Sebastian Vettel

Formel 1 - Vettel: Freude trotz Platz 12

— 15.03.2014

Verkehrte Welt im Qualifying

Die erste Pole des Jahres ging an Lewis Hamilton - Weltmeister Sebastian Vettel startet in Australien nur von Platz 12: Warum sich der Deutsche trotzdem freute, verriet er AUTO BILD MOTORSPORT.

Die Erleichterung war größer als der Ärger. Trotz Platz zwölf in der Startaufstellung zum Großen Preis von Australien konnte Sebastian Vettel (26) eine Stunde nach der Qualifikation schon wieder lachen. Wichtigste Erkenntnis nach einem Plausch mit Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda, der bei Red Bull auf der Suche nach seinem Freund Helmut Marko war: „Grundsätzlich geht die Kiste.“

Ricciardo mit Traum-Einstand

Teamkollege Daniel Ricciardo (24) machte es vor. Auf regennasser Piste fuhr der Australier bei seinem Heimrennen auf Startplatz zwei hinter Lewis Hamilton - und erfreute damit sogar den Vierfachweltmeister. Vettel zu AUTO BIlD MOTORSPORT: „Dieses Wochenende ist mit Sicherheit ein Riesenschritt für uns, weil wir im Winter noch nicht herausfinden konnten, wie gut das Auto überhaupt ist. In den Tests lief es gar nicht rund. Gestern lief es schon viel besser. Heute auch, zumindest bei einem Auto. Deshalb ist die Erleichterung in der Tat groß, dass die Kiste generell geht.“

Software als Problem

Mit den Mischbedingungen im Qualifying von Melbourne kam der RB10 von Vettel noch nicht gut zurecht.

Während Ricciardo die beiden Mercedes von Hamilton und Nico Rosberg (Rang drei) ernsthaft herausfordern konnte, wurde Vettel von Problemen mit einer über Nacht aufgespielten, neuen Software ausgebremst. „Ich habe extrem mit der Fahrbarkeit gekämpft“, erklärt er. Mittlerweile wurde der Fehler identifiziert - Renault-Mann Thierry Salvi bestätigte nach dem Zeittraining einen defekten Sensor als Auslöser. Marko ergänzt: „Auf Daniels Auto hat das Programm funktioniert, bei Sebastian leider nicht. Das ist immer noch ein bisschen wie in der Lotterie.“ Auch das Rennen selbst könnte zum Glücksspiel werden. Vettel: „Wir sind noch keine einzige Rennsimulation gefahren und wissen nicht wirklich, was da morgen auf uns zukommt.“ Fakt ist: Mercedes ist derzeit vorne. „Aber auch der Red Bull ist sehr gut ausbalanciert“, erklärt Formel-1-Technikexperte Gary Anderson.

Mercedes vor Ferrari & Renault

„In den Kurven ist er bereits eine Macht, auf den Geraden fehlt ihm allerdings noch Topspeed. Da verliert er seine Zeit auf den Silberpfeil.“ Allein der Renault-Antrieb, rechnet Anderson vor, sei pro Runde etwa sieben Zehntelsekunden langsamer als der von Mercedes. Ferrari liege irgendwo dazwischen. Dass dem Franzosen-Aggregat Leistung fehlt, lässt sich an der Höchstgeschwindigkeit ablesen. Ricciardo war im Qualifying 14 km/h langsamer als Valtteri Bottas im Williams-Mercedes.

Vettel angriffslustig

Für Vettel ist selbst dieser Rückstand ein Fortschritt. Er nutzt die Gelegenheit zum Rundumschlag gegen alle, die ihn und Red Bull vorschnell abschreiben wollten. Vettel gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT: „Der Quatsch, der teilweise geschrieben wurde und das Licht, in das man gerückt wurde, wurden jetzt zum Glück wieder relativiert. Gestern habe ich gehört, Red Bull ist wieder zurück. Dabei waren wir doch gar nicht weg...“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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