Formel 1: Vettels Test-Blog aus Bahrain

Formel 1: Vettels Blog nach dem Rennen

— 17.03.2014

Keiner trägt die Verantwortung alleine

Sebastian Vettel schied beim Auftakt in Australien bereits nach fünf Runden aus - auf AUTO BILD MOTORSPORT berichtet er von seinem Rennen.

Sonntag:

Für uns hat der Grand Prix von Melbourne am Ende nur fünf Runden gedauert, aber es war uns ja leider schon vorab bewusst, dass dieses erste Rennen besonders hart werden würde. Bei mir hat sich bereits in der zweiten Formationsrunde angedeutet, dass etwas mit dem Auto nicht stimmt und wie man gesehen hat, hat sich das auch wenig später bewahrheitet. Bei Daniel lief das Auto rund, aber leider wurde er am Ende disqualifiziert, was mir unendlich leid tut, weil es natürlich nichts Schöneres gibt, als in seinem Heimatland ein tolles Ergebnis einzufahren.

Es hängt alles zusammen

Zurück zum Auto: Man darf nicht vergessen, dass das System im Auto zusammenhängt und dass, sobald ein Komponente nicht funktioniert, gar nichts mehr funktioniert. Heute gehen wir davon aus, dass es sich dieses Mal um den Motor gehandelt hat. Ich habe dann einfach unglaublich viel Leistung verloren und ich denke, man hat ziemlich deutlich gesehen, wie unterlegen ich dann war. Wir haben zwar alles erdenkliche versucht, um das Auto wieder wach zu rütteln, aber es hat leider nichts geholfen.

Nicht die Köpfe hängen lassen

Gerade weil heute der Motor nicht ganz so gut gelaufen ist, waren natürlich vor allem meine Renault-Jungs ziemlich am Boden und enttäuscht, aber ich hatte schon Gelegenheit mit ihnen zu sprechen und gut zuzureden. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und uns daran erinnern, dass keiner alleine die Verantwortung trägt. Wir sind ein Team und müssen auch so agieren: In guten und in schlechten Zeiten.

Kein Grund zur Panik

Man hat heute generell gemerkt, dass sich auch andere Teams und Fahrer noch nicht ganz leicht getan haben, weshalb ich auch keinen Grund für irgendeine Panik sehe. Wir haken dieses Wochenende ab, nehmen das, was wir gelernt haben mit nach Sepang und werden dort nächste Woche wieder mit ganzer Kraft an den Start gehen. Solange wir diese Einstellung beibehalten, kann nur alles besser werden.
Ich melde mich bald wieder, bis dann ...

Sebastian

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Samstag:

Nachdem ich mich gestern den ganzen Tag sehr wohl gefühlt habe, kam heute leider die Ernüchterung: Ich habe schon in der Früh gemerkt, dass ich mich nicht ganz so leicht getan habe wie noch im ersten freien Training. Unterm Strich kann und muss man deshalb sagen, dass wir heute einfach nicht gut genug waren und der 12. Platz damit leider das Maximum war. Sicher wäre es schön gewesen, noch etwas mehr rauszuholen, aber am Ende war das unter den gegebenen Bedingungen einfach nicht drin.

Der RB10 hat Potenzial

Gratulation an dieser Stelle an Daniel! Es war schön zu sehen, wie gut es für ihn gelaufen ist. Sein zweiter Platz zeigt, was wirklich im Auto steckt und wie hoch das Potenzial des RB10 ist. Wie schon öfters gesagt, liegt es aber meist an ganz winzigen Kleinigkeiten, wieso etwas auf einmal nicht klappt, weshalb wir uns jetzt für den Rest des Abends auf Fehler-Suche begeben werden.

Vermisse den Sound

Generell sind viele der Neuerungen etwas, woran man sich erst gewöhnen muss, angefangen bei der Leistung des Autos. Für viele Fahrer, und da zähle ich mich dazu, ist es schade, dass unsere Autos weniger Power haben, weshalb es auch schwer fällt, die vielen Neuheiten als Verbesserung anzusehen. Zudem vermisse ich das altbekannte Geräusch, das Heulen des Motors sehr... aber wahrscheinlich muss man dem ganzen etwas Zeit geben.

Brauchen jetzt Geduld

Selbst wenn mein Startplatz jetzt kein Anlass für Luftsprünge ist, will ich ihn aber trotzdem nicht verteufeln. Mein Ziel für morgen ist ganz klar: Ich will so viel wie möglich fahren, lernen und mitnehmen, damit wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln können. Ich denke, wir haben gestern ganz gut gesehen, was an einem Tag passieren kann, an dem alles zusammenläuft und genau daran müssen wir jetzt arbeiten. Ich bin mir ganz sicher, dass wir bald besser mit den ganzen Sachen umgehen können, wahrscheinlich braucht man dazu einfach nur ein bisschen mehr Geduld.
Ich melde mich bald wieder, bis dann ...

Sebastian

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Freitag:

Das heutige erste freie Training in Melbourne war vor allem eines: Ganz wichtig für unsere eigene Moral! Wir sind heute mehr gefahren als bei den  gesamten Wintertests zusammen und das gibt einem nicht nur ein positives Gefühl, sondern auch die Bestätigung, dass sich die viele harte Arbeit und vor allem die hohe Anzahl an Überstunden in den letzten Wochen ausgezahlt hat.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Man hat es uns keine Minute angemerkt, wie schwer wir es in letzter Zeit hatten und das war wichtig. Wir haben heute bestimmt wieder viel mitgenommen und gelernt und auch wenn ich mit meiner besten Runde nicht ganz zufrieden war, kann ich damit ganz gut leben. Es war ein guter Schritt in die richtige Richtung und ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Tagen und Runden noch auf dem heutigen guten Ergebnis aufbauen können.

Schaffen es wieder an die Spitze

Ansonsten brachte der Freitag keine großen Überraschungen: Mir war klar, dass die beiden Mercedes zu den stärksten Autos im Feld gehören würden und das hat sich nach unseren Runden nur bestätigt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir, wenn wir weiterhin so hart arbeiten und das Auto auch in den nächsten Wochen genauso gut funktioniert, es wieder bis nach ganz oben an die Spitze schaffen können. Mit weniger würden wir uns aber auch nicht zufrieden geben.
Ich melde mich bald wieder, bis dann ...

Sebastian

In Zusammenarbeit mit www.sebastianvettel.de & www.redbull.de
Fotos: Getty Images

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