Formel 1: Die besten Bilder 2016

Formel 1: Wehrlein zu Sauber

— 03.01.2017

Das wäre eine Liebesheirat!

Kolumne von ABMS-Redaktionsleiterin Bianca Garloff: Darum wäre ein Wechsel von Pascal Wehrlein zu Sauber keine Niederlage für den jungen Deutschen.

Die Anzeichen verdichten sich. Felipe Massa hält sich im Urlaub fit für sein Comeback bei Williams. Valtteri Bottas wurde bereits im Mercedes-Werk in Brackley gesichtet. Und Pascal Wehrlein wird von unseren Kollegen von motorsport.com in den Sauber geschrieben. Eigentlich nur eine logische Konsequenz, nachdem AUTO BILD MOTORSPORT bereits letztes Jahr exklusiv von Massas Rückkehr und dem daraus resultierenden Bottas-Abschied berichtet hatte.

Kein Grund für schlechte Laune bei Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein soll sich nun also mit Sauber einig sein und bald einen Vertrag für 2017 unterschreiben. Auf den ersten Blick sieht das wie eine Niederlage aus. Der Mercedes-Junior bekommt den durch Nico Rosbergs Abschied freigewordenen Silberpfeil nicht. Weil Teamchef Toto Wolff die Mischung aus dem jungen Deutschen mit Ex-Weltmeister Lewis Hamilton „zu explosiv“ ist? Oder weil man Wehrlein die Konstanz noch nicht zutraut, die es braucht, um den Konstrukteurs-Pokal einzufahren? Beide Erklärungen sind in meinen Augen kein Grund den DTM-Champion von 2015 nicht zu Mercedes zu befördern. Toto Wolff aber ist da offenbar anderer Meinung.

Egal, denn würden Sie lieber die Frau heiraten, die Sie widerwillig ins Bett lässt? Oder die, die ihre Liebe zu Ihnen immer wieder bekundet? Mag der Silberpfeil auch noch so attraktiv sein – bei Sauber will man, anders als bei Mercedes, Wehrlein unbedingt. Die Schweizer um Teamchefin Monisha Kaltenborn sehen in dem Schwaben die perfekte fahrerische Ergänzung zum neuen Aufwärtstrend im Team. Seit der Übernahme durch Longbow Finance hat Kaltenborn die Strukturen verschlankt und personell aufgerüstet. Neben Ex-Audi-Technikchef Jörg Zander dockten die Strategie-Ingenieurin Ruth Buscombe, Max Verstappens alter Renningenieur Xevi Pujolar, sowie der neue Leiter der Aerodynamikabteilung, Nicolas Hennel, bei Sauber an.

2016 war Sauber noch Wehrleins großer Gegner...

Auch deshalb wäre Sauber für Wehrlein alles andere als ein Rückschritt. Bei den Schweizern kann er sich zum Nummer-eins-Fahrer entwickeln, das Auto verbessern, die Strukturen eines ehemaligen Top-Teams kennenlernen – und so gemeinsam mit der Mannschaft wachsen. Dass Sauber 2017 nur die Vorjahresmotoren von Ferrari einsetzt, sei laut Teamchefin Kaltenborn „nicht entscheidend“. Ihre Erklärung: "Wenn man sich anschaut, was alles an zusätzlicher Entwicklung gekommen ist, wird es von der Performance her gar nicht so viel mehr geben. Die Hersteller haben bereits das kommende Jahr im Visier." Denn 2018 werden nur drei statt wie bisher vier Komponenten zur Verfügung stehen, bevor es Strafen hagelt.

Die perfekten Voraussetzungen also für einen jungen Mercedes-Junior, der sich – wie schon Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen – in einem Sauber-Rennwagen für mehr empfehlen will. Wehrlein kann sich im Schatten des Mercedes-Teams weiterentwickeln und mit guten Leistungen im immer noch unterlegenen Sauber zeigen, welchen Fehler die Mercedes-Teamführung gemacht hat, ihn nicht schon in diesem Jahr zu verpflichten.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung