes Interview mit Sebastian Vettel nach dem Rennen. Lesen Sie, wie er eine mögliche Absicht hinter seinem Manöver gekonnt umschifft.
Presserunde mit Sebastian Vettel nach dem Aserbaidschan GP. Der Deutsche erklärt, dass er Hamilton eigentlich nur die Hand zeigen wollte - und dass er später mit ihm das Gespräch suchen wird.
Herr Vettel, was ist zwischen Ihnen und Lewis passiert?
Sebastian Vettel (29): Der Führende diktiert die Pace, aber er hat aus der Kurve heraus erst Gas gegeben und dann so hart verzögert, dass ich nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und ihm ins Heck gefahren bin. Das war unnötig.
Danach haben Sie ihn von der Seite berührt. Hamilton sagt, Sie seinen damit ein schlechtes Vorbild für Kinder.
Formel 1 ist etwas für Erwachsene. Wie gesagt: Das Manöver davor war unnötig. Ich habe meinen Frontflügel beschädigt, er sein Heck. Es war nicht die richtige Art und Weise von ihm: erst aus der Kurve beschleunigen und dann bremsen.
War der Kontakt Absicht?
Als ich ihm hinten reingefahren bin?
Nein, der von der Seite.

Vettel beschädigte sich beim Crash seinen Frontflügel

Ich bin neben ihn gefahren und dann haben wir uns leicht berührt. Aber ich bin neben ihn gefahren, um meine Hand zu heben. Ich habe keinen Finger gezeigt und auch sonst nichts. ich wollte ihm klar machen, dass das nicht richtig war.
War es Absicht?
Dass ich meine Hand gehoben habe?
Nein, der zweite Kontakt.
Ich glaube übrigens auch nicht, dass er mich mit Absicht gebremstestet hat, so ein Typ ist er nicht. Trotzdem war das Ergebnis so.
Wir haben noch keine Antwort bekommen. War es Absicht?
Sein Bremstest-Manöver?
Nein, Ihr Manöver von der Seite.
Ich bin neben ihn gefahren und habe meine Hand gehoben, um ihm zu sagen, dass man es so nicht macht. Ich habe dadurch meinen Frontflügel beschädigt, er hat auch den Preis gezahlt, weil er sein Auto ebenfalls beschädigt hat. Ich stimme auch nicht mit der Strafe überein, die ich bekommen habe. Entweder man bestraft beide oder keinen.
Es sah aber so aus, als wären Sie absichtlich ihn Hamilton reingefahren.
Nein. Ich habe kein Problem mit ihm. Ich sehe, worauf Sie hinaus wollen, aber ich respektiere ihn sehr als Fahrer, der er ist. Jetzt ist es allerdings nicht die richtige Zeit mit ihm zu reden, weil Ihr Journalisten alle drumherum steht. Das mache ich später.
Sie haben ihn nach dem Rennen noch nicht gesehen?
Nein - und ich plane das auch nicht, weil Ihr alle noch da seid.
Und später - ohne uns?
Nein, weil es unausweichlich ist, Euch hier aus dem Weg zu gehen.
Denken Sie, dass Ihr Manöver Ihrem Ruf schadet?

Vettel und Hamilton im Parc Fermé nach dem Rennen

Nein, wir sind alle Erwachsene und hier, um Rennen zu fahren. Wir nutzen unsere Ellenbogen - das wollen die Leute doch sehen. Hier und da kommt man sich vielleicht zu nahe. Aber die Leute wollen echte Überholmanöver sehen. Trotzdem denke ich nicht, dass es richtig ist, dass ich eine Strafe bekam und er nicht.
Ist es von seiner Seite aus nötig, so sehr abzubremsen?
Nein. Wie ich sagte: Erst hat er aus der Kurve rausbeschleunigt, dann gebremst. Deshalb bin ich ihm hinten reingefahren. Wollte ich das? Natürlich nicht. Ich habe meinen Frontflügel zerstört, es ist also das Dümmste, was du machen kannst. Und es war auch unnötig, denn er hatte vorher er einen brillianten Re-Start hingelegt.
Hat er vorher nicht so stark abgebremst?
Vorher war es okay, deshalb denke ich auch nicht, dass er es mit Absicht gemacht hat. Aber ich konnte den Unfall nicht verhindern. Obwohl ich so hart gebremst habe, wie es geht, bin ich ihm hinten draufgefahren.
Jetzt wird sich Ihr bislang respektvolles Verhältnis doch bestimmt ändern.
Glauben Sie? Ich glaube das nicht. Wie gesagt: Ich bin willens das mit ihm auszusortieren, auch wenn es nicht viel auszusortieren gibt. Ich bin nicht so kompliziert, dass ich so ein Problem nicht lösen könnte. Aber es war falsch, was Lewis gemacht hat und er muss verstehen, dass man so nicht fahren sollte. In der Mitte der Geraden gibt es eine Kettenreaktion und er hat das jetzt schon ein paar Mal gemacht. Vor ein paar Jahren in China, wo es fast zum Crash gekommen wäre.
Bedauern Sie etwas?
Die Strafe war sehr hart. 10 Sekunden Stop and Go ist ziemlich furchtbar, wenn man auf Platz eins liegt.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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