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Formel 1: Vettel kritisiert Kritiker

— 21.07.2016

Journalisten Schuld an Ferrari-Krise

Ferrari in der Krise - oder doch nicht? Während die Presse über Ferraris Form diskutiert, sieht Sebastian Vettel in genau dieser das große Problem der Scuderia.

Sebastian Vettel hat in seiner Presserunde am Hungaroring endlich den Schuldigen für die Ferrari-Krise gefunden! "Schuld daran, dass die Fans ungeduldig sind, seid Ihr!", herrschte er die Journalisten nach mehreren kritischen Fragen zur Ferrari-Performance in 2016 an. "Der ganze Stress kommt ja nicht von uns. Wir sagen ja nicht nach jeder Session: Alles ist Mist und wir müssen alles ändern, Leute rausschmeißen, hin und her und links und rechts. Das ganze Missverständnis beruht darauf, dass nicht ordentlich recherchiert und geschrieben wird."

Bitterer Ernst, den Vettel mit dem besten Lächeln eines Marlon Brando im Paten verkauft.
Kolumne aus dem Fahrerlager: Der unterbezahlte Herr Vettel

Was den Heppenheimer störte, waren eine Reihe von Berichten über den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der Scuderia. Vor der Saison hatte FIAT-Päsident Sergio Marchionne großspurig verkündet, dass Ferrari von Anfang an auf Augenhöhe mit Mercedes fahren wolle – oder davor. Stattdessen laufen die Italiener nun sogar Gefahr den zweiten Platz an Red Bull zu verlieren.

Die Aussagen von Ex-Boss Horner gefielen Vettel nicht

Deren Teamchef Christian Horner hatte gegenüber SPORT BILD deshalb sogar prophezeit: "Sebastian wirkt gestresst. Ich weiß nicht, ob ihm der Druck von Marchionne gefällt. Wenn nicht endlich etwas vorwärtsgeht bei Ferrari, kann ich mir vorstellen, dass er 2018 zu Mercedes wechselt."

Vettel dazu: "Irgend so ein Kommentar wird hochgehängt und dann wird sich daran aufgegeilt, obwohl es gar nichts zu bereden gibt. Ich finde mich immer wieder hier sitzen und erklären, was Sache ist, obwohl es eigentlich jedem klar sein sollte, der den Beruf hat, darüber zu berichten. Die Aufgabe ist es doch letztenendes da zu sein und zuzuschauen, was passiert."

Fakt ist aber auch: Vettel hat auf WM-Platz fünf bereits 70 Punkte Rückstand und aus den letzten zwei Rennen nur zwei Zähler geholt. In Silverstone gab er erstmals zu, dass sein Team Rückschritte gemacht habe. Der Kampf um den Titel sieht so nicht aus.

2015 läuft es bei Sebastian Vettel einfach nicht rund

Vettel sieht das diesmal anders: "Wir haben nie dagestanden und gesagt: Jetzt kommen die Wunder, schaut hin! Unser Anspruch war immer realistisch. Wir waren die ersten, die die Hand gehoben haben und gesagt haben: Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen."

Genau! Allerdings hat Vettel immer dann erst auf die Euphoriebremse treten müssen, wenn sein Präsident Sergio Marchionne zuvor auf der italienischen Wolke sieben schwebte.

Beim Heppenheimer selbst hört und hörte sich die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit so an: "Natürlich sind wir alle nicht ganz zufrieden damit, wie die Saison angefangen hat. Aber es hat sich nichts geändert. Wir sind alle hochmotiviert und drauf und dran dafür zu sorgen, dass Ferrari ganz oben steht."

Der Heppenheimer räumt sogar ein, dass Siege hätten möglich sein sollen: "Ich denke schon, dass das Ziel zu erreichen war. Wir haben es aber nicht geschafft. Dafür gibt es Gründe. Aber das ist kein Versagen, um Gottes Willen! Unterm Strich ist der Schritt, den wir gemacht haben, noch nicht groß genug. Aus dem Nichts heraus alles anzuzweifeln, wäre aber falsch. Es gibt nicht eine Sache, die uns im Weg steht, sondern es sind viele kleine Dinge. Deshalb wird es auch nicht von heute auf morgen klappen."

Ferrari-Krise? Vettel kann darüber nur lachen...

Vettel dementiert auch, dass sein Technikchef James Allison auf dem Absprung ist: "Wenn man das so liest, was geschrieben wird, können wir nur drüber lachen." Nachsatz: "Bei den meisten Sachen, die veröffentlicht wurden, kann man pauschal sagen, dass das Quark ist. In der Hinsicht scheint die italienische Presse der deutschen Presse sehr ähnlich zu sein. Statt das Positive zu sehen, konzentriert man sich darauf, was man schlecht reden kann."

Weltmeister Lewis Hamilton findet das alles gar nicht so schlimm. "Ferrari hat sein 2007 keine WM mehr gewonnen", sagt er auf AUTO BILD MOTORSPORT-Nachfrage. "Das kann man mit McLaren vergleichen. Und auch Red Bull hat ein paar Jahre lang keinen Titel geholt. Aber wer weiß, vielleicht ist nächstes Jahr ihr Jahr? Ich wüsste nicht, warum Sebastian unglücklich sein sollte. Er fährt für  Ferrari! Er ist immer noch in einer unglaublichen Position. Er könnte es schlimmer treffen, er könnte am Ende des Feldes rumfahren."

Wenigstens einer, der die Ferrari-Krise positiv sieht.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / Getty Images

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