Formel 1

Formel 1: Wehrlein gegen Ocon

— 23.11.2016

Das kleine Silberpfeil-Duell

Nicht nur Nico Rosberg und Lewis Hamilton kämpfen in Abu Dhabi um den Titel, ganz am Ende des Feldes gibt es auch das Mercedes-Juniorenduell – da geht es um die Zukunft.

Das Mercedes-Juniorenduell ist genauso hart wie das echte Mercedes-Duell um den WM-Titel. Für Pascal Wehrlein und Esteban Ocon geht es vor allem um die Zukunft. Sie könnten eines Tages Nico Rosberg und Lewis Hamilton im Werksteam beerben. Dementsprechend hart geht es zwischen beiden zu – auf und neben der Strecke. Das Verhältnis der beiden ist durchaus mit dem zwischen Rosberg und Hamilton zu vergleichen.

Nur auf die nackten Zahlen zu schauen, reicht nicht. Da steht es im Quali 6:2 für Wehrlein, im Rennen 5:3 für Ocon. Doch hinter den Zahlen stecken auch entsprechende Umstände. Ocon ist erst seit dem Belgien-GP dabei, Wehrlein schon seit dem Auftakt in Australien. Das heißt nicht, dass Wehrlein einen größeren Erfahrungsvorteil hat: Ocon spulte in den letzten Jahren zahlreiche Test- und Trainingskilometer für Mercedes, Force India und Renault ab. Aber: Der 20-Jährige saß vor allem in den ersten Rennen gekrümmt im Manor-Mercedes. Er ist elf Zentimeter größer als Wehrlein. Inzwischen wurde seine Sitzposition um vier Zentimeter gesenkt.

Pascal Wehrlein und Esteban Ocon duellieren sich

Ein weiterer Umstand: Beide fahren nicht immer mit demselben Setup. Speziell in Brasilien hatte Wehrlein keine Chance gegen Ocon: Wehrlein fuhr mit Trockenabstimmung, Ocon hatte mit einem Regensetup im Nassen einen klaren Vorteil. Das erklärt, wieso Ocon um Punkte kämpfen konnte, Wehrlein aber nicht über Rang 15 hinaus kam.

Obwohl er in dieser Wertung gegenüber Ocon offiziell zurückliegt, ist er auch in den Rennen bärenstark. Das musste schon Rio Haryanto erfahren. Aber auch Ocon. Zum Beispiel in Austin, wo er eine ganze Runde Rückstand auf den Deutschen hatte. In Malaysia kam er eine halbe Minute hinter Wehrlein ins Ziel. Wehrlein schied dafür zwei Mal wegen einer Kollision aus. In Mexiko wurde er von Esteban Gutiérrez abgeräumt. In Belgien rauschte er in das Heck von Jenson Button. Bitter: Hier hat der 22-Jährige eine Chance auf WM-Punkte vergeben. Der Speed des Autos wurde deutlich, als Wehrlein im ersten Qualiabschnitt bärenstarker Neunter wurde. Überhaupt: Wenn jemand im Quali Highlights setzte für Manor, dann war es Wehrlein. Auch in Mexiko kam er ins Q2.

Fazit: Wehrlein machte unterm Strich die bessere Figur. Trotzdem wurde Ocon zu Force India befördert. Wehrlein muss sogar um seinen Verbleib in der Formel 1 bangen. Ihm werden aber gute Chancen bei Sauber eingeräumt. 

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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