Formel 1

Formel 1: Vettels Drei-Jahres-Plan

— 06.04.2016

Der Titel ist für 2017 geplant

Rückschlag für Sebastian Vettel: Sein Bahrain-Motor ist futsch. Aber der Deutsche gibt die Hoffnung nicht auf - und hat ohnehin eine andere Zeitrechnung.

Der Motorschaden in der Einführungsrunde zum Großen Preis von Bahrain war für Sebastian Vettel (28) nur ein kleiner Rückschlag auf dem Weg zum großen Ziel.

Bei Ferrari herrscht Katzenjammer-Stimmung. Sebastian Vettel wird den Motor, der in Bahrain schon in der Einführungsrunde explodierte, laut Teamchef Maurizio Arrivabene „zu 90 Prozent verlieren“. Allein: Vettel konnte in der Wüste bei seinem Chef am Kommandostand schon wieder lachen.

Spätestens nächstes Jahr will Vettel vor Mercedes sein

Wie SPORT BILD berichtet, soll sich der Hesse nämlich einen Drei-Jahres-Plan erstellt haben, bei dem der Titel erst 2017 Pflicht ist. Das bestätigt auch sein einstiger Mentor Gerhard Berger: „Seb wird die Geduld jetzt nicht verlieren“, sagt der Ex-Ferrari-Star zu SPORT BILD. „Er konnte nicht wissen, dass er schon im ersten Jahr den Anschluss schaffen würde. Also gehe ich davon aus, dass er sich drei Jahre Zeit gegeben hat für das Thema Weltmeisterschaft.“

Sogar Vettel selbst gibt das indirekt zu. Die Frage: Glaubt er, dass er bis 2020 - solange sind die komplizierten Hybridmotoren am Start - mit Ferrari Weltmeister wird? Vettels Antwort: „Ja, ich bin zuversichtlich“, sagt er zu SPORT BILD: „So lange läuft mein Vertrag ja nicht mal! Das ist also das Erste, was ich aussortieren müsste, abgesehen davon, dass ich dann schon ein alter Mann sein werde.“

Vettel, der Scherzbold! Ernst wird er dann aber doch noch. „Ja, ich bin zuversichtlich. Diese Saison haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Und ich weiß, welche Entwicklungen wir noch in der Pipeline haben. Damit meine ich nicht nur dieses Jahr!“

Mit Papa Norbert: Im Hause Vettel ist Geduld gefragt

Die derzeit größte Schwäche von Ferrari: die Hybrid-Antriebseinheit. Ein Problem ist der Turbolader. Er ist - wird er am Limit gefahren - unzuverlässig. Siehe Kimi Räikkönens Turboschaden in Australien. Und er nimmt der Wärmemaschine MGU-H zu viele Abgase weg. Die Folge: Ferrari kann nur im Qualifying mit voller Elektro-Power fahren, nicht aber im Rennen. Ein Techniker eines Teams mit Ferrari-Motor sagt zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Würden wir am Anschlag fahren, würde unser Turbo auch hochgehen!“

Vettel weiß, dass der Vorsprung der Silberpfeile noch zu groß ist. „Immer wenn ich dachte, ich habe Lewis, drehte der am Knopf und war wieder weg“, so der Heppenheimer nach dem Melbourne-Grand-Prix.

Vettel jagt seinen fünften Titel in der Königsklasse

Ferraris Rückstand liegt aber nicht nur an den Nebenaggregaten, sondern auch am V6-Motorblock selbst. Schon bei den Wintertests berichtete AUTO BILD MOTORSPORT von gefährlichen Vibrationen. Nun soll ein Elektronikproblem zum Defekt eines Auslassventils geführt haben. In China muss Vettel bereits seinen zweiten von fünf erlaubten Motoren nutzen. Eine Ferrari-nahe Quelle verrät zudem: „Mercedes hat vom reinen Verbrennungsmotor her 50 PS mehr.“

Deshalb rechnet Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone auch auch nicht damit. Dass Vettel 2017 WM-fähig ist. Ecclestone zu SPORT BILD: „Ferrari wird bis 2020 keine WM mehr gewinnen, wenn wir die verdammten Hybridmotoren nicht loswerden. Es gibt kein Auto in der Formel-1-Geschichte, das so überlegen war wie der aktuelle Mercedes. Da nützt auch ein Vettel nichts.“

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.