Formel 1: Boxengeflüster aus Baku

Formel 1: Vettels Baku-Geheimnis

Ferraris Löffel-Flügel

Ein Löffel-förmiger Heckflügel sorgt für mehr Abtrieb auf der Hinterachse und macht Ferrari schnell. So funktioniert das Konzept der Italiener.
Kaum ist der Erfolg da, kommen die Neider. Derzeit hat Mercedes Ferrari im Visier. Die Hybrid-Antriebseinheit des roten Renners soll punktuell mehr als die pro Runde erlaubten 4 Megajoule über den Elektromotor MGU-K freigeben. Die FIA hat eine Untersuchung eingeleitet. Mal wieder. Denn das Spiel ist altbekannt. Auch Ölverbrauch und Hydraulik des Ferrari wurden 2018 bereits untersucht. FIA-Technikchef Jo Bauer in Baku zu ABMS: „Der Ferrari ist zu 100 Prozent nicht illegal.“

Vettel erzielte drei Poles bei den letzten vier Rennwochenenden

Offenbar versteht die Konkurrenz nicht, wie der rote Renner aerodynamisch so perfekt ausbalanciert und auf der Geraden trotzdem schnell sein kann. Auffällig war in Baku: Vettel war im Rennen bei den Topspeeds neun km/h schneller als Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Eines der Geheimnisse: ein neuer Heckflügel mit einem Hauptblatt in Löffelform. Das sorgt dafür, dass der Luftwiderstand im Heckbereich sinkt – und die Flaps trotzdem steil angestellt werden können. Heißt auch: viel Abtrieb für die teils engen Kurven und trotzdem eine gute Endgeschwindigkeit. Der Ferrari SF71H ist aerodynamisch extrem effizient.
Anders offenbar als der Mercedes, wo die Fahrer das ganze Wochenende mit der Balance und der Reifentemperatur zu kämpfen hatten.
Neue Aerodynamik-Regeln ab 2019: Hier nachlesen
Wenn es allein nach den Topspeeds geht, hatte übrigens Daniel Ricciardo das schnellste Auto. Im Qualifying war er ohne Windschatten 341,8 km/h schnell. Lewis Hamilton lag mit fünf km/h weniger auf Rang vier. Sebastian Vettel fehlten auf Platz elf sogar 13 km/h. Zeit, die er mit steil gestelltem Flügel in den Kurven wieder gutmachen konnte. Entsprechend war er trotz Rang vier im Rennen zufrieden. „Unser Auto ist im Qualifying und Rennen einfach super“, sagt er.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Paolo Filisetti

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