Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

Formel 1: Wehrlein-Comeback in Bahrain

— 08.04.2017

Die Wahrheit über Wehrlein

ABMS hat mit Pascal Wehrlein über seine aktuelle Situation gesprochen. Mercedes-Boss Toto Wolff verrät indes, wie schwer die Verletzung wirklich war.

Was ist wirklich los mit Deutschlands Formel-1-Supertalent Pascal Wehrlein (22)? Nach der Absage des Sauber-Piloten für den Großen Preis von China geisterten die wüstesten Spekulationen durchs Internet und die Presse. Die schlimmste Fragestellung: Wird er dieses Jahr überhaupt noch fahren? ABMS kennt die Antwort: Ja! Der Plan sieht vor, dass Wehrlein beim dritten Rennen in Bahrain wieder in seinem Sauber sitzt. Das bestätigte Mercedes-Sportchef Toto Wolff heute in China.
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In Bahrain oder Russland fährt Wehrlein wieder

Denn nicht die Rückenverletzung, die sich Wehrlein beim Race of Champions Ende Januar in Miami zugezogen hat, ist das Problem. Sondern der Trainingsrückstand, den der Mercedes-Junior dadurch verkraften musste. "Pascal hat sich bei dem Unfall Wirbel im Halswirbelbereich gestaucht und gebrochen. Er hat Glück gehabt, dass es nicht zu einer weitreichenderen Verletzung gekommen ist", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Rande des Großen Preises von China bei RTL. Wehrlein habe sich viele Wochen "kaum rühren können und in einem Korsett verbracht. Über diese Zeit hat er nicht trainieren können", so Wolff.

Allerdings: Nach ABMS-Informationen lag die Verletzung nicht im Bereich der Hals-, sondern der Brustwirbel. Auch Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn sagt: "Die Verletzung trifft die Brustwirbelkörper und nicht die Halswirbel, das hat auch Pascal klargestellt beim zweiten Test in Barcelona."

Aus diesem Grund entschloss sich der Ex-DTM-Meister auch nach den ersten Trainings in Melbourne das Formel-1-Auftaktrennen nicht zu fahren. Der Schwabe erklärt AUTO BILD MOTORSPORT: "Ich war noch nicht soweit. Es hätte nichts gebracht, nach 40 Runden aufgeben zu müssen. Das Problem ist, dass Formel 1 nicht so funktioniert wie Fußball. Wenn ein Fußballprofi nach einer Verletzung wieder zurück im Kader ist, kann man ihn im Spiel ein- oder auswechseln und so langsam aufbauen. Das aber ist in der Formel 1 nicht möglich."

Toto Wolff räumte in China mit den Gerüchten auf

Während seine Kollegen am Wochenende in China Gas geben, trainiert der Worndorfer in Salzburg beim Ex-Trainer von Jacques Villeneuve, Erwin Göllner, wie ein Berserker. Göllner hat eine speziell für Formel-1-Bedürfnisse entwickelte Maschine, die Fliehkräfte simulieren kann und die dafür am meisten benötigten Muskeln hilft, schnell aufzubauen. "Pascal stemmt Hanteln und Gewichte und bereitet sich so gut wie möglich auf Bahrain vor", erklärte auch Wolff: "Ich höre nur Gutes, dass er sich wesentlich besser und stärker fühlt. Im Moment spricht alles dafür, dass er in Bahrain im Auto sitzt."

Weniger erfreut war der Silberpfeil-Boss aber über die Gerüchte, die sich wegen seines Fehlens in China um Wehrlein ranken. "Man sollte über den Gesundheitszustand eines Sportlers eigentlich nicht in den Medien elaborieren", so Wolff, der erklärte, dass ihm jedoch wegen der anhaltenden "Verschwörungstheorien der Kragen geplatzt" sei. Wolff: "Es war eine sehr schwerwiegende Verletzung, die wir eigentlich nicht breittreten wollten. Aber jetzt ist die Zeit, es zu sagen - damit die Leute Ruhe geben."

Monisha Kaltenborn gibt Wehrlein eine Job-Garantie

Auch Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn steht voll hinter ihrem Schützling. Zu ABMS sagt sie: "Es war eine sehr reife Entscheidung von Pascal, in Melbourne auf den Start zu verzichten. Er trainiert jetzt hart, um in Bahrain sein Debütrennen für uns zu fahren." Für die vielen Spekulationen hat auch Kaltenborn null Verständnis: "Es geht nur um Trainingsrückstand, um sonst nichts. Manche Leute sollten lieber schweigen, als wild durch die Gegend zu spekulieren. Pascal beweist viel mehr Mut mit seiner Entscheidung, als all jene, die jetzt lästern. Durch den Überschlag in Miami wurde sein Rückgrat extrem gestaucht, deshalb erteilten die Ärzte am Anfang absolutes Trainingsverbot. Die Zeit, die ihm deshalb zur Vorbereitung fehlte, holt er jetzt nach."

Pascal Wehrleins Weg an die Spitze



Wehrlein ergänzt: "Das Wichtigste ist für mich, dass ich sehr hart und intensiv trainieren kann, um meine Leistung so schnell wie möglich hundertprozentig abrufen zu können. So bin ich dann gut vorbereitet für meinen ersten vollen Grand-Prix-Einsatz für das Sauber F1 Team. Ich hoffe, dass dies bereits in Bahrain der Fall sein wird." Sein Flug nach Bahrain ist zumindest schon mal gebucht. In China wird Wehrlein wie schon in Australien vom Italiener Antonio Giovinazzi ersetzt.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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