Formel 1: Die besten Bilder aus Bahrain

Formel 1: Vettel mit WM-Chancen

— 22.04.2017

Vettel: Auch in Russland vorn dabei

Zwei Siege und ein zweiter Platz in drei Rennen. Für Sebastian Vettel läuft es momentan richtig gut. Das sagt er zum nächsten Rennen in Sotchi

Zwei Siege, sieben Punkte Vorsprung auf Lewis Hamilton in der WM – und trotzdem fuhr Sebastian Vettel gleich beide Testtage in Bahrain. "Jede Runde hilft im Titelkampf", sagt er. "Die Autos sind noch relativ neu und die Reifen auch – deshalb hilft jeder Meter. Denn es ist immer wichtig etwas über das Auto zu lernen."

Am nächsten Wochenende in Russland erwartet er wieder konkurrenzfähig zu sein. "Ich glaube nicht, dass wir dort wegen der kühleren Temperaturen Probleme haben", sagt er. "In China war es auch kälter und wir waren konkurrenzfähig. Unsere Aufgabe wird es jetzt sein unsere Gegner weiter unter Druck zu setzen, insbesondere Lewis Hamilton." Das könne neben einem schnellen Auto auch weiterhin über die Taktik funktionieren, glaubt Vettel. "Bis jetzt hatten wir perfekte Strategien, aber wir müssen weiter voll konzentriert sein, um dieses Niveau zu halten."

Die 5 Sieg-Geheimnisse von Ferrari

1. Der Fahrer

Vettel ist wieder voll motiviert. „Das war nach seiner kleinen mentalen Krise im vergangenen Jahr ganz wichtig“, weiß Mark Webber, sein Ex-Teamkollege bei Red Bull. „Denn letztes Jahr hat er das Auto oft überfahren. Jetzt ist er wieder am Limit, aber nicht darüber.“ Dazu kommt: Die neuen, aggressiveren und schnelleren Autos kommen dem Heppenheimer entgegen. Webber: „Damit kann er sein Fahrgefühl wieder stärker zur Geltung bringen.“ Vettel fuhr die mit Abstand meisten Test-Kilometer der Top-Piloten mit den neuen, breiteren Pirelli-Reifen: insgesamt 2228 km. Gegner Hamilton dagegen nur 50 (!). Ergebnis: Der Brite kam in Melbourne zu früh an die Box, weil seine Reifen nicht mehr hielten. Vettel blieb länger draußen und kam so an Hamilton vorbei. Das war entscheidend für den Sieg.
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2. Das Auto

Schon früh in der vergangenen Saison war Vettel bewusst, dass er 2016 keine Chance auf den Titel haben würde. Also entschied Vettel, sich schon ab dem Frühsommer voll auf 2017 zu konzentrieren, auf das Jahr der drastischen Regeländerungen mit völlig neuen Autos und neuen Reifen. Der neue Ferrari SF70-H, von Vettel „Gina“ genannt, ist nicht nur superstark in schnellen Kurven. Er wurde auch ganz nach seinem Geschmack entwickelt. Denn: Vettel legt viel Wert da­rauf, dass sich das Heck beim Bremsen extrem stabil verhält. Außerdem arbeitete er am Ansprechverhalten des Motors, damit er mit gezielten Gasstößen besser aus den Kurven beschleunigen kann. Ergebnis: Der SF70-H ist ein echtes Vettel-Auto. Webber: „Als Fahrer kann er jetzt einen größeren Unterschied machen, weil die Autos am Limit schwerer zu fahren sind. Er hat sich den Ferrari so zurechtgelegt, dass er in diesem Jahr im Grenzbereich damit spielen kann.“ Vettel schwärmt: „Das Auto brüllt: mehr, mehr, mehr!

3. Die Techniker

Vettel führt mit 68 Punkten die Weltmeisterschaft an

Mit dem neuen Ferrari-­Technikchef Mattia Binotto (47) hat Vettel seinen verlängerten Arm gefunden. Was Ross Brawn früher für Michael Schumacher war, ist der in Lausanne geborene Italiener jetzt für Vettel. Binotto gilt als ruhiger Organisator, der den Umbau des Teams vorangetrieben hat. Er genießt zudem das Vertrauen von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne. Das ist ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg. Der anspruchsvolle Präsident hört auf ihn und setzt das Team weniger unter Druck als 2016. Binotto redet in der Öffentlichkeit kaum, dafür spricht Vettel jetzt wieder wie in erfolgreichen Zeiten: „Wir haben immer an uns geglaubt, und langsam zahlt sich das aus. Wir haben nicht nach links und rechts geschaut, sondern unseren Plan verfolgt. Insbeson­dere in den letzten Monaten konnten wir in Ruhe arbeiten. Das ist der Schlüssel.“
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4. Das Budget

SPORT BILD erfuhr: Ferrari-Chef  Marchionne soll bereits im Vorjahr zusätzlich zum Standard-Budget von 350 Millionen Euro eine dreistellige Millionensumme freigemacht haben, um den Rückstand auf Mercedes aufzuholen. Das zahlt sich jetzt und auch in den folgenden Monaten aus. Ferraris Fabrik in Maranello ist erst zwei Jahre alt. Sie hat alles, was ein modernes Formel-1-Werk braucht. Unter anderem einen Prüfstand, auf dem der gesamte Antrieb getestet werden kann. Die neuen Aerodynamik-Regeln gaben Ferrari jetzt die Möglichkeit, die Vorteile der neuen Mega-Fabrik auf der Strecke umzusetzen.

Sebastian Vettel: Seine Karriere in Bildern



5. Die Weiterentwicklung

„Es ist extrem wichtig zu wissen, dass der Sieg in Melbourne nur der erste Schritt auf einem langen Weg ist“, konstatiert auch Marchionne. „Wir müssen voll konzen­triert weiterarbeiten und uns jedes Rennen verbessern.“ Für die Weiterentwicklung des Autos hat Ferrari eine Spezialeinheit gegründet, die von Aerodynamik-Genie Rory Byrne angeführt wird. Der Südafrikaner, der schon für Michael Schumachers Erfolgs-Ferrari mitverantwortlich war, leitet eine Gruppe von drei jungen Ingenieuren mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren. Die werden alles geben, um im Entwicklungs-Rennen Schritt zu halten.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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