Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

Formel 1: Wehrlein und Sauber

— 17.04.2017

Da haben sich zwei gefunden

Pascal Wehrlein zeigte beim Bahrain GP ein starkes Comeback nach seiner Verletzung und holte im Sauber fast Punkte. Trotzdem bleibt er bescheiden.

Er kam, sah und siegte. Der 13. Platz im Qualifying und der elfte Platz beim Rennen in Bahrain fhlten sich fr Sauber-Pilot Pascal Wehrlein (22) an wie ein Sieg. Noch einen Tag nach dem GP in der Wste war dem jungen Deutschen die gute Stimmung anzumerken. Beim Relaxen am Hotelpool wirkte er vllig entspannt, im Reinen mit sich selbst und dem Team: "Wir haben das Maximale herausgeholt", so Wehrlein zu ABMS, "mehr ging unter den Umstnden nicht. Ich fhle mich jedenfalls total happy bei Sauber. Ich will mich nochmals bedanken fr die Untersttzung, die ich besonders von Teamchefin Monisha Kaltenborn in der schwierigen Zeit nach meinem Unfall bekommen habe. Ich brenne jetzt darauf, mich Schritt fr Schritt gemeinsam mit dem Team weiterzuentwickeln."

Grund zur Freude: Wehrlein konnte berzeugen

Fest steht schon jetzt: Mit Sauber und Wehrlein haben sich zwei gefunden, das ist beiden Seiten anzumerken. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff fasst die Situation seines Mercedes-Juniors nach seinem Unfall beim Race of Champions in Miami, dem daraus folgenden Trainingsrckstand, dem abgebrochenen Versuch in Melbourne zu starten und der daraus folgenden Kritik in den Medien gut zusammen: "Schon im Qualifying hat Pascal den Kritikern die richtige Antwort gegeben."

Auch die Zahlen lassen Wehrlein kalt. Dass er das beste Qualifying-Ergebnis fr Sauber seit 2015 eingefahren hat und das beste fr das Traditioneteam in Bahrain berhaupt, wusste er noch nicht einmal. Dass er in der Startaufstellung vor Mercedes-Junior-Kollege Esteban Ocon stand (der bei Force-India mit einem von Mercedes angefeuerten 2017er Motor mit circa 70 PS mehr ausgestattet ist), interessierte ihn nicht.



Wehrlein zieht eher nchtern sein Fazit: "Ich schaue nicht nach anderen, sondern mache mein Ding zusammen mit meinem Team. Ich habe lediglich meinen Job gemacht. Bei den freien Trainings habe ich nach meinem Treainigsrckstand versucht, das Limit vom Auto zu ertasten, um das am Samstag und Sonntag auszunutzen. Das hat diesmal gut funktioniert. Die Rennstrategie mit dem einen Stopp war perfekt."

P13 im Quali, P11 im Rennen: Ein starker Einstand

Fakt ist: Innerhalb von zwei Tagen wurde der jngste DTM-Meister aller Zeiten wieder zum Hero. F1-Experte Gerhard Berger sagte, er habe einen berragenden Job gemacht. Die Presse war schwer beeindruckt. Sauber-intern, so erfuhr ABMS, unterstellt man Wehrlein nicht nur wegen des berragenden Comebacks das spezielle Weltmeister-Gen. Fuballfan Wehrlein will aber lieber den Ball flach halten: "Jetzt gilt es, uns weiter zu verbessern und die groen Ressourcen, die Sauber hat, zu nutzen."

Ganz oben auf dem Lastenzettel steht dabei, fr gengend Motorkhlung zu sorgen. ABMS erfuhr: Die Aerodynamik des 2017er-Saubers verursacht Khlungsprobleme. Der Ferrari-Motor wird noch zu hei und Sauber kann deshalb nur im Qualifying die volle Leistung abrufen. Jetzt ist Technikchef Jrg Zander gefragt: Er muss so schnell wie mglich Lsungen finden, um dieses Manko zu beseitigen.

Wehrleins kurzfristige Plne: Er wird am Dienstag den Test von Teamkollege Marcus Ericsson beobachten und am Mittwoch selbst ins Lenkrad greifen. In Sotschi bernchste Woche sollen die Testergebnisse dann weitere Frchte tragen. Dazwischen wird Wehrlein weiter an seiner Fitness arbeiten.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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