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Formel 1: Vettel gratuliert Rosberg

— 27.11.2016

Vettel: Hamilton mit "schmutzigen Tricks"

Sebastian Vettel machte die WM noch einmal richtig spannend. Am Ende wurde der Deutsche Dritter und fand deutliche Worte in Richtung Lewis Hamilton.

Sebastian Vettel war einer der ersten Gratulanten: Nach dem Rennen eilte er zu Nico Rosberg, den er mit seiner Schlussattacke lange um den Titel hatte zittern lassen. Doch der wahre Grund für die Spannung am Ende war Lewis Hamilton. Der Brite hatte Rosberg eingebremst, um seine Titelchancen irgendwie aufrecht zu erhalten. Unglaublich: In der letzten Rennrunde fuhr Hamilton fast zehn Sekunden langsamer als in seiner Qualifyingrunde.

Jubel-Selfie: Rosberg und Vettel nach dem Finale

Vettel traf es auf den Punkt: „Jeder konnte spüren und sehen, was da vorne abging. Lewis hat versucht Nico für den Rest des Feldes aufzuhalten.“ Für Vettel waren das „schmutzige Tricks“. Der Ferrari-Star: „Es war ja klar, dass er langsam macht. Aber so langsam? Da stand vor Nico quasi der Reisebus auf der Strecke.“ Auch als Hamilton spöttisch erwiderte, er habe Vettel „doch nur helfen wollen“, fand der Heppenheimer eine schlagkräftige Antwort: „Genau. Und danach hättest du mich sicher durchgewunken...“

Am Ende blieb es bei Platz drei für Vettel. Doch in der Pressekonferenz wurde Vettel zum zweiten Sieger des Rennens – zumindest zum moralischen. Denn als Hamilton wieder davon anfangen wollte, dass Rosberg den Titel nur wegen seiner eigenen Probleme holen konnte, ergriff der Deutsche das Wort und sprang Rosberg zur Seite: „Als Erstes muss man sagen: Glückwunsch. Nico ist der absolut verdiente Champion. Es ist sein Tag heute, er sollte im Mittelpunkt stehen.“

F1-Stars feiern nach Finale

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Der letzte deutsche Weltmeister über seinen Nachfolger: „Er ist das ganze Jahr über phantastisch gefahren. Mal war er schneller, mal Lewis. Es war ein enger Kampf. Vielleicht hatte er die bessere Zuverlässigkeit, aber die Saison hat 21 Rennen. Länger könnte es gar nicht sein. Wer da am Ende vorne steht, hat es also sicher auch verdient. Zumal das heute kein Spaziergang für ihn war.“

Vettel: Hamilton hat sich selbst geschadet

Hamiltons Aktion bewertete Vettel so: „Ich kann es verstehen und für mich war es natürlich auch interessant, weil ich dadurch Chancen auf den Sieg hatte. Aber es war nicht sehr fair und aus Nicos Sicht und der des Team nicht gerade toll. Ich hätte am Ende nicht in Nicos Schuhen stecken wollen.“

Schampus für den Weltmeister: Vettel duscht Rosberg

Doch warum kam Vettel, der nach Red Bulls Undercut beim zweiten Stopp länger draußen blieb als die Konkurrenz und damit am Ende auf neuen superweichen Reifen von hinten heranstürmte, nicht auch an den Silberpfeilen vorbei? „Das Problem war, dass sie so schnell auf den Geraden waren“, so Vettel, der dann noch etwas sagte, an dem vor allem Hamilton noch zu knabbern haben dürfte: „Wenn er nicht so dicht vor uns gefahren wäre und Nico damit am Schluss nicht DRS gegeben hätte, hätte ich ihn vielleicht kriegen können...“ So aber stand sich Hamilton selbst im Weg.

Aus Ferrari-Sicht war der dritte Platz dennoch ein versöhnlicher Abschluss eines „harten Jahres.“ Vettel: „Das Team hat dieses Podium verdient. Wir hatten so viel Kritik dieses Jahr – manchmal berechtigt, manchmal weniger. Da ist es schön, ein Erfolgserlebnis mit in die Winterpause zu nehmen.“

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / Nico Rosberg

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