Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1: Vettel vs. Hamilton

Berger: "Genau das braucht der Sport!"

Sebastian Vettel könnte eine weitere Strafe für den Rempler gegen Lewis Hamilton drohen. Dabei findet seine Aktion auch Fürsprecher im Fahrerlager.
Die Aufregung war groß um die Eskalation im Duell zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton in Baku, die Schlagzeilen ebenfalls. Für die Formel 1 ist das gut, findet Ex-Pilot Gerhard Berger. "Genau das braucht der Sport", sagt der Österreicher zu ABMS. Die Diskussionen um die Vorfälle in Aserbaidschan seien "super, jeder Fan hat eine Meinung dazu", so Berger. Zumal der DTM-Boss findet: "Es war ja keine gefährliche Aktion, hat aber gezeigt, dass da zwei Sportler mit Emotionen bei der Sache sind. Beide haben provoziert und beide wurden bestraft. Vettel vom Weltverband und Hamilton vom Renngott."
Dass die Sache zumindest für Vettel ein weiteres Nachspiel haben könnte - die FIA entscheidet am Montag (s. unten) - findet Berger unnötig. "Das Thema sollte damit dann auch erledigt sein", sagt er über die bereits verhängten Strafen und zieht einen Vergleich zu seiner aktiven Zeit. "Damals hätte sich darüber kein Mensch aufgeregt. Wir sind uns ständig in die Räder gefahren, das war Tagesgeschäft", so Berger, der aber auch zu bedenken gibt: "Man hätte die Aktion ohne Telemetriedaten und Cockpitkameras damals allerdings auch nie auflösen können."

Welche Strafe kommt auf Sebastian Vettel noch zu?

Nicht nur Berger, auch andere große Namen im Fahrerlager, nehmen Vettel nach dem Aussetzer in Schutz. Formel-1-Sportchef Ross Brawn etwa erklärte über das Revanchefoul des Deutschen an Lewis Hamilton: "Das hätte nicht passieren dürfen. Aber es zeigt, mit welcher Leidenschaft die Jungs um den WM-Titel kämpfen. Und Passion ist etwas, das wir alle sehen wollen." Brawn: "Ich kann bei Vettels Manöver keinen Vorsatz erkennen, das war vielmehr ein Ausdruck davon, dass in diesen Piloten nicht nur viel Adrenalin fließt, sondern halt auch ein gewaltiges Rennfeuer lodert. Sebastian wird sich gut überlegen, was in Aserbaidschan vorgefallen ist, und er wird daraus etwas lernen."
Auch Jenson Button schreibt auf Twitter: "Der Aserbaidschan-GP war eine Freude. Warum? Weil das Adrenalin und die Emotionen hochkochten. Das war dumm von Vettel, aber er wurde dafür bestraft. Wir sollten das nun hinter uns lassen."
Allein: Die FIA tut das derzeit (noch) nicht. Am Montag gibt es ein Nachspiel für Vettel. Dann will der Weltverband den Vorfall noch einmal untersuchen. Dabei könnte es gefährlich werden für den Heppenheimer. Denn FIA-Präsident Jean Todt legt größten Wert auf das Thema Sicherheit im Straßenverkehr. Und mit seinem Rambo-Manöver widerspricht Vettel, der als Formel-1-Pilot einer der Botschafter dieser Kampagne ist, seiner eigentlichen Aufgabe.
Dazu kommt: Nach seinem Funk-Ausraster gegen Charlie Whiting in Mexiko ("Fuck off") fährt Vettel aus Sicht des Präsidenten auf Bewährung. Damals ließ der Franzose wegen eines Entschuldigungsbriefes von Vettel Milde walten. Ob der Heppenheimer sich auch diesmal beim FIA-Boss gemeldet hat, ist nicht bekannt.
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Interessant ist schon jetzt: Wie die italienische Gazzetta dello Sport berichtet, droht Ferrari damit, das gesamte Team zurückzuziehen, wenn Vettel gesperrt wird. Eine Drohung, die bei der FIA kein Gehör finden wird. Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda  wünscht sich eine harte Strafe: "Was es noch schlimmer macht, ist dass Vettel seinen Fehler nicht einsieht. Warum sagt er nicht einfach: Ich habe Mist gebaut?"

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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