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Formel 1: Vettel erobert WM-Führung

Hamilton-Aus bei Verstappen-Sieg

Mercedes-Doppelausfall in Spielberg: Großer Profiteur ist Max Verstappen, der Red Bull vor beiden Ferraris den lang ersehnten Heimsieg beschert.
Verrücktes Rennen in Spielberg! Max Verstappen schenkt Red Bull den ersten Sieg beim Heim-GP auf dem Red Bull-Ring. Gut für die WM: Die Ferrari-Stars Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel komplettieren das Podium. Vettel erobert damit die WM-Führung zurück. Denn: Einen rabenschwarzen Tag erlebt Mercedes: Gleiche beide Silberpfeile fallen mit technischen Defekten aus.
Alle Zeiten und Zahlen hier: Die Ergebnisse im Überblick

Großer Jubel: Fünfter GP-Sieg für Max Verstappen

"Im Red Bull auf dem Red-Bull-Ring gewinnen - das ist Wahnsinn!", jubelt Verstappen bei der Zieldurchfahrt. Eine Spazierfahrt ist das Rennen für Verstappen aber nicht. "Die Reifen zu managen war sehr schwer, vor allem gegen Ende. Aber zum Glück hat es geklappt", sagt der Holländer.
Sein Vater Jos betont gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT: "Jetzt hat es Max all seinen Kritikern gezeigt, die gesagt haben, er soll seinen Fahrstil ändern."
Die ersten Glückwünsche bekommt Verstappen vom Drittplatzierten Vettel: "Ein verdienter Sieg von Max. Ich habe ihm gesagt: Ein sehr gutes Rennen, konstant und ohne Fehler", erklärt Vettel.
Sein eigenes Rennen stuft er nach der Rückversetzung um drei Plätze nach dem Qualifying als Schadensbegrenzung ein. "Von da hinten bin ich in den ersten Runden nur schwer nach vorne gekommen. Da haben wir natürlich viel Zeit verloren", so Vettel. "Die Pace des Autos war gut, das Reifenmanagement auch. Es war ein positiver Tag. Aber ohne die Strafe gestern hätte ich auch gewinnen können."
Bemerkenswert: Obwohl Vettel am Ende im Windschatten von Räikkönen fährt tauscht Ferrari nicht die Plätze.  

Bitter: Geburtstagskind Ricciardo fällt aus

Durch den dritten Platz übernimmt Vettel wieder die Führung in der WM, mit gerade mal einem Punkt Vorsprung auf Hamilton allerdings. Jubel auch bei den Kleinen im Feld: Vor allem Haas nutzt den Tag des großen Favoritensterbens - auch Geburtstagskind Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull fällt aus - und sichert sich die Plätze vier und fünf. Doppelte Punkte gibt es ebenfalls für Force India und Sauber.
So läuft das Rennen: Von Platz zwei aus übernimmt Lewis Hamilton in Kurve eins innen die Führung, Pole-Setter Valtteri Bottas fällt sogar auf Platz vier hinter Räikkönen und Verstappen zurück. Weil die beiden sich aber auf den ersten Metern beharken, schlüpft Bottas wieder durch - doch die silberne Doppelführung hält nicht lange: Kurz nachdem Renault-Pilot Nico Hülkenberg mit einem kapitalen Motorschaden die Start-Zielgeraden in weißen Rauch hüllt, rollt auch Bottas in Runde 14 mit einem Hydraulikdefekt aus.

Am Start sah noch alles gut aus für die Silberpfeile

Während Mercedes noch den Schock über das Aus verarbeitet, schaltet die Konkurrenz schneller: Beide Red Bulls und beide Ferrari kommen zum Stopp, sparen sich unter virtuellem Safety-Car Zeit. Leader Hamilton bleibt indes auf der Strecke - am Funk entschuldigt sich die Strategieabteilung der Stuttgarter bei ihrem Piloten für den Patzer. Chefstratege James Vowles: "Sorry Lewis, das war mein Fehler." Nachdem Hamilton seinen Stopp absolviert hat, liegt er hinter beiden Red Bulls und Räikkönen nur auf Rang vier.
Red Bulls Doppelführung ist dahin, als Ricciardo zur Rennhalbzeit Probleme mit dem linken Hinterreifen meldet. Erst wird er von Räikkönen überholt, dann biegt er zum Zusatzstopp an die Box ab. Unterdessen geht Vettel an Hamilton vorbei, der seinerseits mit den Pneus kämpft und weniger später auch zum zweiten Mal seine Crew ansteuert.

Auch Lewis Hamilton muss kurz vor Schluss aufgeben

Knapp hinter Ricciardo kommt Hamilton wieder auf die Strecke - doch die Zielflagge sehen beide nicht. Erst rollt Geburtstagskind Ricciardo mit einem technischen Defekt aus, in Runde 64 erwischt es dann auch Hamilton: Der Brite beklagt weniger Leistung und stellt den Silberpfeil mit Benzindruckverlust am Streckenrand ab. An der Spitze lässt sich Verstappen unterdessen von den immer näher kommenden Ferrari nicht mehr aus der Ruhe bringen - und feiert vor den frenetisch jubelnden Fans Red Bulls ersten Heimsieg in Spielberg.

So lief der Samstag:

Alles schaut auf Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, doch Valtteri Bottas stiehlt den Favoriten in Österreich die Show: Der Mercedes-Pilot dreht in 1:03.130 Minuten die Runde des Tages, startet am Sonntag von der Pole. Teamkollege Hamilton muss sich dem Finnen um gerade einmal 0,019 Sekunden geschlagen geben.
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Für Bottas ist es die fünfte Pole-Position in der Formel 1. Bereits 2017 fuhr er in Spielberg von ganz vorne los und gewann das Rennen. Jetzt will der Finne endlich seinen ersten Rennsieg 2018: "Ich kann garantieren, dass ich hungriger auf den Sieg bin als jeder andere im Grid. Morgen gebe ich alles."
Nächster Rückschlag dagegen für Sebastian Vettel. Nach Platz drei in der Qualifikation mit 0,334 Sekunden hinter Bottas, bekommt der Ferrari-Star eine Strafe aufgebrummt. Vettel muss drei Startplätze zurück und fährt am Sonntag nur von Platz sechs aus los. Grund: Er übersieht Renault-Pilot Carlos Sainz im Rückspiegel und behindert den Spanier. "Das war keine Absicht. Ich habe nach unten geguckt, wurde über Funk auch nicht informiert, dass er da ist. Ich kann nur Sorry sagen", entschuldigt sich Vettel.
Immerhin: Der Deutsche startet anders als die Mercedes-Stars mit ultraweichen Reifen ins Rennen und kann eine ähnliche Aufholjagd starten wie zuletzt in Frankreich. Da überholte er in den ersten 15 Runden nicht weniger als zwölf Fahrer. Aber: Auch insgesamt ist Vettel nicht ganz zufrieden. "Mercedes hat uns im Qualifying überholt, da müssen wir unbedingt wieder nachlegen."

Vettel darf nicht neben den Silberpfeilen starten

Mercedes-Sportchef Toto Wolff kann sich angesichts der Strafe für Vettel ein Lächeln nicht verkneifen, sagt zu ABMS: "Mit Kimi ist ja noch ein Ferrari da, der gut performt. Aber natürlich ist die Situation nun komfortabler für uns." 
Zur Situation um Titelrivale Vettel sagt der Österreicher: "Um die WM zu gewinnen, muss man so schnell und zuverlässig wie möglich sein und die wenigsten Fehler machen. Sebs größte Stärke ist sein Ehrgeiz. Aber manchmal, wie in Le Castellet, läuft genau das dann gegen ihn." Die Strafe am Samstag habe damit aber nichts zu tun.
Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari wird ursprünglich Vierter, rückt nun auf Platz drei vor. Es folgt Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Für positive Schlagzeilen sorgt nach langer Zeit mal wieder Romain Grosjean, der im Haas den starken fünften Platz belegt, noch vor Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull. Nico Hülkenberg schafft als Zehnter immerhin den Sprung ins Q3.

So lief das Abschlusstraining:

Hat Ferrari mal wieder pünktlich zum Qualifying seine Form gefunden? Wie schon an den letzten Rennwochenenden macht die Scuderia von Freitag auf Samstag augenscheinlich einen Sprung, Sebastian Vettel toppt knapp zwei Stunden vor dem Qualifying zum Österreich GP (15:00 Uhr / RTL und F1 TV) das Abschlusstraining in Spielberg.
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Mit einer Zeit von 1:04.070 Minuten liegt der Ferrari-Star knappe 0,029 Sekunden vor Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes. Dahinter reihen sich die beiden zweiten Fahrer von Mercedes und Ferrari ein: Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen.
Weiterhin nicht auf Augenhöhe ist ausgerechnet beim Heimspiel Red Bull: Die Lokalmatadoren sind nach dem eher schwachen Freitag auch vor dem Zeittraining klar die dritte Kraft. Sieben respektive acht Zehntel fehlen Max Verstappen und Daniel Riccardo auf den Plätzen fünf und sechs.
Verstappen rauscht darüber hinaus in Kurve vier durch den Kies - dort hatte er sich auch schon am Vortag gedreht. Gegen Ende der Session kommt es an der gleichen Stelle dann noch schlimmer für den Holländer: Erstmals probiert er nach ABMS-Infos den neuen Party-Modus des geupgradeten Renault-Motors aus - prompt schaltet der sich ab. "Ich habe keine Power mehr. Der Motor ist auf einmal ausgegangen", funkt Verstappen an seine Box, während er ausrollt. Für den Red-Bull-Piloten ist das Training damit vorzeitig beendet.
Verstappens Defekt ist aber nicht das einzige Motorenproblem am Samstagmittag. Auch Sauber-Pilot Charles Leclerc meldet wenige Sekunden vor Ablauf der Uhr Probleme mit seinem Antrieb und stellt das Auto am Ausgang von Kurve eins ab.

So lief der Freitag:

Der Red-Bull-Ring in Spielberg gehört zwar dem namensgebenden Hauptsponsor - doch eigentlich ist die Strecke in den Alpen Mercedes-Territorium: Jedes Rennen in der Hybrid-Ära seit 2014 gewannen die Silberpfeile. Auch am Freitag demonstrieren Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, dass am Wochenende wieder mit ihnen zu rechnen ist. Hamilton dreht in beiden Sessions die Bestzeit, 0,127 respektive 0,176 Sekunden fehlen seinem zweitplatzierten Teamkollegen.
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Der Schlüssel auf der Power-Strecke: Mercedes' Topspeed. Fast drei km/h sind die Stuttgarter im ersten Training auf der Geraden schneller als die Konkurrenz. Das zuletzt in Frankreich eingeführte Motor-Update lässt die Silberpfeile in Spielberg fliegen. Auch am Chassis hat Mercedes nachgebessert, ist mit umfangreichen Aerodynamik-Updates nach Österreich gereist - unter anderem wurden die seitlichen Luftleitbleche überarbeitet.
Erster Silberpfeil-Verfolger ist am Freitag Sebastian Vettel. Dem Ferrari-Star fehlen auf ultraweichen Reifen 0,236 Sekunden - verglichen mit den letzten, schwachen Freitagen Ferraris ist das sehr wenig. Heißt im Umkehrschluss: Findet die Scuderia wie an den letzten Wochenenden auf Samstag in die Spur, sieht es gut aus. Allerdings sorgt die Reifenfrage für Spannung: Hamilton dreht seine Bestzeit auf Soft, in Spielberg die härteste Mischung.
Interessant: Im Longrun brechen die Zeiten auf Ultrasoft schon früh ein, lediglich Ferrari geht gut mit der vermeintlich schnellsten Mischung um. Im Quervergleich hat Vettel mit durchschnittlichen Zeiten von 1:08,7 gemeinsam mit Bottas die Nase vorne. Hamilton zirkuliert auf der weichsten Komponente im Schnitt bei 1:09,0, Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo bei 1:09,3. Auf weichen Reifen sieht indes der Mercedes stärker aus - eine Zehntelsekunde ist Hamilton im Schnitt schneller als Vettel.
Verstärkt wird der enge Zweikampf um die Spitze zwischen Rot und Silber auch durch die kurze Runde von nur 4,318 Kilometern - weniger Zeit für Fahrer und Auto, um den Unterschied zu machen.
Red Bull sucht beim Heimrennen indes noch den Anschluss. Im Longrun können Ricciardo und Verstappen am Freitag wenig überzeugen, der Holländer beklagt in schnellen Kurven Probleme mit den Vorderreifen.
In der sonst an Zwischenfällen armen Vormittagssession legt Verstappen, vor seinen vielen aus Holland angereisten Fans, die bereits am Freitag die Tribünen in 'Oranje' tauchen, eine lupenreine Pirouette um die eigene Achse hin. Am Ausgang von Turn vier kommt er mit dem linken Hinterreifen in den Kies, schlägt aber nirgendwo an.
Für eine rote Flagge sorgt am Nachmittag dann Pierre Gasly. Bei der Anfahrt zur Zielkurve räubert der Franzose im Toro Rosso zu stark über die Kerbs, bricht sich dabei die linke Vorderradaufhängung.
Nicht ideal läuft der erste Tag in Österreich auch für Nico Hülkenberg. Der Renault-Pilot belegt zweimal den 15. Platz.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / F1

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