Red Bull

Formel 1: Vettel will eigenen Motor

— 25.06.2014

Kauft Red Bull Renaults Motorschmiede?

Der Frust über Renaults anfälliges Triebwerk wird bei Red Bull von Tag zu Tag größer - bei der Suche nach Alternativen erwägt man nun eine interne Lösung.

Nach dem erneuten Renault-Debakel am Red Bull-Ring (Vettel verlor mit defekter Elektronik eine Runde, gab später auf) reißen die Gerüchte über einen eigenen Red Bull-Motor nicht ab. Heute berichtet die SPORT BILD, dass die Überlegungen des Vettel-Teams schon weit fortgeschritten sind. „Einen eigenen Motor zu bauen, das wär’s“, wird Sebastian Vettel zitiert. Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz deutet an: „Auch wenn es nicht unsere Kernkompetenz ist: Es wäre doch nicht schlecht für einen Getränkehersteller, wenn er plötzlich auch noch einen Motor baut.“

Ende der Abhängigkeit

Auch Gerhard Berger (li.) fragt sich, wie lange Vettel (re.) & Co. Renault noch die Treue halten

Hintergrund: Red Bull will unabhängiger werden. Red-Bull-Insider Gerhard Berger zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Red Bull ist sozusagen dem Motorenhersteller ausgeliefert, weil sie ja keine eigenen Motoren bauen. So wie ein Motorhersteller ausgeliefert ist, wenn ein Team ein schlechtes Chassis baut.“ Das Problem: die Zeit. In nur eineinhalb Jahren ist es fast unmöglich ein eigenes Triebwerk zu bauen. Deshalb hat Red Bull nach ABMS-Informationen eine Lösung gefunden: Die Renault-F1-Schmiede in Viry-Chatillon bei Paris teilweise übernehmen und mit eigenen Leuten und größerem Budget ausbauen.

Lotus vor dem Absprung

Dazu passt, dass Lotus zu Mercedes wechseln will. Angeblich fehlt nur noch eine Bankgarantie, damit das Team von Gerard Lopez schon 2015 mit Mercedes-Antrieb startet. Red Bull könnte sich in der Motorenfabrik in Frankreich dann ganz auf das eigene Team und Toro Rosso konzentrieren. Als drittes Team könnte Caterham beliefert werden, das nach ABMS-Informationen kurz vor dem Verkauf steht.

Hilfe von Illien

Dringend benötigte Änderungen am aktuellen Renault-Triebwerk könnten unter Oberaufsicht von Red Bull-Technikchef Adrian Newey und seinem alten Kumpel Mario Illien, ehemals Mercedes-Motorchef, in Red Bulls neuem Technologiezentrum in England geplant werden. Illien betont auf Nachfrage, dass er Mitglied der Arbeitsgruppe war, die die neuen Antriebsregeln ausgetüftelt hat. Heißt: Knowhow wäre ausreichend vorhanden. Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko vielsagend: „Der Kontakt zwischen Adrian und Mario ist immer noch sehr gut.“ Der Grazer Motorspezialist AVL könnte obendrein mit dem Bau bzw. der Fertigung gewisser Zulieferteile beauftragt werden.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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