Formel 1: Galerie - Monaco GP

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Formel 1: Vettels Blog aus Monaco

— 25.05.2014

Frühes Aus in Monte Carlo

Sebastian Vettel schied in Monte Carlo im Rennen früh aus - in seinem Blog berichtet er auf AUTO BILD MOTORSPORT vom Geschehen aus Monaco.

Sonntag:

Sebastian, was war heute der Grund für das frühe Ausscheiden beim Grand Prix von Monaco?

Genau weiß ich das leider selbst noch nicht (ABMS erfuhr: Das Getriebe versagte, weil die Elektronik wegen eines Schadens am Turbolader abriegelte; d. Red.). Am Ende hatte ich einfach keinen Ladedruck mehr und ein Motor ohne Ladedruck ist leider kein echter Motor.

Was ist genau passiert?

Der Start war sehr gut und es lief auch noch alles normal. Dann kam die letzte Runde der Safety-Car-Phase und auf einmal war der ganze Ladedruck weg. Deshalb hatte ich keine Power mehr und an ein Weiterfahren war gar nicht mehr zu denken. Ich habe zwar versucht, das Auto neu starten, aber am Ende war auch das erfolglos.

Wie läuft in diesem Fall die Kommunikation mit der Box ab?

In so einem Moment versuche ich den Jungs einfach so gut es geht zu beschreiben, wie sich das Problem anfühlt und sie versorgen mich wiederum mit so vielen Lösungsvorschlägen wie möglich. Heute war allerdings nicht der passende dabei.

Man hat es am Funk ganz deutlich gehört, wie enttäuscht und frustriert du warst. Was ist dir in dem Moment durch den Kopf gegangen?

Immer etwas anderes. In den letzten Rennen ist unfassbar viel passiert und man hofft bis zum Schluss, dass man die Situation noch lösen kann. Ich weiß aber auch, dass es nicht immer so weitergehen kann, weshalb wir jetzt weitermachen und den Kopf nicht hängen lassen werden.

Was geht einem durch den Kopf, wenn das Auto wenige Runden später zu streiken beginnt?

Ich habe erst noch gehofft, dass aus der Box noch ein Lösungsvorschlag kommt, aber leider kam nichts. So ein früher Ausfall ist natürlich sehr schade und tut auch ein bisschen weh.

Woran kann das liegen, dass die Probleme immer nur an deinem Auto auftauchen? Da muss doch jemand eine Lösung parat haben...

Leider ist es einfach immer etwas anderes und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mittlerweile den Großteil der Entwicklung was die Fehlerbehebung betrifft vorangetrieben habe. Es bleibt einem als Fahrer leider nicht viel mehr übrig als das, was passiert, hinzunehmen - aber ganz klar ist es auch frustrierend.

Wie gehst du mit deinem Frust nach so einem Vorfall um?

Der Frust dauert bei mir nicht lange, weil ich mich nicht zu lange mit Negativem beschäftige. Abhacken und weitermachen ist da meine Devise. Sicher ist es schade, wenn man ein Rennen so früh beenden muss, vor allem weil ich glaube, dass heute der dritte Platz drin gewesen wäre. Ich hätte heute Fürst Albert und Fürstin Charlene wirklich sehr gerne die Hand geschüttelt, aber daraus ist leider nichts geworden.

-

Samstag

Obwohl wir am Donnerstag noch etwas mit dem Wetter zu kämpfen hatten, war es trotzdem gut, endlich mit dem neuen Auto auf den Kurs rauszufahren. Wir wussten von vornherein, dass es sich etwas anders anfühlen würde. Der RB10 hat ja einen deutlich anderen Drehmomentverlauf als sein Vorgänger, besonders wenn es nass ist, aber ich war dann doch überrascht, wie schnell wir uns  an alles gewöhnt haben. Sicher sind wir etwas langsamer als im letzten Jahr unterwegs gewesen, aber das war keine große Überraschung.

Probleme mit ERS

Durch die guten ersten Runden hatten wir uns eigentlich für das heutige Qualifying etwas mehr vorgenommen, sind dann aber leider doch relativ früh, gleich während des ersten Teils, enttäuscht worden. Schuld daran war heute der ERS-Antrieb, der auf einmal vollkommen gestreikt hat, was dazu geführt hat, dass wir ab dann ohne volle Leistung unterwegs waren. Wir haben zwar das ein oder andere probiert, konnten das Problem aber nicht lösen und mussten dann wohl oder übel mit der etwas schlechteren Einstellung weiterfahren.

Äußere Seite kein Traum

Es war bis zum Schluss ein kleiner Kampf, weil ich hier und da noch versucht habe, mich zu wehren und so viel Zeit wie möglich rauszuholen, aber am Ende müssen wir uns einfach mit dem vierten Platz zufrieden geben. Die äußere Seite auf der wir morgen starten ist natürlich gerade auf die erste Kurve bezogen kein wirklicher Rennfahrer-Traum, aber ich werde natürlich trotzdem alles versuchen, um das Auto so gut wie möglich im vorderen Feld zu halten.

Monaco ist nicht einfach

Trotz des kleinen 'Dämpfers' mit dem ERS sehe ich dem morgigen Rennen aber durchaus positiv entgegen. Daniel hat heute gezeigt, dass das Auto noch weitaus mehr kann und das ist am Ende für alle eine gute Nachricht. Unsere Hausaufgaben bis zum Start liegen ganz klar auf dem Tisch: Probleme beseitigen und hoffen, dass wir morgen ein fehlerfreies Rennen fahren dürfen. Wie wir alle wissen, ist Monaco nicht für seine Einfachheit bekannt und da Überholmöglichkeiten mehr als nur selten sind, ist das fahrerische Können sicher noch viel mehr gefragt.

Ich melde mich bald wieder, bis dann ...

Sebastian

In Zusammenarbeit mit www.sebastianvettel.de & www.redbull.de
Fotos: Getty Images

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