Formel 1: Vettel siegt in Barcelona

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Formel 1: Vettel siegt in Barcelona

— 23.05.2011

Vettel-Fiesta in Spanien

Sebastian Vettel ist einfach nicht zu stoppen. Beim Spanien-Thriller fuhr der Formel 1-Weltmeister schon wieder als Erster durchs Ziel und hat nun einen Riesenvorsprung in der WM-Gesamtwertung.

(dpa/sb) Formel 1-Champion Sebastian Vettel fliegt im Eiltempo seinem zweiten Weltmeistertitel entgegen. Der Red-Bull-Star nahm auch beim Spektakel in Barcelona am Sonntag (22. Mai 2011) die Konkurrenz auf die Hörner und holte sich seinen vierten Sieg im fünften Saisonrennen. In einem packenden Duell rettete der Deutsche sechs Zehntelsekunden Vorsprung auf seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton im McLaren ins Ziel. "Jabbadabbadu, ringdingding", jubelte Vettel nach seinem schwierigsten Sieg in diesem Jahr via Boxenfunk. "Mir ist eine Tonne vom Herzen gefallen, als ich die Zielflagge gesehen habe", gestand der Titelverteidiger, der erneut mit Aussetzern beim wichtigen KERS-Zusatzschub kämpfte. "Das war maximaler Stress", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der am Kommandostand bis zum Schluss zittern musste. Dritter wurde Hamilton-Kollege Jenson Button vor dem von der Pole Position gestarteten Mark Webber im zweiten Red Bull und Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari.

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Es war der härteste Sieg der bisherigen Saison: Sebastian Vettel jubelt auch in Barcelona.

Einen deutlichen Aufwärtstrend zeigte Rekordweltmeister Michael Schumacher, der als starker Sechster auch den Mercedes-Zweikampf mit dem siebtplatzierten Nico Rosberg für sich entschied. "Es ist besser gelaufen, als ich es vorher gedacht habe", meinte Schumacher nach dem Ende seiner Ergebniskrise, bemängelte aber den "dürftigen" Rennspeed des Silberpfeils. Der aus der Boxengasse gestartete Nick Heidfeld komplettierte nach einer furiosen Aufholjagd mit Rang acht das gute deutsche Gesamtergebnis. "Das hat extrem viel Spaß gemacht", sagte der Lotus-Renault-Rennfahrer aus Mönchengladbach. Wieder punktlos blieben dagegen Adrian Sutil im Force India als 13. und Timo Glock im Marussia-Virgin auf Platz 19. 

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Schampus satt: Vettel nimmt einen Schluck mit dem zweitpaltzierten Lewis Hamilton (McLaren). Dritter wurde Hamilton-Kollege Jenson Button.

Vettel war der erste Pilot seit elf Jahren, der bei seinem Sieg auf dem Circuit de Catalunya nicht von Startplatz eins losgefahren war. In der WM-Gesamtwertung führt der Titelverteidiger vor dem Klassiker in Monaco am kommenden Sonntag (29. Mai 2011) mit 118 Punkten haushoch vor Hamilton, der 77 Zähler hat, und Stallrivale Webber (67). "Alles in allem ein perfektes Ergebnis", urteilte der 23-Jährige aus Heppenheim. Am Start hatte Vettel sich wie erhofft seinen auf Pole Position stehenden Teamkollegen Webber schnappen können, doch Erster war nach der Auftaktrunde Ferrari-Star Alonso. Der von Platz vier ins Rennen gefahrene Spanier erwischte auf den ersten Metern unter dem dröhnenden Jubel seiner Landsleute die beste Linie und drängte sich am Red-Bull-Duo vorbei. Auch Mercedes-Mann Schumacher ließ alte Klasse aufblitzen, als er sich von Startplatz zehn auf Position sechs vorarbeitete.

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Der dritte große Start-Gewinner war Nick Heidfeld. Weil sein Auto beim Abschlusstraining am Samstag Feuer gefangen hatte und er deshalb die Qualifikation verpasste, nahm er den fünften Saisonlauf aus der Boxengasse auf. Doch schon nach den ersten Kilometern hatte er sieben Konkurrenten überholt. An der Spitze konnte Alonso seine Verfolger Vettel und Webber zunächst in Schach halten. Wie schon in den vergangenen Rennen entwickelte sich durch die neuen Regeln und Reifen ein packendes Spektakel mit reichlich Action. Beim zweiten Boxenstopp packte Vettel dann Alonso und kurz darauf auch Hamilton. Nun lieferten sich Alonso und Webber ein knallhartes Duell, beim dritten Reifenwechsel kam es fast zur Kollision. Schnellster Mann unter den Top-Piloten war in dieser Phase indes Hamilton, der dank der frischeren Reifen rasant auf Vettel aufholte. An den Kommandoständen waren nun die Strategen gefragt.

Pannen bei Nico Rosberg

Vettel kam in Runde 35 zum dritten Mal für neue Pneus, Hamilton einen Umlauf später – und der Titelverteidiger rettete seine Führung. Platz drei eroberte Reifenflüsterer Button, der dank einer Drei-Stopp-Strategie Alonso und Webber düpierte. Im Mercedes-Duell um Platz sechs kamen sich Schumacher und Rosberg gefährlich nah, der Altmeister aus Kerpen behielt die Oberhand. "Ich hatte volle Probleme. Mein Funk hat nicht funktioniert. Ich musste Sprit sparen, KERS funktionierte nicht richtig, der Heckflügel hat nicht funktioniert. Das Trinken ging nicht", erklärte Rosberg frustriert. In der Schlussphase wurde der Kampf um den Sieg endgültig zum Thriller. Hamilton blieb Vettel dicht auf den Fersen, kam immer dichter, aber nicht vorbei. Rundenlang bedrängte der Champion von 2008 den Hessen, der sich jedoch geschickt verteidigte. Nach 1:39:03,301 Stunden fuhr Vettel als Erster über die Ziellinie und stieß einen spitzen Freudenschrei aus.

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