Vettel

Formel 1: Vettel unter Druck

— 25.08.2016

Ferrari muss zulegen

Sebastian Vettel fordert: Ferraris zweite Saisonhälfte muss besser werden. Die Scuderia will in den übrigen Rennen den Anschluss an die Spitze schaffen.

Für Sebastian Vettel (29) wird die zweite Saisonhälfte zur Nagelprobe. Schafft Ferrari es Rang zwei von Red Bull zurückzuerobern? Oder fallen die Italiener weiter zurück?

Fakt ist: In der WM liegt Vettel nach zwölf von 21 Rennen mit 97 Punkten Rückstand auf Hamilton abgeschlagen an fünfter Stelle der Wertung. Schlimmer noch: Teamkollege Kimi Räikkönen hat zwei Zähler mehr als er. Nicht nur, dass der Ferrari laut Teamchef Arrivabene schwer zu "zähmen" sei. Vettel überfahre das Auto, heißt es Ferrari-intern.

Vettel liegt in der WM hinter Teamkollege Räikkönen

Sky-Experte Marc Surer (64) stimmt da zu. "Sebastian akzeptiert nicht, dass der Ferrari kein Gewinner-Auto ist und riskiert deshalb zu viel. Bei diesem Fahrstil schleichen sich aber immer wieder Fehler ein. Kimi fährt einfach sein Ding und ist deshalb manchmal schneller", analysiert der ehemalige Formel-1-Pilot aus der Schweiz.

In der Tat: 2016 sieht man mehr Vettel-Fehler als sonst. Ganz ungewöhnlich: Beim Heimrennen in Hockenheim bremste er schon eine Runde vor Schluss ab und gab erst wieder Gas, als Überrundete an ihm vorbeizogen. Doch auch im Team herrscht weiter Unruhe.

Nach Technikdirektor James Allison soll auch Aerodynamikboss Dirk de Beer das Team verlassen. Der Franzose David Sanchez rückt Medienberichten zufolge nach. Allein: Die Saison soll keine ganz große Pleite werden. Aus Italien sickerten Gerüchte durch, dass Ferrari deshalb auch die letzten drei übrig gebliebenen Entwicklungswertmarken (Token) während der Sommerpause in den Antrieb gesteckt hat. Wann der neue Motor debütiert, ist aber noch fraglich.

Aktuell fährt Ferrari hinter Red Bull und Mercedes her

Der Deutsche bleibt dennoch Berufsoptimist: "Die letzten Rennen waren hart für uns, aber auch nützlich", sagt er. "Wir haben viel über die Stärken und Schwächen unseres Autos gelernt, also wissen wir, worauf wir uns konzentrieren müssen. Natürlich können wir nichts über Nacht ändern, aber die zweite Saisonhälfte sollte definitiv besser werden."

Nach ABMS-Informationen liegt es nicht so sehr am Motor. Der Antrieb ist GPS-Messungen der Konkurrenz zufolge fast auf Mercedes-Niveau. Der Ferrari hat zu wenig aerodynamischen und mechanischen Grip. Allein: Der neue Technikchef Mattia Binotto war bis vor kurzem nur für die Motoren zuständig. Ob er das Gesamtkonzept des Autos verbessern kann, bleibt fraglich. Insidern zufolge habe die Weiterentwicklung des Ferrari gestockt, seit Allisons Frau im März plötzlich gestorben ist.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.