Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1: Vettels Funk-Frust

— 07.11.2016

Vettels Ausraster in der Chronologie

Sebastian Vettel ist in der Formel 1 inzwischen für seine wütenden Kommentare am Boxenfunk bekannt. AUTO BILD MOTORSPORT blickt auf alle Radio-Ausraster des Heppenheimers zurück.

Seit 2007 fährt Sebastian Vettel in der Formel 1. In die höchste Klasse des Motorsports kam er als scheinbar zurückhaltender, braver Bub. Neun Jahre und vier Weltmeistertitel später sind seine Motzki-Ausbrüche Diskussionsthema Nummer eins in der Königsklasse. Seit er nicht mehr siegt, ist der Ferrari-Star Weltmeister im Meckern geworden. Nicht zuletzt deshalb wird in der Szene über die verbalen Entgleisungen des Ferrari Piloten heftig diskutiert. In den sozialen Medien kursieren mittlerweile sogar Vettel-Bingo-Spiele mit Vettels Standard-Zitaten: „Come on, blue flag!“, „Ridiculous!“, „What are we doing here?“, „Honestly!“, steht da.

Vettel beschwerte sich in Mexiko über Verstappen

Allein: Die Fernsehmacher der FOM, die darüber entscheiden, welche Fahrer-Funk öffentlich ausgestrahlt wird, hat es scheinbar auf Vettel abgesehen. Bei keinem anderen Piloten werden die temperamentvollen Mitteilungen so häufig abgespielt, wie beim Deutschen. Das Bild trügt somit: Es ist nämlich nicht nur Vettel, der in den Rennen wutentbrannt mit Kraftausdrücken um sich schlägt.

Klicken Sie sich in unserer Bildergalerie durch Vettels Funk-Ausrutscher!

Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Kommentar von AUTO BILD MOTORSPORT-Redaktionsleiterin Bianca Garloff

Nur ein Wüterich? Oder ein Kämpfer, der nie aufgibt und deshalb auch mit Worten ans Limit geht? Über den Sebastian Vettel des Jahres 2016 streiten sich die (Klein-) Geister. Auch am vergangenen Wochenende in Mexiko sorgte der Ferrari-Star wieder für Diskussionen. Wie der Kämpfer, der nie aufgibt, fuhr er mit dem Messer zwischen den Zähnen, um für Ferrari den dritten Platz zu erobern (nach Strafe am Ende Fünfter). Wie der Wüterich schrie er im Funk herum. Erst beschimpfte er McLaren-Pilot Fernando Alonso als „Idiot“, nachdem der Spanier ihn im freien Training blockiert hatte.

2016 motzt Vettel so viel wie noch nie

Im Rennen ließ er Renndirektor Charlie Whiting ausrichten: „Fuck off!“ Grund: Der Brite hatte Red Bull-Star Max Verstappen nicht gleich fürs Abkürzen im Zweikampf mit dem Heppenheimer bestraft. Alonso und Verstappen bezeichneten Vettel übereinstimmend als „frustriert“. Verstappen riet dem Deutschen sogar, „zurück in die Schule zu gehen und an seiner Sprachkompetenz zu arbeiten“. Allein: Dass der aufstrebende Max Verstappen gegen seinen Rivalen schießt, ist klar. Bei Alphatieren sind immer die anderen schuld. Und dass ein Fernando Alonso sich ins Fäustchen lacht, wenn Vettel wie er selbst – sogar fünf Jahre lang – mit Ferrari hinterherfährt, ist logisch. Gerade Alonso muss es ja wissen, wie es ist, wenn man für Ferrari fährt und nicht gewinnt.

Und genau das ist der Grund, warum Vettel im Moment nah am Vulkan gebaut ist. Denn Vettel hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Ein Sieg ist ihm 2016 noch nicht gelungen. Schlimmer aber: Auch teamintern bekommt er nicht den Rückhalt, den er bräuchte. Der stärkste Wind bläst Vettel dabei von Fiat-Präsident Sergio Marchionne ins Gesicht. Grund: Der Kanadier ist ein Zahlenmensch durch und durch, ohne jegliche Emotion für die Rennabteilung Ferraris. Vettel koste viel zu viel Geld, so wurde seine Meinung überliefert. Marchionne könnte sich deshalb gut vorstellen, so heißt es in den heiligen Hallen in Maranello, ab 2018 auch ohne Vettel hinterherzufahren. Fakt ist: In dieser Gesamtsituation ruhig zu bleiben, ist schwer. Mag falsch sein und für viele nicht nachvollziehbar – aber sehr, sehr menschlich.
Die Pechsaison des Heppenheimers in Bildern: HIER

Autor: Alexander Warneke

Fotos: Picture-Alliance

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