Formel 1

Formel 1: Vor Rennen in Sao Paulo

— 11.11.2016

Rosberg fängt "bei null an"

Die Mercedes-Stars vor dem vorletzten Rennen: Nico Rosberg gibt sich in Sao Paulo entspannt, Lewis Hamilton will endlich seinen Brasilien-Fluch brechen.

Zum dritten Mal startet Nico Rosberg am Sonntag in ein Rennen, an dessen Ende er als Weltmeister feststehen kann. Zum ersten Mal aber kann der Deutsche den Titel dabei aus eigener Kraft stemmen. Gewinnt Rosberg in Sao Paulo, ist er der Champion 2016. „Ich gehe trotzdem mit der gleichen Einstellung in das Rennen, wie in jedes andere auch“, beteuert der Mercedes-Star - wenngleich er zugibt: „Es ist mega, dass ich in so einer Situation bin, um den Titel zu kämpfen. Richtig cool!“

2014 und 2015 konnte Rosberg in Brasilien gewinnen

Und dennoch: Gedanken an seinen möglichen Triumph will er ganz weit wegschieben. Rosberg: „Ich fokussiere die Energie nur auf den Rennsieg, nicht auf das, was danach kommt.“ Der WM-Spitzenreiter weiß: Am meisten hilft es, kühlen Kopf zu bewahren - diese Entspanntheit strahlte er auch am Donnerstag im Fahrerlager aus. Die Stimmung im Team sei „viel gelassener“ als beispielsweise beim ersten Silberpfeil-Duell um den Titel 2014. Rosberg: „Bei mir ist das genauso, weil ich mehr Erfahrung habe, schon zweimal im Titelkampf war. Das hilft, den Fokus beizubehalten.“

Mögliche Störfaktoren werden einfach ausgeblendet. „So ein Rennwochenende ist intensiv. Man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren. Ich weiß genau, wie ich es mache, um äußere Einflüsse und negative Geschehnisse nicht an mich ranzulassen. Man muss in diesem Sport lernen, das Visier runterzuklappen. Sonst kann man keinen Erfolg haben“, erklärt Rosberg auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT. Eine gewisse Struktur und „Phasen, in denen ich auch mal für mich sein kann“, seien dabei sehr wichtig. Damit legte Rosberg am Donnerstag dann auch gleich los. Nach Beendigung aller Pressetermine hatte der Deutsche ab 18 Uhr Ortszeit einen freien Abend. Was dann so auf dem Plan steht, wollte ABMS wissen: „Eine entspannte Trainingseinheit, um den Körper anzukurbeln und für die Regeneration“, verriet Rosberg. Danach wolle er beim Dinner mit seinem Team „etwas lachen, später dann im Zimmer relaxen.“ Und zwar mit Facetime. „Das gibt immer Freude. Manchmal kriege ich einen Kuss von meiner Tochter über das Handy. Da lieg’ ich dann schonmal flach“, lachte Rosberg.

Die Rivalen am Donnerstag in der Pressekonferenz

Allein: Von sportlichem Rückenwind durch seine zwei Siege bei den beiden letzten Auftritten der F1 in Sao Paulo will er nichts wissen. „Wir fangen dieses Jahr wieder bei null an“, glaubt Rosberg, beteuert lediglich: „Ich habe schöne Erinnerungen an diese Strecke, habe mich hier immer wohlgefühlt.“ Im Gegensatz dazu hoffe er, dass sein Kontrahent vielleicht ein „weniger gutes Gefühl“ mit nach Sao Paulo bringe. Denn auch Rosberg weiß: Hamilton hat in Brasilien noch nie gewinnen können. Um den Fluch auf der Traditionspiste in Interlagos zu brechen, ist der Titelverteidiger extra mit einem speziellen Helmdesign in den Landesfarben angereist. „Ich will hier meinen ersten Sieg“, erklärte der Brite, der sich am Donnerstag ebenso wie Rosberg betont entspannt gab. „In der Position, in der ich bin, habe ich nichts zu verlieren“, meinte Hamilton. 19 Punkte Rückstand muss er in der WM gutmachen, damit sich dieser Umstand wieder ändert.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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